Einprogrammierte Flugverbotszonen Neue Software soll Drohnen vom Weißen Haus fernhalten

Eine Drohne im Garten des Weißen Hauses, das soll nicht noch mal passieren. Der chinesische Hersteller DJI hat seine Drohnen neu programmiert - das Zentrum von Washington ist nun Flugverbotszone.

Phantom 2 Vision+ von DJI: Strengere Regeln für unbemannte Fluggeräte
AP/dpa

Phantom 2 Vision+ von DJI: Strengere Regeln für unbemannte Fluggeräte


Ein betrunkener Pentagon-Mitarbeiter hat eine Drohne in den Garten des Weißen Hauses gelenkt. Dieser Zwischenfall hat jetzt beim chinesischen Hersteller des Geräts zu Konsequenzen geführt. Die beliebte Phantom-2-Serie von DJI wurde mit einem Update ausgestattet. Die aktualisierte Firmware enthält nun eine Reihe weiterer Flugverbotszonen für das GPS-lokalisierte Fluggerät. Dazu gehört ein Umkreis von 25 Kilometern um die Innenstadt der US-Hauptstadt Washington.

Außerdem sollen grenzüberschreitende Flüge nicht mehr möglich sein. Erst in der vergangenen Woche war eine vermutlich überladene Drogen-Drohne auf dem Weg von Mexiko in die USA auf einen Parkplatz in der Grenzstadt Tijuana gestürzt.

Wie "Techcrunch" berichtet, gehören zu den Tabuzonen nun auch 10.000 Flughäfen. Dadurch sollen Probleme mit dem Flugverkehr verhindert werden. In allen genannten Bereichen soll es nicht mehr möglich sein, DJIs Phantom-Drohnen aufsteigen zu lassen.

Auf dem Weg ins Gefängnis sind schon mehrere abgestürzt

Die Aktualisierung, die für alle Geräte der Reihen Phantom 2, Phantom 2 Vision und Phantom 2 Vision+ vorgesehen ist, soll in den kommenden Tagen aufgespielt werden. US-Präsident Obama hatte nach dem Vorfall strengere Regeln für den Einsatz der unbemannten Fluggeräte gefordert. Die könnten allerdings noch auf sich warten lassen, die US-Luftfahrtbehörde FAA arbeitet derzeit an einer Neufassung des Regelwerks, das unter anderem den bislang verbotenen kommerziellen Einsatz regeln soll.

Hobby-Drohnen erregen nicht nur in den USA Besorgnis. Kurz nach dem Attentat auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" in Paris kreiste eine unbekannte Drohne über dem Élysee-Palast, dem Amtssitz des französischen Präsidenten. Und Mitte Dezember 2014 war der Versuch gescheitert, einem in Untersuchungshaft sitzenden Häftling per Drohne ein Geschenkpaket mit Marihuana, einem iPhone und einem USB-Stick mit Filmen zuzustellen. Das Gerät war ebenso abgestürzt wie Anfang Dezember eine Drohne vom Typ DJI Phantom 1 in einem Bremer Gefängnis.


Was es alles gibt: Kuriose Drohnen
Selfie-Drohne Airdog

Wer zu kurze Arme für einen Selfie hat, kann auch die Kameradrohne Airdog in die Luft schicken. Die Drohne folgt ihrem Nutzer von alleine und wird über seinen Sender gesteuert. Airdog kann fotografieren und filmen.
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Drohnenflug mit Videobrille

Sehen wie ein Vogel: Die Bilder der Kameradrohne Bebop lassen sich mit einer Videobrille in Echtzeit mitverfolgen. Gesteuert wird die Drohne über eine Smartphone-App.
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Paketkopter, die Drohne der Deutschen Post

Die Deutsche Post bezeichnet ihren „DHL-Paketkopter“ noch als Forschungsprojekt. Die Paket-Drohne wird testweise verwendet, um zum Beispiel dringend benötigte Medikamente vom Festland auf eine Nordseeinsel zu bringen. Auch Unternehmen wie Amazon testen Paketdrohnen.
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Disneys Puppenspieler-Drohne

Zurzeit gibt es nur ein Patent für diese Drohne - gebaut wurde sie noch nicht. Das Patent beschreibt Drohnen, die große Disney-Puppen auf Paraden oder in Freizeitparks steuern können. Dünne Drähte sollen die Drohnen mit den Armen und Beinen der Puppen verbinden.
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Pizza-Drohne statt Pizza-Bote

Um Fastfood noch schneller ausliefern zu können, haben bereits mehrere Entwickler Drohnen getestet. Schließlich eigenen sich solche Tests auch sehr gut als PR-Maßnahme. Das Bild zeigt den Drohnen-Testflug der Schnellrestaurantkette Domino’s.
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Aufklärungsflüge durch Polizei-Drohnen

Mit Kameradrohnen lassen sich nicht nur Selfies und Naturfilme machen. So verwendet auch in Deutschland die Polizei seit einigen Jahren Polizeidrohnen zu Aufklärungszwecken. Die Drohnen könnten bei Hochwasser und Bränden hilfreiche Bilder liefern – sind aber bei Datenschützern umstritten.
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Drohnen als Lichter-Spektakel

Für eine eindrucksvolle Werbeaktion sorgte vor zwei Jahren ein Drohnenschwarm am Londoner Nachthimmel. 30 Drohnen formten zum Kinostart des neuen Star Trek Films das vielen Science-Fiction-Fans bekannte Logo über der Tower Bridge.
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Drohnen aus dem Drucker

Künftig wird man sich Drohnen vielleicht nicht mehr fertig kaufen müssen, sondern sich zuhause das Grundgerüst per 3D-Printer ausdrucken. Steuerungstechnik und Motoren müssten freilich von Hand darauf montiert werden. Forscher der University of Virginia haben das schon mal ausprobiert
Mehr zu der gedruckten Drohne lesen Sie hier

Wartungs-Drohnen im Profi-Einsatz

Das Unternehmen Microdrones bietet verschiedene Drohnentypen für den kommerziellen Einsatz an. Dieses Exemplar wird zur Überprüfung von Stromleitungen eingesetzt. Die Geräte können bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben und kosten fünfstellige Summen.
Mehr zu den Highspeed-Drohnen - und anderen Modellen - lesen Sie hier

Die Hochgeschwindigkeits-Drohne

Die meisten Drohnen, die man so zu Gesicht bekommt, bewegen sich eher langsam. Die Plexidrone ist da ganz anders. Bei einer Maximalgeschwindigkeit von bis zu 70 km/h könnte man sie durchaus verwenden, um sogar fahrenden Autos nachzustellen.
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Diese Drohne spinnt

So etwas können sich nur Forscher ausdenken: Ein kleiner Roboter umfliegt zwei gespannte Seile. Immer wieder stoppt er und schwebt auf der Stelle. Er beginnt vorsichtig, neue Seilverbindungen zu spannen, bis sich langsam ein stattliches Spinnennetz herausbildet. Erdacht und entwickelt wurde der Netze spinnende Flug-Roboter von Forschern und Architekten der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich.
Mehr zu der spinnenden Drohne lesen Sie hier

meu



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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
Leser161 29.01.2015
1. Softwarelösung
Was man heute mit Software alles so lösen können will. Und wenn das ein geschickter Nerdattentäter wegschnippt das Modul? Harte Probleme muss man hart lösen. Zum Beispiel durch Abwehrdrohnen, die einfliegende Drohnen zum Absturz bringen.
marxtutnot 29.01.2015
2. Kann
man diese Software auch auf US-Drohnen aufspielen? Würde so manchen "Unfall" verhindern.
Frank Zi. 29.01.2015
3.
Merke: Kaufe keine Drohne, deren Firmware du nicht selbst kompilieren kannst.
Atheist_Crusader 29.01.2015
4.
Sollten Drohnen eine solche Software nicht von Grund auf installiert haben? Flugverbotszonen gibt es schon weit länger als Drohnen. Das hätte man doch voraussehen müssen.
damalswarallesbesser 29.01.2015
5. Als ob das was bringen würde....
Die Firmware der Drohne kann doch von einem Profi leicht verändert werden, oder es wird einfach eine komplett neue Firmware - natürlich ohne Flugverbotszonen - aufgespielt. Wäre natürlich illegal, aber das wäre wohl für einen Terroristen das geringste Problem. Damit hält man also nur Nomalnutzer davon ab, den Präsidenten beim Kaffee zu stören. Ich sollte auch eine Flugverbotszone mit 2 km Radius für meinen Garten beantragen, oder haben nur Politiker und Promis Anrecht auf ungestörten Kaffegenuss (kann natürlich auch Tee sein)? Falls gleiches Recht für alle gilt (ich weiß, ein Traum), dann müssten eigentlich alle Privatflächen tabu sein, außer man hat explizit die Genehmigung für einen Überflug. Liebe Politiker und Fachleute, viel Spaß bei der Ausarbeitung der Vorschriften ;-)
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