US-Liga für Drohnenrennen Mit 130 Sachen durchs Stadion

Bisher waren Drohnenrennen eher ein Szene-Ding. Das soll sich ändern: Sportmanager wollen die Wettkämpfe in Stadien verlagern - und ordentlich Kasse machen.

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Drone Race League/ YouTube

Wer sagt denn, dass Drohnen nur zur Überwachung oder Paketauslieferung taugen? Inzwischen sind die Flugroboter so flink, dass Speed-Junkies damit Rennen fliegen. Mehrere Investoren, darunter der Besitzer eines Erstliga-Footballteams und Muse-Sänger Matthew Bellamy, wollen diese Begeisterung jetzt professionalisieren und damit Geld verdienen, indem sie die die Drone Racing League (DRL) gegründet haben. Die neue Liga soll die Szene vereinen und verbindliche Rennstandards schaffen.

Gründer und Ligachef Nick Horbaczewski will 2016 zunächst sechs öffentliche Drohnenrennen durchführen. Ab dem 22. Februar wird der Rennzirkus in verschiedenen Stadien auftreten, den Anfang macht Miami. Mitte März soll ein Rennen in Los Angeles folgen. Für die übrigen vier Termine steht die Finanzierung noch nicht, mögliche weitere Veranstaltungsorte liegen auch im Ausland, etwa in Mexiko City oder in Auckland in Neuseeland.

Bereits im Dezember wurde im Sun Life Stadium in Miami ein Vorab-Rennen veranstaltet. Die Macher nutzten den Ort, um Videosequenzen aus verschiedenen Perspektiven zu filmen. Das Material wurde zu einem branchentypisch hektischen Reklame-Clip zusammengeschnitten, der Appetit auf mehr machen soll.

Bis zu 130 Kilometer pro Stunde

Neben dem eingeplanten Live-Publikum sollen Drohnen-Fans dem Renngeschehen vor allem über Livestreams folgen. Dazu sollen parallele Video-Feeds aus Perspektive der jeweiligen Drohne und ihres Piloten angeboten werden. Die Teilnehmer steuern identische Drohnen, die DRL Racer 2 genannt werden und Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde erreichen.

"Wir wollen die besten Drohnen und Rennstrecken bieten, auf denen sich die tollsten Drohnenpiloten der Welt messen können", sagt Horbaczewski. Eine Drohnenliga könnte die Vermarktung der Rennen vereinfachen und am Ende höhere Einnahmen erzielen, so die Hoffnung aller Beteiligten. Die DRL soll auf dieselbe Art und Weise Geld machen wie andere Wettbewerbssportarten auch, mit Merchandising, Sponsoren und Lizenzen für Medien.

Es muss live sein

Vor dem Hintergrund, dass auch die Videospielszene längst zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor herangewachsen ist, wirken solche Erwartungen nicht mal überzogen. Das Marktforschungsunternehmen Superdata veranschlagt den Umsatz im E-Sport-Bereich für 2015 auf knapp 750 Millionen Dollar. Bis 2018 sollen die Einkünfte auf zwei Milliarden Dollar steigen.

Der Erfolg werde entscheidend davon abhängen, ob Drohnenrennen wie andere E-Sportarten live präsentiert werden können, so Superdata-Chef Joost van Dreunen. Live-Streaming-Pattformen wie Twitch hätten zur rasanten Steigerung der Popularität von E-Sports einen nicht zu unterschätzenden Beitrag geleistet .

Allerdings wird die DRL noch einige Konkurrenz aus dem Weg räumen müssen. So finanzierte Videobrillen-Hersteller Fatshark während der California State Fair im vergangenen Sommer ein Drohnenrennen, an dem über 100 Piloten teilnahmen. Für Sommer 2016 ist eine Wiederholung angekündigt. Zudem existieren mit der im US-Bundesstaat Michigan beheimateten International Drone Racing Association und der US Drone Racing Association bereits Konkurrenzverbände.



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Seite 1
dbeck90 28.01.2016
1. großes manko
das wird nie eine Sportart werden. zum einen weil die Drohnen identisch sein MÜSSEN und so die Piloten nicht die Erfahrung haben. Jede Drohne fliegt sich anders. und würde jeder seine eigene Drohne mitbringen: ein Strahlentriebwerk mit bis zu 20kg schub kostet heute gebraucht läppische 800 euro. ginge es da um hohe geldpreise, selbst ich würde eine Drohne mit 4 triebwerken statt Luftschrauben basteln, 4 servos zur mechanischen Steuerung (mehr schub nach vorne) damit sind die 300-500km/h und der sieg auf jeden Fall drin. allein das die Anschaffung einer hochwertigen drohne um dem faktor 500 günstiger ist wie ein f1 rennwagen lässt viele leute denken, sie könnten da auch mitmachen. ich glaube, so etwas wird sich nie etablieren
exe1310 28.01.2016
2. @1:
Wenn es so einfach ist wieso macht es dann niemand ?
nachtmacher 28.01.2016
3. nicht so ganz....
Zitat von dbeck90das wird nie eine Sportart werden. zum einen weil die Drohnen identisch sein MÜSSEN und so die Piloten nicht die Erfahrung haben. Jede Drohne fliegt sich anders. und würde jeder seine eigene Drohne mitbringen: ein Strahlentriebwerk mit bis zu 20kg schub kostet heute gebraucht läppische 800 euro. ginge es da um hohe geldpreise, selbst ich würde eine Drohne mit 4 triebwerken statt Luftschrauben basteln, 4 servos zur mechanischen Steuerung (mehr schub nach vorne) damit sind die 300-500km/h und der sieg auf jeden Fall drin. allein das die Anschaffung einer hochwertigen drohne um dem faktor 500 günstiger ist wie ein f1 rennwagen lässt viele leute denken, sie könnten da auch mitmachen. ich glaube, so etwas wird sich nie etablieren
Die Rennen für Quadrocopter sind zwar schnell, aber wer zu schnell ist, der klebt am nächsten Hindernis. Die Kurse sind oft verwinkelt und man muss über Hindernisse drüber, oder drunter oder irgendwo durch. Mit 300-500km/h kommt man da nicht weit. Es gibt bereits jetzt "Klassen" bei den Racern. Leistung und Gewicht kann man in Reglement festlegen. Innerhalb der Grenzen sollte tuning erlaubt sein. Ist durchaus interessant, wer die Balance zwischen Speed und Agility am Besten trifft für den Kurs. Wenn es die Veranstalter richtig machen, können die echt einen großen Markt bedienen. Die Drohnen werden mit Brille (Fastshark usw.) FPV geflogen. Schon jetzt können sich Zuschauer mit eigener Brille oder Tablett quasi "einklinken" und die selben Bilder des Piloten sehen. Ohne Probleme im Internet live zu streamen.... Ich flieg aber lieber selber als da zuzuschauen :-)
drfly 28.01.2016
4. Ist schon Sportart...
Ich gebe zu noch etwas unorganisiert, aber das kommt noch. Schaut Euch z.B. die folgende Veranstaltung an - solche werden dieses Jahr überall stattfinden: https://youtu.be/P122myPpzbY
nobody01 29.01.2016
5.
Zitat von dbeck90das wird nie eine Sportart werden. zum einen weil die Drohnen identisch sein MÜSSEN und so die Piloten nicht die Erfahrung haben. Jede Drohne fliegt sich anders. und würde jeder seine eigene Drohne mitbringen: ein Strahlentriebwerk mit bis zu 20kg schub kostet heute gebraucht läppische 800 euro. ginge es da um hohe geldpreise, selbst ich würde eine Drohne mit 4 triebwerken statt Luftschrauben basteln, 4 servos zur mechanischen Steuerung (mehr schub nach vorne) damit sind die 300-500km/h und der sieg auf jeden Fall drin. allein das die Anschaffung einer hochwertigen drohne um dem faktor 500 günstiger ist wie ein f1 rennwagen lässt viele leute denken, sie könnten da auch mitmachen. ich glaube, so etwas wird sich nie etablieren
So ein Unsinn. Das ist doch kein Dragster-Rennen. Wie soll man mit einem Quad das mehrere Kg wiegt um die Ecke kommen? Der 20Kg-Schub-Quadcopter würde sich fliegen wie ein träger Panzer und Haushoch gegen die kleinen verlieren. Geringes Gewicht ist viel wichtiger als Schub, deshalb nimmt man zum rennen auch kleine 250mm Quads und keine 400mm.
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