Betroffene über Datenschutz-Grundverordnung "So spaßig wie die Steuererklärung"

Ab Freitag kommen die neuen Datenschutzregeln der EU zur Anwendung. Hier berichten acht Menschen, von der Ärztin bis zum Lehrer, was die Vorschriften für ihren Alltag bedeuten.

Protokolle von , , und


Gut zwei Jahre Vorbereitungszeit hat es gegeben, jetzt wird es ernst: Ab dem 25. Mai müssen EU-weit neue Datenschutzregeln angewandt werden. Hintergrund ist die sogenannte Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU, die wir hier ausführlich in einem "Endlich verständlich" erklären.

Die neuen EU-Regeln verpflichten Unternehmen, aber zum Beispiel auch Vereine, sorgsamer und transparenter mit den Daten ihrer Kunden oder Mitglieder umzugehen. Gespeichert werden darf grundsätzlich nur noch, was wirklich gebraucht wird - und die Betroffenen müssen zustimmen.

Vor allem manche Firmen zittern vor dem Stichtag, denn danach drohen bei Verstößen gegen die Regeln zumindest theoretisch hohe Strafen. Die können sich auf bis zu vier Prozent des Umsatz des vorangegangenen Geschäftsjahres belaufen.

Viele Unternehmen sind schlecht vorbereitet

Trotz dieser Drohkulisse sind laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom viele Firmen schlecht vorbereitet: Drei Viertel der deutschen Unternehmen werden demnach mit der Umsetzung der Verordnung nicht rechtzeitig fertig. Für die Ergebnisse wurden 505 für den Datenschutz verantwortliche Personen von Firmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern befragt.

Dass hierzulande gerade sehr intensiv über die DSGVO diskutiert wird, liegt auch daran, dass sie im Alltag vieler Berufsgruppen eine Rolle spielt, von der Ärztin bis zum Lehrer. Und auch einige Blogger und Betreiber von Internetforen sind verunsichert: Manche von ihnen haben bereits angekündigt, dass sie ihre Angebote vor allem aus Angst vor Abmahnungen vorsorglich dichtmachen. Andere sind gerade noch dabei, ihr Web-Angebot so gut wie möglich mit der DSGVO in Einklang zu bringen.

Hier berichten acht Menschen, wie die neue Verordnung ihren Alltag beeinflusst. Per Klick oder Tippen kommen Sie zum nächsten Protokoll.


Sie wollen mehr über die DSGVO erfahren? Dann lesen Sie unser "Endlich verständlich":



insgesamt 151 Beiträge
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Seite 1
Willi Wacker 22.05.2018
1. Ein Datenschutzbeauftragter
Wozu hat sich die Ärztin als Datenschutzbeauftragte qualifiziert? Betriebe ab 10 Mitarbeitern brauchen so einen Beauftragten - ABER dieser Beauftragte darf die Regeln nicht selbst umsetzen,, sondern nur kontrollieren, umsetzen müssen andere Leute! Weil, ein Ausführender darf sich doch nicht selbst kontrollieren. Leuchtet ein, oder?
rstevens 22.05.2018
2. Wunderbar
Viele, die jetzt nörgeln, haben jahrelang das BDSG ignoriert oder zumindest "sehr frei" interpretiert. Viele machen sich jetzt bzw. müssen sich das erste Mal Gedanken machen, welche Daten sie speichern und verarbeiten, auf welcher Grundlage sie dies tun, ob sie die Zustimmung dazu haben, wann sie sie löschen müssen etc. Ja, das ist Arbeit. Allerdings hält sich diese in Grenzen, wenn schon vorher ein Mindestmaß an Datenschutz vorhanden war. Oft ist das allerdings nicht mal im Ansatz der Fall, daher wird es jetzt aufwendig.
isnogood444 22.05.2018
3. Schwachsinnige Verordnung
Schwachsinnige Verordnung die weit über das Ziel hinausschiesst, gehört abgeschafft!
knalldorff 22.05.2018
4. unüberlegte Schikanen
niemand erwähnt, dass schon einfache Handyfotos ohne Einwilligung der Fotografierten unerlaubte Datenerhebungen sind. Höchststrafe!
acitapple 22.05.2018
5.
Ich kriege täglich Mails, die mich auffordern, meine Newsletterabos zu bestätigen. Ganz toll, ich hatte zwar irgendwann mal bestätigt, dass ich diesen Newsletter haben möchte, muss aber jetzt nochmal diese Bestätigung bestätigen. Vielen Dank, ich hab ja sonst nichts zu tun. Und ja, ich möchte diesen Kommentar wirklich senden. Steht zwar auf dem Button, auf den ich bewußt draufklicke, aber zur Sicherheit schreibe ich es dazu.
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