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Internet über DSL oder Kabel: Neun Tipps für den Provider-Wechsel

Von Urs Mansmann

Kabel im Router: Fast überall in Deutschland kann man zur Telekom-Konkurrenz wechseln Zur Großansicht
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Kabel im Router: Fast überall in Deutschland kann man zur Telekom-Konkurrenz wechseln

Freier, schneller, günstiger: Telekom-Konkurrenten bieten echte Internet-Flatrates an. Alternativen zu Drossel-Tarifen sind fast überall verfügbar. Das Fachmagazin "c't Netzwerke" gibt neun Ratschläge für den gelungenen Wechsel - von Restlaufzeit bis Zwangsrouter.

1. Verfügbarkeit prüfen

Die größten Chancen auf einen Anschluss hat man bei 1&1, Congstar und Primacall, die unter anderem auf DSL-Vorleistungen der Telekom zurückgreifen. Deren Netz erreicht über 95 Prozent der deutschen Haushalte. Vor einer Drosselung muss man bei den Telekom-Wiederverkäufern keine Angst haben - es gelten immer die Konditionen, die man mit dem jeweiligen Provider vereinbart hat.

Bei den TV-Kabelanbietern Unitymedia in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie Kabel Deutschland in den übrigen Bundesländern ist die Abdeckung geringer, sie liegt je nach Bundesland bei 40 bis 60 Prozent der Haushalte. Ist im Haushalt kein Kabelanschluss vorhanden, wird man auch keinen mehr bekommen, die Kabelnetzbetreiber haben ihren Netzausbau komplett eingestellt.

Ein wenig günstiger fällt ein DSL-Anschluss aus, wenn er nicht von der Telekom, sondern von Vodafone oder O2 stammt. Unterschiede gibt es nur in VDSL-Ausbaugebieten der Telekom. Hier erreichen Vodafone- und O2-Anschlüsse mitunter geringere Bandbreiten, als wenn man bei der Telekom oder einem Telekom-Wiederverkäufer bestellen würde, denn die Telekom kann die Kunden wahlweise von den VDSL-Verteilern aus mit kurzen Kabelwegen versorgen und damit auch bei ADSL2+ optimale Bandbreiten bereitstellen. Vodafone und O2 hingegen nutzen aus Kostengründen ausschließlich ihre eigenen Vermittlungseinrichtungen.

2. Auf die garantierte Datenrate achten

Welche Datenrate ein DSL-Anschluss tatsächlich bereitstellen wird, ist im Vorfeld nur schwer zu ermitteln. Einen Anhaltspunkt bietet die Mindestbandbreite, die einige Anbieter garantieren. Können sie diese nicht gewährleisten, lehnen sie den Auftrag entweder ab oder holen das Einverständnis des Kunden für einen Anschluss mit geringerer Datenrate ein.

Vorbildlich agiert in diesem Punkt Easybell: Der kleine O2-Reseller erstellt auf Anfrage eine individuelle Voraussage und Bandbreitengarantie und stellt diese per E-Mail zu. Erreicht der Anbieter die selbst gesetzte Zielmarke nicht, kann der Kunde binnen 14 Tagen nach Schaltung des DSL-Anschlusses vom Vertrag zurücktreten - wenn er nicht sowieso die Variante ohne Mindestlaufzeit gewählt hat.

3. Laufzeit und Kündigungsfrist durchrechnen

Eigentlich schreibt das Telekommunikationsgesetz (Paragraf 43b) Providern vor, Kunden auch einen Tarif mit zwölf Monaten Laufzeit anzubieten. Dies unterlaufen einige Provider sehr geschickt. Oft sind solche Tarife nur auf beharrliche telefonische Nachfrage erhältlich.

Hintergrund dieser Tricks: Es kostet den Anbieter viel Geld, einen Anschluss zu übernehmen oder einen Neuanschluss herzustellen. Er muss den Kunden auf seine Kreditwürdigkeit prüfen, die Anschlussmöglichkeiten ermitteln, eine Leitung buchen, die Rufnummernübernahme regeln, einen Techniker in Marsch setzen und Hardware verschicken. Geht irgendetwas dabei schief, sind Nacharbeiten erforderlich. Je länger der Kunde bei der Stange bleibt, desto mehr Zeit hat der Anbieter, diese Kosten wieder hereinzuholen.

Wer sich auf zwei Jahre bindet, wird mit dem Wegfall von Einrichtungsgebühren und Schnäppchenpreisen für teure Hardware geködert. Die Vertragsbindung endet aber nicht nach zwei Jahren. Schließt man einen Vertrag mit Mindestlaufzeit ab, verlängert sich dieser in der Regel automatisch um jeweils ein weiteres Jahr.

4. Restlaufzeit richtig ausrechnen

Das böse Erwachen kommt dann, wenn man den Vertrag kündigen will oder muss, denn dann kann es im ungünstigsten Fall knapp 15 Monate dauern, bis der Vertrag tatsächlich endet. Zur Restlaufzeit kommt stets auch noch die Kündigungsfrist hinzu. Viele Anbieter schöpfen den rechtlichen Rahmen voll aus, der eine Mindestvertragslaufzeit bis zu zwei Jahren, eine Verlängerung um ein Jahr und eine Kündigungsfrist von drei Monaten erlaubt.

Zwar endet der Vertrag, wenn man nach einem Umzug keinen neuen Anschluss erhalten kann. Er endet jedoch nicht, wenn man keinen Anschluss mehr benötigt, etwa weil in der neuen Wohnung schon einer vorhanden ist. Kulanzhalber muss man dann in solchen Fällen meist nur noch einen Teil der ausstehenden Monatsgebühren bezahlen. Zum Beispiel: Bei 29,95 Euro monatlichen Gebühren und einem Erlass von 50 Prozent wären das bei einer Restlaufzeit von 15 Monaten immer noch mehr als 200 Euro.

5. Zwangsrouter vermeiden

Bei einer Dreingabe der Provider lohnt sich eine genaue Prüfung: Welchen Router stellt der Anbieter bereit? Bei den TV-Kabelanbietern sowie O2, Tele2, Versatel und Vodafone hat der Kunde keine Wahl: Er erhält die Einwahldaten für Internet und VoIP nicht und muss deshalb mit dem vorkonfigurierten Gerät vorliebnehmen, das der Anbieter ihm vorsetzt.

In vielen Fällen bleibt der Leistungsumfang solcher Router weit hinter den auf dem freien Markt erhältlichen Produkten zurück. Selbst wenn man beispielsweise eine Fritz!Box der Oberklasse erhält, ist diese bei solchen Providern meist so konfiguriert, dass man bestimmte Einstellungen nicht verändern kann, etwa die VoIP-Zugangsdaten, um über einen anderen Anbieter zu telefonieren. Die Kunden setzen sich auf ihre Weise zur Wehr: Im Internet kursieren zahlreiche Anleitungen, wie sich die Sperren umgehen und die Zugangsdaten auslesen lassen.

6. Aufs Tempo achten

Die meisten Provider bieten Anschlüsse in mehreren Geschwindigkeitsstufen an. Sechs MBit/s sind zwar bei einigen Providern erhältlich, aber nicht empfehlenswert. Selbst das Laden von Webseiten bremsen sie spürbar ab, HD-Videos lassen sich darüber nicht oder nur mit Einschränkungen betrachten. Der finanzielle Vorteil bleibt klein, denn für den Anbieter bedeutet es den gleichen Aufwand, einen 6- oder 16-MBit/s-Anschluss bereitzustellen.

Mit VDSL und TV-Kabel ist noch mehr Tempo drin. Selbst in Kleinstädten ist vielerorts in einem Umkreis von rund 500 Metern um die Hauptvermittlungsstelle VDSL verfügbar, auch wenn ansonsten keine Outdoor-DSLAMs aufgebaut sind. Sowohl die Telekom als auch Vodafone und O2 haben zusammen in mehr als 700 Hauptvermittlungsstellen (HVt) außerhalb der Großstädte VDSL-Ports installiert.

Datenraten von 32, 50 oder 100 MBit/s lohnen sich vor allem dann, wenn sich mehrere Nutzer einen Anschluss teilen. Selbst wenn drei Anwender gleichzeitig maximale Bandbreite abrufen, bleiben pro Anwender immer noch zehn MBit/s oder mehr verfügbar, was für alle gängigen Echtzeitanwendungen ausreicht.

7. Telefongebühren bei Inklusivtarifen prüfen

Bei fast allen Anschlüssen ist ein Telefonanschluss inklusive. Für die Anbieter ist das ein gutes Geschäft: Die Einrichtung eines solchen VoIP-Anschlusses kostet wenig, aber wenn der Kunde zusätzliche Gebühren produziert, verdienen sie daran kräftig. Meist ist der Festnetzanschluss kombiniert mit einer Festnetz-Flatrate. Easybell und Primacall bieten optional sogar eine Allnet-Flatrate an, die Anrufe in die Mobilfunknetze zum Pauschalpreis erlaubt.

Herkömmliche Anschlüsse sind auf dem Rückzug. Noch kann man echte Analog- und ISDN-Anschlüsse bei der Telekom, O2, Vodafone und Versatel buchen, sofern die Vermittlungsstelle vor Ort mit Telefontechnik ausgestattet ist, der Kunde muss aber bei allen Anbietern außer bei Versatel dafür einen Aufpreis berappen oder reduzierte Grundleistungen hinnehmen, denn die Anbieter wollen das teure, alte Telefonnetz so bald wie möglich loswerden. Einige haben bereits damit begonnen, Altverträge zu kündigen.

Bei den Telefonaten, die nicht unter die Flatrate fallen, lohnt sich ein Blick in die Tariftabellen. Insbesondere ins außereuropäische Ausland unterscheiden sich die Gesprächspreise sehr stark zwischen den einzelnen Anbietern. Die teuersten Anbieter verlangen für Telefonate zu einigen Destinationen über einen Euro pro Minute, die bei anderen Anbietern nur einige Cent kosten.

Bei Telefonaten kann man sparen, indem man einen VoIP-Anbieter für solche Anrufziele einsetzt. Dus.net und Sipgate beispielsweise bieten recht günstige Auslandstelefonate in guter technischer Qualität. Hat man keinen Zwangsrouter, lässt sich das zusätzliche VoIP-Konto meist mit wenigen Handgriffen einrichten. Per Wahlregeln kann der Anwender festlegen, welche Vorwahlnummern der VoIP-Router über welchen Provider abwickelt. Wer viel in ein bestimmtes Land telefoniert, kann versuchen, einen Vertrag mit einem dort ansässigen VoIP-Provider zu schließen und damit unter Umständen die Gebühren noch weiter drücken.

8. Bei Problemen mit der Netzagentur drohen

Die Provider sind bei einem Anschlusswechsel nach Paragraf 46 TKG gesetzlich verpflichtet, die Umschaltung binnen eines Tages vorzunehmen. Länger darf der Kunde nicht ohne Anschluss sein. Das klappt nicht immer, aber die Provider haben nun eine starke Motivation. Denn Schlampereien werden mit empfindlich hohen Bußgeldern bestraft. Klappt der Wechsel nicht und droht der Kunde damit, sich an die Bundesnetzagentur zu wenden, wird er von den Providern nicht mehr belächelt, sondern ernst genommen.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Wechsel ist das richtige Timing. Man muss den nächsten fristgerechten Kündigungstermin kennen und mindestens sechs Wochen vor diesem den Auftrag beim neuen Anbieter platzieren. Wenn man diesen dazu ermächtigt, die Kündigung auszusprechen, läuft meist alles rund. Allerdings bleibt dann immer ein gewisses Restrisiko, dass der neue Anbieter patzt und die Kündigung unterbleibt. Hat man kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist noch keine Bestätigung, kann man die Kündigung selbst aussprechen. Das erhöht aber das Risiko, am Ende der Vertragslaufzeit ohne Anschluss dazustehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, bleibt lieber ein Jahr länger beim alten Anbieter und versucht sein Glück im Folgejahr bei einem anderen Anbieter erneut.

9. Anschlüsse für Geschäftskunden können sich lohnen

Grundsätzlich können Geschäftskunden auch Privatkunden-Produkte buchen. Das war jedoch nicht immer so. Bis 2010 verbot die Telekom die geschäftliche Nutzung von VDSL-Anschlüssen ausdrücklich und kappte Leitungen, wenn auch nur der Verdacht aufkam, dass der Anschluss möglicherweise geschäftlich genutzt werden könnte.

Business-Kunden sollten sich allerdings bewusst sein, dass die Entscheidung, ein wenig Geld zu sparen, möglicherweise fatale Folgen haben kann. Die Service Level Agreements (SLA) für Geschäftskundenanschlüsse sehen viel kürzere Störungsbehebungszeiten vor als für Privatkundenanschlüsse. Geschäftskunden sind laut Leistungsbeschreibung typischerweise nach spätestens acht Stunden wieder online, Privatkunden meist erst nach 24. Geschäftskundenanschlüsse werden mit Vorrang entstört, auch weil dort dem Anbieter Ungemach droht.

Hat man keinen der teuren Business-Anschlüsse gebucht, wird man Schadenersatz gegen den Anbieter wegen entgangener Gewinne auf einem Geschäftsbetrieb nur schwerlich durchsetzen können, selbst wenn vereinbarte Entstörzeiten überschritten werden. Business-Anschlüsse bieten nicht nur oft besseren Service, sondern auch zusätzliche Features, etwa eine oder mehrere feste IP-Adressen, etwa zum Betrieb eigener Server, die Privatkunden in aller Regel nicht zugestanden werden.

Der Artikel ist im Sonderheft "c't Netzwerke 2013" erschienen. Ein Inhaltsverzeichnis des Hefts finden Sie hier, der Heise-Verlag bietet auch eine Bestellmöglichkeit.

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insgesamt 48 Beiträge
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1. Zwangsrouter bei Vodafone
skade 29.09.2013
Anmerkung zu Vodafone: Vodafone rückt aber das Passwort heraus wenn man danach fragt! So hat es z.b. bei mir auch geklappt.
2. Service Hotlines
clausde 29.09.2013
Leider fehlen in dem Artikel der Hinweis auf die Kosten der Service-Hotlines. Man kann sich den Eindruck nicht verwehren, dass mancher Provider über kostenpflichtige Service-Hotlines den monatlichen Preisvorteil mit wenigen Gesprächen wieder hereinholen will.
3. auf den echten Hardware-Service achten!
inecht 29.09.2013
Bei mir hat der freundliche Telekom-Techniker vor Ort die Leitung geprüft und den Anschluss wieder flott gemacht. Pünktlich, freundlich, toll. DAS können die Daten -Unterhändler nicht!
4. Es gibt noch Wunder
hokutoriki 29.09.2013
Nachdem ich lange Zeit geglaubt hatte, man könne bei der Providerwahl eigentlich nichts richtig machen, da es nur die Wahl zwischen Abzocke und Ausbeutung gäbe, bin ich nun eines besseren belehrt. Seit zwei Jahren hat easybell einen hochzufriedenen Kunden in mir. Geschwindigkeiten, die z.T. über der "bis zu" Grenze liegen. Schneller, guter Service, transparente Informationen. Ich wünsche diesem Unternehmen nur das Beste für die Zukunft und weiter so!
5. besonders zu beachten...
Spiegelleserin57 29.09.2013
ist dass jeder Tarifwechsel bei einen anbieter automatisch eine neue ABG beinhaltet und somit auch die Kündigungszeiten ändern kann. Man kann also verschiedene AGS im Laufe der Zeit beim selben Anbieter erhalten. Ich hatte bei Vodaphone das Problem da mein Vertrag schon bei Arcor abgeschlossen war und das Personal nach der neuesten AGB gehandelt hatte. Ich habe 5 Monate Auseinandersetzungen gehabt bis endlich dann der Wechsel stattfinden konnte. Die telekom, der neue anbieter hat mir dann eine Leistung verkauft die technisch gar nicht möglich war. Als dies erkannt wurde kam ich dann vorübergehend in einen Tarif der technisch umsetzbar war. Jedes mal wurde dann auch eine neue AGB wirksam und so kam ich auch in den Drosselvertrag da sich der Wechsel bis in das neue Zeitfenster erstreckte mit den Drosselverträgen. Das Chaos des Wechseln wünsche ich wirklich niemanden. Ich war dazu gezwungen da Vodaphone DSL nur noch in einer extrem geringen Bandbreite liefern konnte bei der Videos nicht mehr sichtbar waren!
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Aber sicher: Das Paradebeispiel sind die Mobilfunknetze. So blockieren etliche Anbieter den Dienst Skype oder verlangen dafür einen Zuschlag - die Software für Internet-Telefonie schadet dem eigenen Geschäftsmodell.

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