New York/Washington - Das "Wall Street Journal" berichtet, das US-Justizministerium plane eine Klage gegen Apple und mehrere Buchverlage. Der Vorwurf laute, die Verlage hätten Preise für E-Books abgesprochen. Betroffen sind neben Apple unter anderem auch eine Tochterfirma der deutschen Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und der Verlag Harper Collins, der wie das "WSJ" zu Rupert Murdochs News Corp gehört.
Die Preisabsprachen der insgesamt sechs Unternehmen würden gegen das Kartellrecht verstoßen, so die US-Beamten laut "WSJ". Die Verlage hätten jedoch gegenüber den Ermittlern jede Verabredung zu einer gemeinsamen Preiserhöhung abgestritten. Auf Anfragen des "WSJ" hat keiner der Betroffenen geantwortet.
Dem Bericht zufolge argumentieren die beschuldigten Unternehmen, dass das sogenannte Agenturmodell zu mehr und nicht weniger Wettbewerb in der Branche geführt habe. Das von Apple beim E-Book-Verkauf mit vielen Verlagen praktizierte Agenturmodell funktioniert so: Der Verlag ist der Verkäufer, er setzt die Preise fest. Apple stellt nur seine Plattform für den Handel bereit und wickelt Zahlungen ab, dafür nimmt der Konzern 30 Prozent des Umsatzes.
Um ein langwieriges und möglicherweise negatives Verfahren mit hohen Schadensersatzforderungen zu vermeiden, hätten bereits einige Verlage Gespräche mit den Behörden geführt. Sollten diese Verhandlungen erfolgreich sein, könnte das weitreichende Folgen haben und für Verbraucher günstigere E-Books mit sich bringen.
Schon im Dezember des vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission ein kartellrechtliches Prüfverfahren gegen Apple und die fünf Großverlage eingeleitet. Vor allem mit Einzelhändlern abgeschlossene Verträge zum E-Book-Absatz standen im Zentrum der Untersuchungen. Bereits zuvor, im März 2010, waren in Europa die Geschäftsräume mehrerer Verlage unangekündigt durchsucht worden.
meu
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