Buch-Piraterie MVB kooperiert mit Digimarc

Im Netz finden sich zahlreiche illegale Kopien von E-Books. Als Reaktion darauf wollen deutsche Verlage nun mit dem Anti-Piraterie-Unternehmen Digimarc kooperieren.

Buchmessen-Besucherin: Der MVB kooperiert mit Digimarc
DPA

Buchmessen-Besucherin: Der MVB kooperiert mit Digimarc


Nicht nur Musikalben, TV-Serien und Kinofilme werden massenhaft kopiert, auch viele E-Books finden sich gegen den Willen der Rechteinhaber auf Downloadportalen und in Tauschbörsen. Ein Teil der Buchbranche hat sich nun entschieden, einen ähnlichen Weg zu gehen wie schon die Musik- und Filmindustrie: Mit Hilfe von Kopierschutzmaßnahmen soll die unberechtigte Verbreitung von elektronischen Büchern zumindest erschwert werden. Zu diesem Zweck ist der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels (MVB) eine Kooperation mit dem amerikanischen Unternehmen Digimarc eingegangen.

Die amerikanische Firma versieht schon seit längerem Dateien unterschiedlichster Art mit digitalen Markierungen, die die eindeutige Identifizierung jeder einzelnen Datei erlauben. Beim auf den Buchhandel zugeschnittenen Wasserzeichen-System "Digimarc Guardian" werden entsprechende Signaturen in den gängigen E-Book-Formaten *.epub, *.mobi und *.pdf untergebracht.

Löschanträge an die Suchmaschinen

Neben den Wasserzeichen, die im Rahmen der Kooperation nicht zum Einsatz kommen sollen, geht Digimarc im Netz gezielt nach unrechtmäßig verbreiteten Kopien auf die Suche. Erste Anlaufstellen sind die bekannten Tauschbörsen und E-Book-Portale. Bei einem Fund werden die Seitenbetreiber mit einer Bitte um Entfernung angeschrieben. Weigert sich der Seitenbetreiber, wendet sich Digimarc an die Hoster der betreffenden Websites. Am Ende werden dann Suchmaschinen aufgefordert, Links zu widerrechtlichen Angeboten aus ihren Indizes zu löschen.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels (MVB) werde künftig die Wasserzeichen-Technologie von Digimarc einsetzen. Dies ist laut MVB nicht der Fall. Digimarc werde den MVB lediglich beim automatisierten Aufspüren und manuellen Überprüfen illegaler Downloads auf Internet-Hosting-Diensten und Tauschbörsen unterstützen, teilt der Verband mit. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

meu



insgesamt 11 Beiträge
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mipez 09.10.2014
1.
Kopieschutz wird, wie bei allem, ausgehebelt und gut is. Ich habe keine Lust ein Buch 2 Mal zu kaufen, nur um in meinem Urlaub hunderte von Büchern mitzunehmen. Selbes Prinzip wie bei Musik und Filmen... Achtung: Neuland.
DUWN01 09.10.2014
2. teurer als Papier?
Wenn ich letztlich mehr bezahlen muss als für ein Papier - Buch, nur dafür, dass ich auf mehr als einem Gerät lesen, es innerhalb meiner Familie weitergeben oder im Antiquariat verkaufen kann, dann bereichern sich die Verlage unzulässig und müssen boykottiert werden.
Questionator 09.10.2014
3. Warum nicht?
Wenn dafür die Buchpreisbundung wegfällt...
baerry 10.10.2014
4. 20 Jahre
20 Jahre nach mp3 haben es die Verlage immernoch nicht begriffen. Die Kunden hingegen kommen langsam drauf.
orosee 10.10.2014
5.
Na dann lese ich erst mal die 65000 Bücher ohne Wasserzeichen, und wenn ich fertig bin, hat sicher jemand den Kopierschutz geknackt und ich kann mit den Bestsellern von 2015 bis 2215 weitermachen.
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