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09. Februar 2013, 00:00 Uhr

Neue EU-Richtlinie

Online-Händler wollen kostenlose Retouren stoppen

Viele deutsche Online-Versandhändler haben genug von kostenlosen Retouren. Einer Studie zufolge wollen sie die unentgeltliche Rücksendung online gekaufter Waren stoppen, wie der SPIEGEL berichtet. Profitieren könnten davon jedoch die Großen der Branche - denn die nehmen Waren kostenlos zurück.

Hamburg - Einfach mal bestellen und im Zweifel zurückschicken - das könnte für Online-Shopper in Zukunft teuer werden. Zumindest bei vielen Anbietern: Drei Viertel der Online-Händler planen, die Kosten für Warenrücksendungen künftig auf ihre Kunden zu übertragen. Das geht aus einer Untersuchung der Universität Regensburg (PDF-Dokument) hervor, wie der SPIEGEL berichtet. Möglich wird das durch eine neue EU-Verbraucherrechte-Richtlinie, nach der Unternehmen ihren Kunden die Rücksendung künftig in Rechnung stellen können.

76 Prozent von 215 befragten Unternehmen gaben an, davon Gebrauch machen zu wollen, darunter viele kleinere Versandhändler. Allerdings wollten der Studie zufolge auch 118 weitere Unternehmen zu dieser Frage keine Angaben machen. Unter denjenigen der befragten Unternehmen, die mit Schuhen oder Textilien handeln, hatten jedoch nur 64 vor, Retouren kostenpflichtig zu machen.

Jede Rücksendung kostet die Unternehmen viel Geld, sie müssen mit Kosten zwischen 10 und 20 Euro pro Retoure rechnen. Den Kunden ist das bislang egal: Die Studie zeigt, dass vier von zehn Kunden bei der Bestellung eine Rücksendung schon mit einkalkulieren.

Bis zu 30 Prozent der Artikel gehen zurück. In der Branche gelten gerade die deutschen Kunden als rücksendefreudig. Sie bestellten etwa Fernseher vor der Fußballweltmeisterschaft und schickten sie direkt danach zurück. Oder sie bestellen Kleidungsstücke in drei bis vier Größen und Farben. Zehn Prozent aller Retouren können der Befragung zufolge zudem anschließend nicht mehr verwendet werden.

Gleichzeitig dürfte die Einstellung kostenfreier Retouren gerade für kleine Anbieter ein gewagtes Spiel werden. Die Großen der Branche werden es sich kaum nehmen lassen, die längst eingepreisten Rücksendekosten weiterhin selbst zu übernehmen. Das könnte künftig zu einem echten Wettbewerbsvorteil werden, genauso wie die kostenfreie Lieferung, mit der etwa Amazon Kunden lockt.

Amazon verwies auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE auf seine derzeitigen Rücksendebedingungen, die unter normalen Umständen kostenlose Retouren vorsehen, es sei denn, der Artikel kostet weniger als 40 Euro und es handelt sich nicht um Kleidung oder Schuhe. Änderungen seien "derzeit nicht geplant". Der Online-Versandhändler Zalando stellte auf Anfrage ebenfalls klar: "Wir sehen kostenfreie Retouren als wichtigen Teil unseres Serviceversprechens, und dieses möchten wir unseren Kunden auch in Zukunft geben."

cis

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