E-Mail-Ausfall Googlemail schläft aus

Millionen Nutzer haben heute den Anschluss verloren. Am Vormittag hatten die Mailserver des Internet-Konzerns Google mit Problemen zu kämpfen. Der Web-Zugang zu den elektronischen Postfächern war vielerorts ausgefallen. Womöglich war eine Cyberattacke der Auslöser.


Besonders auskunftsfreudig zeigt sich das Unternehmen nicht. Auf den Hilfe-Seiten von Googles elektronischem Postsystem hieß es lapidar, man sei sich bewusst, dass es ein Problem gebe, das einige Anwender betrifft. Der Fehler sei um 1:30 Uhr Pazifikzeit (11.30 deutscher Zeit) aufgetreten. Jetzt arbeite man hart an einer Lösung und entschuldigt sich für alle Schwierigkeiten, die dadurch entstünden.

Google-Fehlermeldung: Brachte eine Cyberattacke die Mailserver zum Erliegen?

Google-Fehlermeldung: Brachte eine Cyberattacke die Mailserver zum Erliegen?

Über die Ursache für den Ausfall schweigt sich das Unternehmen aus. Vom britischen " Guardian" um Auskunft gebetene Mitarbeiter des Londoner Google-Büros konnten nicht helfen, ihre Mail-Accounts funktionierten ebenfalls nicht mehr. Verschiedenen Berichten zufolge sollen zudem einige Google-Apps ausgefallen sein. Angaben über geographischen Grenzen der Google-Probleme oder über die Zahl betroffener Anwender sind bisher nicht bekanntgeworden.

Im Microblogging-Dienst Twitter ist der Googlemail-Ausfall unterdessen zum Thema des Tages geworden. Im Sekundentakt stellen Twitter-Nutzer Kommentare und Meldungen über Googlemail online.meist mit dem Tenor "geht nicht" und verbunden mit der Frage "was macht ich jetzt nur?"

Google ein Opfer eine Cyberattacke?

Einige Anwender scheinen allerdings Abhilfe gefunden zu haben. Denn während der Zugang via Webbrowser am Boden lag, ließen sich Googlemail-Konten offenbar weiterhin von externen Programmen aus abrufen. SPIEGEL ONLINE konnte verifizieren, dass der Mailabruf per IMAP-Protokoll problemlos funktionierte. Anwendern, die daran gewöhnt sind, ihre Mails per Browser abzuholen, wird das aber kaum helfen. Wer sich nun sicherheitshalber daran wagen will, ein Mailprogramm für Googlemail einzurichten, sollte die Konfigurationshinweise in der Googlemail-Hilfe beachten.

Mittlerweile ist der Googlemail-Server allerdings wieder erreichbar.

Zwischenzeitlich konnte man sich über eine Zwischenlösung via Browser in das System einwählen, musste zuvor einen Buchstabencode, ein sogenanntes Captcha eingeben. Solche Maßnahmen werden üblicherweise ergriffen wenn Unternehmen von automatisierten Massenanfragen, sogenannten Denial of Service-Attacken, geplagt werden. Bei solchen Angriffen bombardieren tausende ferngesteuerter Rechner die Server des Unternehmens mit unsinnigen Anfrage, bringen so die Rechner an ihre Leistungsgrenzen.

Auf den Hilfeseiten von Googlemail heißt es nun (nur in der englischen Version): "Viele unserer Nutzer hatten heute Probleme mit dem Gmail-Zugang. Das Problem ist nun gelöst, der Zugang wiederhergestellt. Wir wissen, wie wichtig Googlemail für unsere Nutzer ist, daher nehmen wir Probleme wie dieses sehr ernst und entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten ..."

Google-Sprecher Kay Oberbeck erklärte gegenüber SPIEGEL ONLINE, man habe sich zunächst darauf konzentriert, den Dienst wieder zum Laufen zu bringen. Die Ursachenforschung sei nun im Gange, bislang lasse sich über die Gründe für den Ausfall nichts sagen.

mak/cis



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