E-Mail "Sie haben Post - von Angela Merkel"

Vor 25 Jahren wurde die erste E-Mail nach Deutschland verschickt, heute ist das Alltag - auch für vermeintliche Promis. Wir suchten E-Mail-Kontakt zu ihnen. Und erfuhren, dass Angela Merkel ein Mann ist, Kati Witt nur versehentlich so heißt und Daniel Brühl als Schauspieler gescheitert ist.

Von Christian Fuchs


"Willkommen bei CSNET."

Mit dieser schnöden Nachricht begann die E-Mail-Zukunft in Deutschland. Der Informatiker Werner Zorn erhielt den Gruß am 2. August 1984 aus dem amerikanischen CSNET. Dieses Netz war ein Zusammenschluss einiger US-Universitäten und gilt heute als Vorläufer des InternetsD.

Deutsche Promis: E-Mail-Namensvetter im Web
AP; DDP; Getty Images

Deutsche Promis: E-Mail-Namensvetter im Web

Was Zorn, der an der Universität Karlsruhe forschte, damals noch nicht wusste: Er bekam die erste E-Mail in Deutschland. Seine Mailadresse lautete damals einfach zorn@germany - ohne Vorname und ohne Endung. Heute wäre diese Adresse undenkbar, bei den Millionen von E-Mail-Adressen.

Was einst als Infosystem unter Fachleuten begann, ist heute für viele ein Routineakt geworden. Manche Menschen sollen sogar süchtig nach immer neuen Mails sein. Aber es gibt vor allem Vorteile: Noch nie war es so einfach, anderen Briefe zu schreiben und die ersten Fotos des Babys an die verstreute Familie zu versenden. Für viele ist das Alltag. Vor allem Privatadressen werden gern komplett codiert, sie heißen beispielsweise gern schulz374@web.de, langschlaefer@yahoo.com oder auch ccddee@gmx.net.

Zum 25. Geburtstag der elektronischen Post in Deutschland wollte DAS MAGAZIN sie würdig feiern. Um etwas Glamour in unsere tägliche technische Kommunikation zu bringen, haben wir E-Mails versandt. Viele E-Mails. Genau genommen 300 Stück.

Aber nicht an irgendjemanden, sondern an Prominente. An Franz Beckenbauer und an Harald Schmidt, an Alice Schwarzer und an Sarah Wiener, an Eva Herman und an Gerhard Schröder. Denn wir wollten wissen: Wer hat die E-Mailadressen der Stars? Und vor allem: Bekommen sie Post, die eigentlich an die bekannten Namensgeber gehen sollte?

Dabei sind wir auf ein paar schöne Geschichten gestoßen. Wir wissen jetzt, warum ein Student aus Darmstadt Angela Merkel ist oder wie ein schwäbischer Werkzeugmacher zum Ehrentitel Armin Müller-Stahl kam. Am meisten verblüfft hat uns aber Boris Becker. Vor ein paar Jahren noch warb das ehemalige Tennisidol für den Mailadressen-Anbieter AOL. Als wir aus gegebenem Anlass versuchten, ihn unter Boris.Becker@aol.com zu erreichen, kam die Post zurück: nicht zustellbar.



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