Easter Eggs Eiablage im Datendickicht

Das Web ist voller Ostereier: Easter Eggs nennt man versteckte Inhalte in Programmen und auf Web-Seiten, die nicht nur zu Ostern zu finden sind. SPIEGEL ONLINE hat zehn kuriose Eier aufgestöbert - darunter Mars-Bewohner, das Buch Mozilla und einen geheimen Facebook-Satz.

Von Timo Kotowski


Wäre Facebook ein Land, dann hätte es mittlerweile mehr Einwohner als Brasilien, Japan oder Russland. Das rechnet das soziale Netzwerk seinen Nutzern vor. Von den 200.000.000 aktiven Mitgliedern, die Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gezählt haben will, werden die wenigsten Chris Putnam kennen. Putnam gehört zu den Menschen hinter Facebook. Er ist einer der Programmierer für das soziale Netzwerk, hat sich insbesondere um den Einbau von Videos gekümmert.

Jeder Facebook-Nutzer könnte Putnam mit einbinden, wenn er mit Freunden in Netzwerk chattet. Denn von dem Programmierer gibt es ein Emoticon, das Chatter an ihre Botschaften hängen können.

:-D produziert ein Grinse-Gesicht, 3:) ein kleines Teufelchen - und :putnam: ein Konterfei des Facebook-Gestalters. Problem nur: Das Putnam-Konterfei, ein Kopf mit brünettem Haarschopf, ist zum eigentlichen Zweck von Emoticons - etwas über die eigene Gefühlslage auszudrücken - schlecht geeignet.

Der Entwickler chattet mit: Das Konterfei von Facebook-Programmierer Chris Putnam gibt es als Emoticon

Der Entwickler chattet mit: Das Konterfei von Facebook-Programmierer Chris Putnam gibt es als Emoticon

Doch das soll das Mini-Bild von Putnam auch nicht. Es ist kein Emoticon im eigentlichen Sinn, sondern ein sogenanntes Easter Egg. Als solche Ostereier gelten in Computerprogrammen und Internet-Seiten versteckte Bilder oder Botschaften, mit denen Urheber ein kleines Erkennungsmerkmal hinterlegen - als versteckte Signatur.

Informationen über den Urheber in einem Werk zu verstecken, ist nicht neu. Seit Jahrhunderten fügen beispielsweise Maler Hinweise auf sich selbst in ihren Bildern ein. Selten so auffällig wie Rembrandt, der sich in seinem 1633 fertiggestellten vorösterlichen Motiv "Kreuzaufrichtung" in den Mittelpunkt malt - als Mann, der höchstpersönlich das Kreuz mit Jesus aufstellt.

Die meisten Botschaften sind Suchaufgaben für den Betrachter, wie Putnams Easter Egg bei Facebook. Und der Programmierer-Kopf ist nicht die einzige in dem sozialen Netzwerk versteckte Botschaft.



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