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EBay-Enttäuschung: Und Tschüss!

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Rekordgewinn, ein eigenes Magazin, immer mehr Mitglieder: Jeder sechste Deutsche kauft inzwischen bei Ebay ein. Doch die Auktionspreise für gebrauchte Artikel sind mittlerweile oft höher als für Neuware, der Service ist mies. Ein Abschied.

Ebay hat zwölf Millionen deutsche Nutzer, Ebay hat jetzt ein eigenes Magazin aus dem Stern-Verlag Gruner und Jahr - Ebay hat Erfolg. Es scheint so etwas wie eine "Generation Ebay" zu entstehen, zumindest suggeriert das wirklich witzige "eBay Magazin" das: "Jeder von uns wusste noch genau, was er zum ersten Mal auf eBay gekauft oder verkauft hatte", schreibt die Redaktion am Anfang des Hefts.

Berliner Ebay-Zentrale: Schnell weg, denken enttäuschte Kunden
DDP

Berliner Ebay-Zentrale: Schnell weg, denken enttäuschte Kunden

Ich weiß es nicht mehr, nur, dass es am 1. April 1999 gewesen sein muss. Und heute, acht Jahre und 1268 Bewertungen später weiß ich genau, was ich zum letzten Mal bei Ebay gekauft und verkauft habe - und warum ich es nicht wieder tun werde.

1. Normale Produkte sind zu teuer

Natürlich gibt es bei Ebay noch Schnäppchen. Begehrte Produkte wie Digitalkameras gehören aber nicht dazu. Ende Januar der letzte Versuch: Eine Mega-Zoom-Digitalkamera soll es werden, die Sony DSC-H2. Allerdings: Bei Ebay sind alle Gebraucht-Geräte noch Stunden vor Auktionsende teurer als Neuware im Laden. Gekauft habe ich dann beim Händler. Preis: 267 Euro. Der Vergleich heute: Beim günstigsten Händler kostet die Kamera neu mit voller Garantie 243,35 Euro. Bei Ebay liegt das Höchstgebot für ein drei Monate altes Gerät - mehr als einen Tag vor Auktionsende! - bei 241 Euro. Ein Schnäppchen?

2. Trügerische Paypal-Sicherheit

Der Ebay-Bezahldienst Paypal gibt Käufern ein gutes Gefühl: "Sollte ein Ebay-Artikel einmal erheblich von der Beschreibung abweichen, oder der Verkäufer den Artikel nicht verschicken", erstattet PayPal dem Käufer bis zu 500 Euro des Artikelwerts. Das stimmt - im Prinzip. Manchmal aber auch nicht: Am 30. Juni kaufte ich eine alte Spiegelreflexkamera, eine Canon EOS 500n mit 300er-Teleobjektiv. Der Verkäufer hatte zwar nur sechs Bewertungen, aber es gibt ja den Paypal-Schutz. Ich bezahlte also sofort, 212,99 Euro. Nach einer Woche war die Ware noch immer nicht da, der Verkäufer reagierte nicht auf Anfragen, ich stellte Antrag auf Paypal-Käuferschutz.

Die Droh-E-Mails von Paypal verschreckten den Verkäufer offensichtlich. Am 14. Juli kommt das Paket mit der Kamera. Aber das Objektiv - viel wertvoller als die Kamera allein - fehlt. Also noch eine Paypal-Beschwerde?

Nach einer Stunde Lektüre der Paypal-Nutzungsbedingungen der Schock: "pro Paypal-Transaktion darf nur eine Beschwerde eingereicht werden". Und die Paypal-Käuferbeschwerderichtlinie führt dazu aus: "Es ist insbesondere nicht gestattet, eine Beschwerde für einen nicht erhaltenen Artikel einzureichen und dieselbe dann in eine Beschwerde für einen erheblich von seiner Beschreibung abweichenden Artikel umzuwandeln (oder umgekehrt), falls sich die Umstände nach dem Einreichen der ersten Beschwerde ändern."

Ich ändere die Beschwerde nicht, Paypal zahlt das Geld zurück, ich schicke dem Verkäufer die Kamera. Alles noch mal gut gegangen. Aber sicher fühlt sich niemand, der einmal einige Stunden lang die Paypal- Nutzungsbedingungen und die diversen Richtlinien gelesen hat.

3. Lieber löschen als prüfen

Der vorletzte Verkaufsversuch bei Ebay: Am 15. Januar stelle ich eine Jacke einer interessanten, aber nicht sehr bekannten Marke ein. Um das alles attraktiver zu machen, kommen viele Fotos dazu, eine ausführliche Beschreibung - und ein Link zur Webseite des Modelabels. Das war ein Fehler: Bei Ebay sind Links nicht erlaubt.

Das ist den meisten Verkäufern auch bekannt und durchaus verständlich, schließlich soll ja auf der Plattform niemand Werbung für seinen eigenen Laden machen, wo er dann günstiger verkauft und die Ebay-Provision spart. Ich habe diese Ebay-Richtlinie einfach vergessen. Nur: Ich habe nichts Schlimmes getan, nur zum Hersteller verlinkt. Eine Stunde später war die Artikelbeschreibung, waren alle Fotos gelöscht - eine Stunde Arbeit verloren. Nicht der Link wird gelöscht - sondern das komplette Angebot wegen "verbotener Links".

4. Rechteinhaber haben immer Recht

Der letzte Verkaufsversuch bei Ebay: eine alte Jeans einer japanischen Marke. Die Beschreibung ist wieder sehr umfangreich, diesmal speichere ich sie vorsichtshalber auf dem Computer zu Hause ab. Einen Tag läuft die Auktion, dann kommt die E-Mail von Ebay: "Angebot wurde entfernt: Markennamenmissbrauch".

Missbrauch? Weil der Name der Marke genannt wurde? Beschwert hatte sich eine britische Firma, weil durch die Auktion ihre "Rechte an geistigem Eigentum verletzt" wurden. Angeblich.

Die Jeans war so echt, wie man sich bei einer im Laden gekauften Hose eben sein kann. Andere Markennamen tauchten in der Auktion nicht auf. Aber eine Quittung habe ich nicht mehr und Lust auf Auseinandersetzungen mit britischen Unternehmen auch nicht. Die Position Ebays ist klar: Ebay muss "den Artikel entfernen, um bestimmte rechtliche Anforderungen zu erfüllen", schreibt das Unternehmen.

Das klingt ganz anders als im Ebay-Magazin. Da steht: "eBay ist eben nicht einfach ein Kaufhaus, sondern hinter eBay stecken Millionen von Menschen aus der ganzen Welt, die sich treffen und miteinander handeln."

Das war auch mal so. Tschüss, Ebay - es waren acht schöne Jahre, aber du hast dich sehr verändert.

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1.
Scaithy, 11.05.2007
Woran eBay meiner Meinung nach krankt, ist das Bewertungssystem. Bewertungen sind Handelswaren nach dem Motto: Bewertest Du mich gut, bewerte ich Dich auch gut. Oder halt umgekehrt. Deswegen traut sich kaum jemand, schlechte Bewertungen abzugeben aus Angst vor einer schlechten Gegenbewertung. Und leider ist es auch so, dass regelmässig vom Käufer zuerst eine Bewertung erwartet wird, bevor der Verkäufer bewertet. Eigentlich unlogisch, wenn man bedenkt, dass der Käufer ja zuerst seine Leistung erbracht hat. Auch dass eBay grundsätzlich keine Bewertungen löscht, selbst wenn man nachweisen könnte, dass sie falsch sind, halte ich für eine Schwäche. Hier muss eBay dringend noch etwas tun, um an der Glaubwürdigkeit der Bewertungen zu arbeiten. Insgesamt ist die Plattform für mich uninteressanter geworden, seit vermehrt Händler auf eBay verkaufen.
2.
Klo, 11.05.2007
Zitat von ScaithyWoran eBay meiner Meinung nach krankt, ist das Bewertungssystem. Bewertungen sind Handelswaren nach dem Motto: Bewertest Du mich gut, bewerte ich Dich auch gut. Oder halt umgekehrt. Deswegen traut sich kaum jemand, schlechte Bewertungen abzugeben aus Angst vor einer schlechten Gegenbewertung. Und leider ist es auch so, dass regelmässig vom Käufer zuerst eine Bewertung erwartet wird, bevor der Verkäufer bewertet. Eigentlich unlogisch, wenn man bedenkt, dass der Käufer ja zuerst seine Leistung erbracht hat. Auch dass eBay grundsätzlich keine Bewertungen löscht, selbst wenn man nachweisen könnte, dass sie falsch sind, halte ich für eine Schwäche. Hier muss eBay dringend noch etwas tun, um an der Glaubwürdigkeit der Bewertungen zu arbeiten. Insgesamt ist die Plattform für mich uninteressanter geworden, seit vermehrt Händler auf eBay verkaufen.
Dem stimme ich zu. Rachebewertungen gibt es immer wieder, selbst wenn ein bezahlter Artikel nie abgeschickt wurde und versicherter Versand vereinbart wurde. Dies sollte bestraft werden als Bewertungsmißbrauch.
3. Ebay ist gut
donemile, 11.05.2007
Als erfahrener Nutzer von Ebay, ich bin seit 1999 dabei, würde ich sagen im Allgemeinen nicht schlecht. Verbesserungen sind immer möglich. Werden auch durchgeführt. Wenns nicht für die Leute nützlich wäre, hätte es mit Sicherheit nicht so einen Erfolg und das schon über Jahre.
4. Naja
Heulboje, 11.05.2007
Als ich damals mit ebay anfing war ich restlos begeistert. Mittlerweile hab ich das Gefühl, es sind viel mehr Händler unterwegs und viel weniger Privatmenschen. Oder täuscht mich da was? Zumindest in meinen Lieblingsbereichen haeb ich schon den Eindruck.
5.
**Kiki** 11.05.2007
Zitat von HeulbojeAls ich damals mit ebay anfing war ich restlos begeistert. Mittlerweile hab ich das Gefühl, es sind viel mehr Händler unterwegs und viel weniger Privatmenschen. Oder täuscht mich da was? Zumindest in meinen Lieblingsbereichen haeb ich schon den Eindruck.
Mein Eindruck ist auch, daß der Anteil der Privatverkäufer immer weiter abnimmt, aber das wundert mich auch nicht. Für Privatverkäufer lohnt sich die Sache schon seit der vorletzten Gebührenerhöhung nicht mehr. Ich habe Anfang des Jahres bei der letzten Aktion mit reduzierten Einstellgebühren ein paar Sachen eingestellt, aber wenn ich den Zeitaufwand für das Einstellen, Beantworten von Mails, Sendungen fertigmachen, Konto im Auge behalten, den Krempel zur Post bringen und am Ende Bewerten mit dem Betrag in Relation setze, der am Ende nach Abzug der gesalzenen Gebühren rübergekommen ist: Das hätte ich mir im Grunde auch sparen können. Leider taugen die kostenlosen Konkurrenzplattformen allerdings noch weniger. Schade drum. Ich war übrigens eBay-Mitglied schon zu Zeiten, als es noch Alando hieß. Ja, ja, die gute alte Zeit ...
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