Es ist ein kleiner Erfolg gegen die Skimmer-Szene: Die Polizei hat sieben mutmaßliche Mitglieder einer rumänischen Bande festgenommen, die sich auf den EC-Karten-Betrug spezialisiert hatte. Bei Hausdurchsuchungen fanden die Beamten Minikameras und Kartenlesegeräte. Dank einer Zusammenarbeit mit der rumänischen Polizei konnten außerdem zwei mutmaßliche Bandenchefs in Rumänien festgesetzt werden.
Laut Wuppertaler Staatsanwaltschaft beläuft sich der durch die Bande entstandene Schaden vermutlich auf "mindestens mehrere Hunderttausend Euro". In Dortmund, Lüdenscheid und Aschaffenburg wurden Verdächtige verhaftet. Den Männern werden banden- und gewerbsmäßiger Computerbetrug sowie die Fälschung von Zahlungskarten vorgeworfen.
Beim Skimming werden mit Hilfe manipulierter Geldautomaten EC-Karten-Daten sowie die dazugehörigen Geheimnummern ausgespäht. Anschließend erstellen die Skimmer eine Kopie der EC-Karte und räumen mithilfe der erbeuteten PIN - oft an Geldautomaten im Ausland - die Konten der Opfer leer. Das Bundeskriminalamt hatte erst vor kurzem über eine starke Zunahme der Skimming-Fälle berichtet.
Allein im ersten Halbjahr wurden fast 2000 Daten-Attacken gezählt, was fast schon der Zahl des gesamten Vorjahres entsprach. Schwerpunkte seien im ersten Halbjahr Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin gewesen. BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte, die Umrüstung der Karten von Magnetstreifen auf Chiptechnologie sei dringend geboten.
1. Benachrichtigen Sie sofort Ihre Bank, lassen Sie die betroffene Karte sperren.
2. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei - gehen Sie zur Wache, dort erhalten Sie im Gegensatz zur Online-Anzeige sofort ein Aktenzeichen, das Sie Ihrer Bank mitteilen können.
3. Beobachten Sie Ihr Konto, Abbuchungen aus dem Ausland können dort ein paar Tage verspätet auftauchen - aktualisieren Sie gegebenenfalls Ihre Anzeige, informieren Sie Ihre Bank.
4. Bei erfolgter Anzeige sollten Sie problemlos Ihr Geld wiederbekommen.
Dass die Skimming-Manipulationen häufig kaum von außen zu erkennen sind, musste auch SPIEGEL-ONLINE-Autor Felix Knoke feststellen. Auch er wurde Opfer der Abzockmasche und verzeichnete erstaunt Abhebungen aus dem Libanon, während er sich in Berlin aufhielt.
Wie dreist die Täter vorgehen, zeigt dieses Video, das SPIEGEL ONLINE vom Bundeskriminalamt zur Verfügung gestellt wurde.
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