Neue Wikipedia-Weltkarte: Hier wird die Wikipedia gerade umgeschrieben

Wikipedia Recent Changes Map: Hier wurde das Mitmach-Lexikon gerade umgeschrieben Zur Großansicht

Wikipedia Recent Changes Map: Hier wurde das Mitmach-Lexikon gerade umgeschrieben

Die Wikipedia wächst und verändert sich mit jeder Eintragsänderung. Eine neue Echtzeit-Karte veranschaulicht, woher die neusten Ergänzungen kommen.

Die Wikipedia wächst nicht nur, sie verändert sich auch ständig. Wie das Wissen, das sie repräsentiert, unterliegt sie der ständigen Anpassung, Erweiterung, Konkretisierung und Reinigung. Jede Änderung an einem Wikipedia-Artikel wird vom System aufgenommen, mit Zeitstempel und Autorenangabe versehen und in einem Archiv der Wikipedia-Vergangenheit abgespeichert. Wer wissen will, wie Wissen wächst, muss nur in dieses Archiv schauen - wenn es nur nicht so groß wäre.

Eine neue Perspektive bietet nun die Wikipedia Recent Changes Map - eine in Echtzeit aktualisierte Weltkarte, auf der Artikeländerungen geolokalisiert werden: Ein Anonymous aus Thüringen ergänzte den Artikel zur Aminosäure Tryptophan, jemand aus Braunschweig den zum "Vorteil", jemand aus Dubai den des indischen Rennfahrers Gaurav Gill.

Aktiviert man einen "Nur aus Deutschland"-Filter, taucht etwa alle zwei Sekunden ein neuer Eintrag auf. Angezeigt werden allerdings nur Einträge von unregistrierten beziehungsweise nicht-eingeloggten Wikipedia-Nutzern. Nur sie - insgesamt 15 Prozent des Änderungsaufkommens - werden anhand ihrer IP-Adresse und damit im Regelfall ihres Aufenthaltsortes - abgespeichert.

Ihren Reiz bezieht diese ständig aktualisierte Karte allerdings weniger aus der Darstellung von Wissen, als aus einer Erklärungslücke: Nur durch den geografischen Ort bezeichnet, bleibt viel Spielraum für die Vorstellung, warum jemand einen bestimmten Artikel verändert. Und so entstehen kleine Narrative, die natürlich auf den Betrachter zurückfallen: Was man im Wissenschaos findet, ist vor allem das eigene Vorwissen.

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8  Bilder
Lexikon: Design-Vorschlag für die Wikipedia
Es gibt viele Anstrengungen, die Wikipedia als wuselige Datenhalde anschaubar zu machen. Die meisten der Wikipedia-Visualisierungen sind ästhetisch und inhaltlich tatsächlich spannend; Infodisiac sammelt einige von ihnen.

fko

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Umgeschrieben, manchmal verfälscht (hier von Stepin)
prosaschmidt 13.05.2013
Viele versuchen Einfluss auf Wikipedia zu nehmen. Vielleicht die peinlichste Aktion war kürzlich der Versuch der Schüleraustauschorganisation STEPIN, Hinweise auf kritische Erfahrungen von Austauschschülern mit Stepin und Verweise auf Presseberichte aus dem Wikipedia-Bericht zu "Stepin" zu löschen. Wiki-Watch dokumentierte diese "aggressiven Löschversuche". Die Internet-Community bewertete den Stepin-Eintrag schliesslich als reines Marketingposting (Eigenwerbung von Stepin, nicht geeignet für eine Enzyklopädie) und schlug die komplette Streichung vor... Peinlicher konnte sich Stepin mit seinem Versuch, Kritik zu unterdrücken, wohl nicht mehr blamieren.
2.
EvilGenius 13.05.2013
Zitat von prosaschmidtViele versuchen Einfluss auf Wikipedia zu nehmen.
Es gibt aber auch viele gute Artikel. Man darf Informationen nicht als gottgegeben hinnehmen sondern immer entsprechend ihrer Quelle bewerten.
3. Uff
angst+money 14.05.2013
Ich habe mir das ganze mal 10 Minuten angesehen. Über 90% der Edits sind irgendwelche Nonsens-Einträge.
4. Typisches Beispiel für Form follows Designer statt Function
U. Haleksy 14.05.2013
Die Wikipedia-Startseite als Google-Suchmaske braucht kein Mensch. Der jetzige Portal-Charakter mit Artikel des Tages usw. entspricht genau der Bildungs- und Informationsabsicht , die W. zugrunde liegt. Und die Artikelseiten mit einem Drittel der Bildschirmhöhe für Symbolleisten und Kokolores ahmen das schlechte Design der letzten Microsoft-Office-Generationen nach: viel Bunti-Klicki statt Platz für die eigentliche Arbeit oder Information. Wozu brauch ich denn oben einen Zentimeter Rand zur Information über die Sprache, in der ich gerade lese? Zwischen wievielen Sprachen schalte ich denn als W.-Nutzer hin und her - zumal wenn ich sie nicht eh schon am Textinhalt erkenne?
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  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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Wikipedia-Richtlinien: "Schädige niemanden"
Schreibstil
Du solltest in neutraler, unzweideutiger Weise dokumentieren, welche verlässlichen unparteiischen Quellen über den Betroffenen veröffentlicht haben und gegebenenfalls auch, was die Person über sich selbst veröffentlicht hat. Der Schreibstil soll neutral, faktenorientiert und zurückhaltend sein. Es sollten weder hagiografische noch sensationsheischende Töne vorkommen. (…) Wenn du über ein negatives Ereignis schreibst, berücksichtige auch entlastende Informationen, bemühe dich immer um Ausgewogenheit.

Verlässliche Belege
Ohne glaubwürdige Belegangaben ist die Biografie wahrscheinlich Theoriefindung. Im Artikel angegebene Informationen müssen daher unbedingt für jeden einfach zu verifizieren sein. Informationen, die nur auf parteiischen Web-Seiten oder in obskuren Zeitschriften veröffentlicht sind, sollten mit Vorsicht behandelt und nicht verwendet werden, wenn sie tendenziös sind. Informationen aus Büchern und Zeitungen im Selbstverlag, oder von privaten Web-Seiten/Blogs sollten nie benutzt werden, außer sie stammen vom Betroffenen selbst.

Personen des öffentlichen Lebens
Über öffentlich bekannte Personen gibt es in der Regel eine Vielzahl von verlässlichen Quellen, und die Wikipedia-Biografie sollte einfach wiedergeben, was dort steht. Andererseits haben auch diese Personen ein Recht auf Privatsphäre. Nur wenn ein Vorwurf oder Zwischenfall bedeutsam, und in solchen angesehenen Veröffentlichungen dokumentiert ist, gehört er in den Artikel, und zwar auch, wenn der Betroffene die Erwähnung ablehnt. (…) Grundsätzlich ist – wie bei jedem anderen in einem Artikel erwähnten Faktum – eine Prüfung der enzyklopädischen Relevanz notwendig. In Grenzfällen sollte die Daumenregel lauten "schädige niemanden".

Umgang mit Artikeln über sich selbst
Wir raten zwar davon ab, Artikel über sich selbst zu verfassen (siehe Wikipedia: Eigendarstellung), aber die Betroffenen sind eingeladen, Fehler zu verbessern und ungenaues oder unbelegtes Material zu entfernen. Wenn Sie eine Frage oder ein Problem mit einem Artikel über sich selbst haben, kontaktieren Sie uns bitte über einen der auf Wikipedia: Kontakt angegebenen Wege oder schreiben Sie auf die Diskussionsseite des Artikels. Angaben zum verantwortlichen Betreiber im juristischen Sinn finden Sie im Wikipedia: Impressum.


Wo Wikipedia in die Irre führte
Meist akkurat
Viele Wikipedia-Artikel sind genau so akkurat wie ihre Gegenstücke im Brockhaus oder der Encyclopaedia Britannica. Die Autorengemeinschaft pflegt aktuelle Ereignisse nicht selten binnen kürzester Zeit ein und bügelt Fehler meist schnell wieder aus. Wenn die "Weisheit der Vielen" versagt, kann es allerdings zu peinlichen Pannen kommen.
dpa
Falsche Namen
Der Freiherr zu Guttenberg hat viele Vornamen. Wilhelm gehört aber nicht dazu. Als der CSU-Politiker im Februar 2009 Wirtschaftsminister wurde, mogelte ein anonymer Scherzbold in dessen Wikipedia-Biografie neben den zahlreichen anderen Namen eben auch den Wilhelm rein. Dieser Fehler stand zwar nicht lange auf der Seite, zahlreiche Medien übernahmen ihn aber offenbar ungeprüft aus dem Online-Lexikon.
Falsche Verdächtigungen
Der amerikanische Journalist John Seigenthaler stellte im September 2005 schockiert fest, dass ihm in der Wikipedia eine Verwicklung in die Ermordung von John F. Kennedy und dessen Bruder Bobby unterstellt wurde. Die Behauptung stand monatelang unwidersprochen online. Der Fall führte zu heftigen Kontroversen unter den Wikipedianern, wie das Lexikon zuverlässiger werden kann.
Politische Grabenkämpfe
Die Parteizentralen messen Wikipedia große Bedeutung zu - und legen daher oft selbst Hand an. 2007 wurde von einem Rechner der hessischen CDU-Zentrale aus der Eintrag über den grünen Landespolitiker Tarek Al-Wazir bearbeitet. Die Union verwies auf einen Praktikanten. Ein Jahr später versuchte ein unbekannter Autor, die US-Politikerin Sarah Palin in ein besseres Licht zu rücken, indem er die wenig schmeichelhafte Passage über ihren Spitznamen "Sarah Barracuda" löschte. Die Community sperrte den Eintrag zwischenzeitlich für Bearbeitungen.
Geschöntes Image
Auch Unternehmen haben immer wieder versucht, die Einträge über sich oder ihre Produkte zu schönen. Microsoft etwa löschte eine kritische Passage über die Fehleranfälligkeit seiner Spielkonsole Xbox 360. Der Ölkonzern Chevron-Texaco ließ gleich einen ganzen Text über Biodiesel verschwinden. Die Manipulationen fielen aber auf - ein Instrument namens Wikiscanner konnte die Veränderungen auf die Anbieter zurückführen.
Die kleinen Geschwister der Wikipedia
Bildersammlung und Zitate
Wikipedia hat Weltruhm erlangt, doch im Schatten des Mitmachlexikons gibt es etliche Projekte, die sich ebenfalls dem Aufbau freien Wissens verschrieben haben. Freiwillige sammeln Fotos, Grafiken und Landkarten, arbeiten an einem Wörterbuch und einer Zitatesammlung. Wie auch bei der Online-Enzyklopädie steckt die Wikimedia-Stiftung dahinter.
dpa
Wikimedia Commons
Wikimedia Commons ist eine Datenbank für Mediendateien - vor allem Fotos, aber auch Videos, Landkarten und Grafiken. Privatleute und öffentliche Einrichtungen haben mehr als 7,8 Millionen Dokumente zusammengetragen. Das Bundesarchiv stellte beispielsweise 100.000 historische Fotos zur deutschen Geschichte zur Verfügung. Aus diesem Fundus bebildern die Autoren ihre Wikipedia-Artikel. Grundsätzlich darf aber jeder die Dateien herunterladen und benutzen, auch kommerziell: Die freie Verwendung ist Voraussetzung dafür, dass die Community die Bilder akzeptiert.
Wikiquote
In Wikiquote sammeln die Nutzer Zitate von mehr oder weniger berühmten Persönlichkeiten. Mehr als 7500 Artikel gibt es dort mittlerweile, sortiert nach Personen, Themen oder auch Filmen - bekanntlich eine ergiebige Quelle für Bonmots. Zitate von Schriftstellern oder Buchautoren sind allerdings auf zehn pro Person beschränkt, aus urheberrechtlichen Gründen. Anders ist es bei Politikern und Sportlern. Franz Beckenbauer und Gerhard Schröder kommen ausführlich zu Wort.
Wiktionary
Das Wiktionary ist ein Lexikon, in dem die Nutzergemeinde Bedeutungen, Herkunft oder Aussprache von Wörtern zusammenträgt. Es gibt Einträge in 170 Sprachen, darunter Tibetisch und Rätoromanisch. Erwartungsgemäß am größten ist allerdings die englische Sektion mit mehr als zwei Millionen Einträgen. Das deutsche Wörterbuch hat mit 127.000 Einträgen locker Duden-Dicke erreicht. Das erste Wort auf Deutsch, eingetragen im April 2002: Metamorphose.
Wikiversity
Das jüngste Projekt der Wikimedia-Stiftung startete 2006 und heißt Wikiversity - eine Online-Plattform "zum gemeinschaftlichen Lernen, Lehren und Forschen". Studenten und Wissenschaftler sollen damit zusammenarbeiten können, ohne eine eigene technische Infrastruktur aufbauen zu müssen. Die virtuelle Universität ist allerdings relativ leer: Bislang gibt es 27.000 Artikel in zwölf Sprachen, in der deutschsprachigen Sektion sind nur rund 200 Nutzer angemeldet.


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