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Datenschutz: Daten von einer Million Facebook-Nutzer für fünf Dollar

Datenberge als Schnäppchen: Ein Blogger behauptet, für fünf Dollar insgesamt eine Million Daten von Facebook-Nutzern gekauft zu haben. Die Daten selbst finden sich aber auch anderswo im Internet - auf dubiosen Facebook-Seiten.

Facebook: Eine Million Daten, erhältlich für fünf Dollar Zur Großansicht
REUTERS

Facebook: Eine Million Daten, erhältlich für fünf Dollar

Bogomil Shopov ist ein Schnäppchenjäger - und der Deal, den er am 23. Oktober abgeschlossen haben will, der dürfte wohl einer seiner besten sein. Für den Preis von fünf Dollar will Shopov eine Million Daten gekauft haben; Daten von Facebook-Nutzern. Enthalten sind der Klarname, ein Link zum entsprechenden Facebook-Profil und die dazugehörige E-Mail-Adresse.

Shopov hat über den Fall in seinem Blog berichtet. Demzufolge hat er auf der Seite gigbucks.com das Angebot eines Nutzers namens "mertem" gesehen. Auf Gigbucks können Mitglieder ihre Dienste anbieten, für einen Betrag, der zwischen fünf oder 50 Dollar liegt. Der User "merten" verkauft dort eine Million Facebook-Daten für fünf Dollar. Auf der Seite angemeldet ist "merten" seit dem 15. Oktober. Außerdem im Angebot: Daten zu 310.000 Twitter-Profilen, ebenfalls für fünf Dollar.

Laut Selbstauskunft arbeitet "merten" für ein Unternehmen, das im sozialen Netzwerk mehrere Apps anbietet und so an die sensiblen Nutzerdaten kommt. Teile der Daten, für die Shopov fünf Dollar gezahlt hat, finden sich teilweise auch auf Facebook selbst. Auf Fanpages wurden die Daten offenbar veröffentlicht. Ob "mertem" die Daten von dort hat oder ein Kunde sie dort eingestellt hat, ist unklar.

Der Blogeintrag von Shopov verbreitet sich schnell, landet auf der Hauptseite von Reddit und schließlich auch bei Facebook. Das Unternehmen meldete sich, berichtet Shopov, daraufhin per Telefon und bat den Blogger, dem Unternehmen die Daten zu schicken und von seiner Festplatte zu löschen.

"Wir haben unsere Sicherheitsteams auf den Fall angesetzt und werden radikal gegen Fälle wie diese vorgehen", kommentierte eine Facebook-Sprecherin den Fall auf Anfrage.

hat

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Alternativen
rondon 26.10.2012
Facebook: Das neue Myspace! Zeit sich nach alternativen Netzwerken umzuschauen: Soziale Netzwerke (http://www.freitag.de/autoren/the-babyshambler/support-diaspora-2013-das-system-sind-wir)
2. na so was....
keksguru 27.10.2012
Facebook Klarnamen und dazugehörige Emailadressen sind aber nicht gerade "sensible" daten - wer aber die facebook-mailadresse eines mitgliedes oder einer gruppe kennt kann dort mit gefälschter Absendeadresse eines freundes oder gruppenmitgliedes z.B. spam verbreiten.... ein sicherheitsloch das man bei facebook selbst so nicht melden kann weil facebook sich auch beim melden von sicherheitslöchern sehr zugeknöpft gibt... bis es eines tags mal zu spät ist.
3. Namen müssen stimmen
GoBenn 27.10.2012
"mertem" oder "merten" liebe Redaktion? (Spende 5 Dollar an die Schlussredaktion)
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Soziale Netzwerke
Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...

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