Defcon-Konferenz Tesla will Sicherheits-Software als Open Source veröffentlichen

Elon Musk hofiert die Hacker: Auf der Sicherheitskonferenz Defcon verspricht er mehr Offenheit bei Tesla-Software - und Hilfe für Hacker, die auf der Suche nach Sicherheitslücken ihr Auto schrotten.

Cockpit eines Tesla Model S
CJ GUNTHER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Cockpit eines Tesla Model S


Auf der Defcon in Las Vegas treffen sich derzeit wieder Tausende Hacker aus der ganzen Welt, um über Computersicherheit zu diskutieren.

Im Rahmen der Konferenz hat Tesla-Gründer Elon Musk nun Änderungen bei der Sicherheits-Software seiner Autos angekündigt. Diese soll künftig als Open-Source-Software frei verfügbar sein, versprach Musk in einem Tweet. Auch andere Autobauer könnten sie also fortan kostenlos benutzen, schrieb Musk weiter.

Das Open-Source-Prinzip heißt, dass der Quellcode von Software kein Firmengeheimnis mehr ist, sondern auch für Dritte verfügbar. Diese dürfen die Software nicht nur ansehen, sondern auch verändern und meist kostenlos selbst benutzen. Der ursprüngliche Softwarebauer kann ebenfalls profitieren, weil der Code beispielsweise schneller weiterentwickelt wird und Fehler schneller gefunden werden.

Hacks führen nicht zu Garantieverfall

Außerdem möchte Musk offenbar Sicherheitsforscher verstärkt dazu ermutigen, die Sicherheit seiner Tesla-Systeme zu testen und hofiert die Experten mit neuen Zusicherungen. Wer beim Hacken keine kriminellen Absichten verfolgt, sondern gefundene Lücken ehrlich beim Hersteller meldet, soll möglichst keine Nachteile durch seine Entdeckung davontragen. Viele Unternehmen haben daher schon lange sogenannte "Bug Bounty"-Programme, über die rechtschaffene Hacker sogar Prämien für ihre gemeldeten Entdeckungen einstreichen können.

Tesla legt in seinen "Bug Bounty"-Richtlinien nun fest, dass Hacks, die die Autos des Herstellers beschädigen, nicht zu einem Verlust der Garantie führen. Stattdessen will der Autobauer bei Reparaturen helfen.

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Turbulenzen an der Börse

Musk kann Positivnachrichten derzeit gut gebrauchen. Per Tweet hatte der Tesla-Chef Überlegungen verbreitet, sein Unternehmen womöglich von der Börse zu nehmen. Unklar ist allerdings, ob er dafür die nötigen Mittel hat. Das könnte Ermittlungen nach sich ziehen.

Die US-Börsenaufsicht SEC habe sich bei Tesla erkundigt, ob die massiv kursbewegende Mitteilung den Tatsachen entspreche und warum sie über den Kurznachrichtendienst Twitter lanciert worden sei, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider.

Zudem haben Investoren Klagen eingereicht. Sie werfen Musk und seiner Firma unter anderem vor, den Tesla-Aktienkurs künstlich in die Höhe zu treiben. Zudem sei gegen die Auflagen der Börsenaufsicht SEC verstoßen worden.

gru



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