Datenskandal Elon Musk löscht offenbar Facebook-Seiten von Tesla und SpaceX

Multimilliardär Elon Musk fackelt nicht lange. Offenbar als Reaktion auf den Datenskandal hat er die Facebook-Auftritte seiner Firmen gelöscht. Ein Twitter-User hatte ihn dazu aufgefordert.

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Allem Anschein nach hat es Elon Musk nur 34 Minuten gekostet, 2,6 Millionen Facebook-Follower loszuwerden. Genau so viel Zeit verging nämlich zwischen der Aufforderung eines Twitter-Nutzers an den Firmenchef, die Präsenzen des Autoherstellers Tesla und der Raumfahrtfirma SpaceX aus dem sozialen Netzwerk zu entfernen und dem Verschwinden eben jener Seiten.

Angefangen hatte alles damit, dass Musk am Freitagmittag amerikanischer Zeit einen drei Tage alten Tweet des WhatsApp-Mitgründers Brian Acton kommentierte. Als Reaktion auf den Datenskandal bei Facebook hatte Acton, der mit dem Verkauf von WhatsApp an Facebook zum Milliardär wurde, geschrieben: "Es ist an der Zeit: #löschtfacebook".

Musk antwortete darauf, möglicherweise als Scherz gemeint: "Was ist Facebook?" Die Welle der Kommentare, die er damit auslöste, enthielt auch einen Tweet, der ihn herausfordern sollte: "Lösche die SpaceX-Seite von Facebook, wenn du Manns genug bist", forderte der Twitter-User mit dem Nutzernamen @serdarsprofile.

Musks Antwort ließ nicht lange auf sich warten: "Ich wusste nicht, dass es eine gibt. Mach ich."

Wenig später meldete sich ein weiterer Nutzer in dem Diskussionsstrang zu Wort, schob nach, dass auch die Facebook-Seite von Tesla gelöscht werden sollte. Die Reaktion des Tesla-Gründers: "Definitiv. Sieht sowieso lahm aus".

Spätestens bei dieser Antwort dürfte den Social-Media-Managern seiner Unternehmen die Luft weggeblieben sein. Schließlich waren die Seiten beider Unternehmen auf Facebook ausgesprochen erfolgreich, hatten Millionen Follower, die das Angebot laut "Techcrunch" sehr aktiv genutzt haben. Andere Unternehmen würden für eine derart treue Gefolgschaft Millionen zahlen.

Doch Elon Musk fackelte offenbar auch in diesem Fall nicht lange. Eine halbe Stunde nach der Herausforderung auf Twitter waren die beiden Facebook-Auftritte verschwunden, sie sind seitdem nicht mehr erreichbar. Die direkte Eingabe der jeweiligen Internetadressen führt nur noch zu einer Fehlermeldung: "Leider ist dieser Inhalt derzeit nicht verfügbar".

Eine offizielle Stellungnahme der beteiligten Unternehmen steht am Freitagabend allerdings ebenso aus wie eine klare Erklärung von Musk, ob er seine Mitarbeiter wirklich mit der Löschung der beiden Facebook-Auftritte beauftragt hat. Die Geschwindigkeit, mit der die Aktion vonstattenging, ist auf jeden Fall bemerkenswert. Sollte es sich als richtig erweisen, dass die Löschung von Musk ausging, dürfte es kaum ein anderes Unternehmen geben, das eine derart radikale Aktion derart schnell durchführen könnte.



insgesamt 42 Beiträge
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ramius1968 23.03.2018
1. Warum
sollte es kaum ein anderes Unternehmen geben, das eine derart radikale Aktion derart schnell durchführen könnte? Genaugenommen kann das jedes Unternehmen tun. Ist schließlich auch nichts sensationelles. Nur für Leute die Facebook mögen vielleicht. Was ist an dieser Aktion radikal?
iffelsine 23.03.2018
2. Alle Achtung !
So konsequent sollten auch andere Unternehmen sein. Er kommt zwar mit seiner Produktion dem Hype nicht hinterher, aber klare Kante steht ihm gut und hoffentlich schafft er es, seinen Bestellern auch etwas zu liefern.
shardan 23.03.2018
3. Ich mag Musk nicht
Genauer: Ich halte ihn für einen - durchaus nützlichen - Phantasten. Aber die Reaktion ist erstklassig - sie trifft den Punkt, wo es FB weh tut - und das ist gut so. Ähnliches gilt für die Werbung einiger Unternehmen, die nun ausbleibt. Allein es bleibt die Frage: Strohfeuer oder ist das "haltbar"? All zu oft haben sich Werbekäufer distanziert, um einige Wochen oder Monate ganz leise zurück zu schleichen. Das es kaum ein anderes Unternehmen gibt, das so schnell und gründlich durchgreifen kann, wage ich allerdings zu bezweifeln. Das Unternehmen will ich sehen, wo der oberste Boss so eine Löschung anordnet und die Order nicht prompt befolgt wird. Das andere das nicht tun, hat eher etwas mit Opportunität zu tun, gemeinhin unter dem Begriff "Kosten/Nutzenrechnung" verschleiert. Wenn ich allein höre, wie oft öffentliche und private Rundfunksender mit "Teilen Sie uns..... auf unserer facebookseite mit" agieren, könnte man dem Laden wohl sehr schnell Druck machen. Aber es ist eben nicht opportun. Genau so wenig werden sich unsere ach so erzürnten Politiker zu mehr als einem bösen "du,du" hinreißen lassen. Vielleicht braucht man das ja nochmal....
salomohn 23.03.2018
4. Respekt!
Der Tüp ist einfach der Coolste. Im Grunde wollen inzwischen viele Firmen FB löschen, trauen sich aber nicht. Musks aktuelle Zielgruppe nutzt FB noch, die nachwachsende jüngere Kundengeneration findet es eh "ein Biotop für alte Leute" (O-Ton einer Jugendlichen, die ich gut kenne). Pinterest, Snapchat & Co haben FB längst überholt. Ganz peinlich finde ich Satiriker und Satiresendungen, die darüber herziehen und facebook doch selbst weiter nutzen.
fehleinschätzung 23.03.2018
5. nur die Unternehmen?
Jeder sollte seinen Account löschen, nachdem er/sie/es mitbekommen hat, was das brisante an dem Datenskandal war und ist.
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