Frauen-Symbole Google-Mitarbeiter wollen weibliche Emojis

Frauen nutzen überdurchschnittlich oft Emojis, werden in Emojis bisher aber nicht in beruflichen Zusammenhängen dargestellt. Einige Google-Mitarbeiter wollen das ändern.

Zwei der vorgeschlagenen Emojis
Google

Zwei der vorgeschlagenen Emojis


Eine Gruppe von Google-Mitarbeitern hat eine Reihe neuer Emojis vorgeschlagen, die der Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt auf Computern, Tablets und Smartphones Ausdruck verleihen sollen. Am Dienstag präsentierte die Gruppe ihren Vorschlag dem Unicode Consortium, der maßgeblichen Organisation zur Standardisierung von Emojis. Gleichzeitig veröffentlichten sie ihren Vorschlag als PDF.

Die insgesamt 13 neuen Emojis sollen "Frauen in einer Reihe repräsentativer Berufe" darstellen, schreiben die vier Entwickler der Symbole. Sie hoffen, dass ihre Emojis "junge Mädchen motivieren werden und die zentrale Rolle widerspiegeln, die Frauen in der Welt spielen."

Schließlich, so die Autoren, würde Frauen Emojis intensiver nutzen als Männer. So habe das Branchenmagazin "Adweek" berichtet, dass Frauen in der Altersgruppe bis 30 die kleinen Symbole am häufigsten in ihrer Kommunikation verwenden.

Eben deshalb sei es nicht verwunderlich, dass immer öfter gefordert werde, Frauen in Berufen auch in Emojis realistischer darzustellen. Bisher sei das keinesfalls gegeben. Während Männer auch mal mit Bauhelm oder Polizeimütze in den Emoji-Listen auftauchen, werden Frauen eher als Prinzessin oder Braut dargestellt.

Verschiedene Emojis

Verschiedene Emojis

Die Vorschlagsliste der vier Google-Mitarbeiter umfasst deshalb 13 Berufe, die künftig auch von weiblichen Emojis repräsentiert werden sollen. Darunter Ärztin, Mechanikerin, Köchin, Wissenschaftlerin, Lehrerin und Software-Entwicklerin. Sogar für den Beruf des weiblichen Rockstars haben sie ein Emoji geschaffen.

Anders als gewohnt sollen die neuen Emojis nicht nur in einer einzigen Form nutzbar sein. Stattdessen sollen sie jeweils in einer männlichen und einer weiblichen Form bereitstehen und jeweils aus zwei Symbolen zusammengesetzt werden. Dass würde die Einführung auf unterschiedlichen Geräten leichter machen. Eine Frau in Kombination mit einem Äskulapstab ergibt demnach einen Ärztin, Ein Mann und ein Trecker werden zum Bauern. Dieses System betrifft aber Entwickler, nicht die Nutzer der Emojis.

Am Ende ihres Schreibens erklären die vier Autoren zudem, sie seien sich durchaus bewusst, dass es auch wichtig sei, alle Menschen in Emojis gleichwertig zu repräsentieren, egal ob sie sich mit einem bestimmten Geschlecht identifizieren oder nicht. Doch liege das nicht in ihrem Fokus. Sie bitten daher darum, die Frage einer geschlechtsneutralen Darstellung von Emojis unabhängig von ihrem Vorschlag zu diskutieren.

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insgesamt 8 Beiträge
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horstu 11.05.2016
1. Ausgrenzungsspirale
Das ist die Crux der vermeintlichen Inklusion: Bestenfalls kann man es niemandem recht machen, und im schlechtesten Fall wird neue Ausgrenzung geschaffen. Vorher galten fantasiegelbe, geschlechtsneutrale Emojis für alle Menschen - bis jemand auf die Idee kam, dahinter den angebliche Suprematismus weißer Männer zu wähnen. Nun will sich jeder und jede gesondert visualisiert sehen, was angesichts der Vielzahl der Hautfarbentöne, Berufsbilder und sonstigen Visualisierungsmöglichkeiten praktisch aber nicht nötig ist. Dies schafft eine neue gefühlte Ausgrenzung, die es vorher im generischen Modell nicht gab. Ein absurdes Modell, an dem sich Integrationsbeauftrage noch einige Generationen lang abarbeiten können, ohne jemals ans Ziel zu gelangen.
noalk 11.05.2016
2. diskriminierend
Die femininen Emojis zeigen allesamt langhaarige Köpfe. Diese Sicht ist eiseitig und diskriminiert kurzhaarige Frauen.
glutwidge 11.05.2016
3. Und was ist mit Transgender, oder...?
Intersexuelle Menschen werden damit wieder einmal ausgegrenzt. Außerdem haben die Emojis eine auffallend helle Hautfarbe. Emojis für dunkelhäutige Menschen (natürlich in den Ausführungen: männlich, weiblich, Transgender, intersexuell, usw.) sind dringend zu empfehlen. Desweiteren verweisen die Augen nur auf den europäisch / amerikanischen Typus. Benutzen etwa Fernasiaten (natürlich in den Ausführungen: männlich, weiblich, Transgender, intersexuell, usw.) keine Emojis? *Satire off*
phrasenmaeher 11.05.2016
4. Männer, auf die Barrikaden!
Wir tragen auch mal Bauhelm und Polizeimütze? Was ist mit den Kindergärtnern, den Jazz-Pianisten oder den Stuntmen? Und wo bleibt der Hipster mit akkuratem Dutt und Bart? Müssen sich einzelne Gruppen unseres Geschlechts eine derartige Emoji - Ausgrenzung gefallen lassen? Kommt schon, es wird doch ein paar kinderaffine, klavierspielende Hipster bei Google geben, die solche Missstände gnadenlos aufdecken und auch anpacken?
NewYork76 11.05.2016
5. Vielleicht....
Vielleicht sollte man einfach mal tief durchatmen statt dem Genderwahn zu verfallen. Dann kann man sich auch darauf besinnen welchen Sinn Emojis urspruenglich hatten: Eine Emotion oder einen Gemuetszustand zu kommunizieren, der in einem geschriebenen Text ansonsten vielleicht verloren ginge. (z.B. ein ironisches Augenzwinkern) Dafuer waren die urspruenglichen Emojis gut genug. Ich waere nie auf die Idee gekommen mir ueber das Geschlecht von :-) Gedanken zu machen. Aber wer keine Probleme hat, der macht sich offenbar welche...
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