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Ermittler-Software entschlüpft: Microsofts Schnüffel-Stick für jedermann

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Ein USB-Stick, der blitzschnell und automatisch Daten von einem Rechner abzieht: Für so manchen Computer-Besitzer ist das ein Alptraum. Microsoft verschenkt an Polizisten in aller Welt eine Software, die genau das tut - nun hat jemand das Programm übers Netz in Umlauf gebracht.

USB-Stick: Spezialsoftware zur polizeilichen Datensicherung ins Netz entschlüpft Zur Großansicht
Corbis

USB-Stick: Spezialsoftware zur polizeilichen Datensicherung ins Netz entschlüpft

Die Geschichte klingt so abenteuerlich, als habe sie sich ein Thriller-Autor ausgedacht: Ein internationaler IT-Konzern entwickelt ein Spezialwerkzeug für Strafverfolger, um Beweise auf den Rechnern Verdächtiger zu finden. Dieses Werkzeug verschenkt er an Behörden in aller Welt. Hacker und Möchtegern-Hacker lechzen gierig nach der streng geheimen Schnüffel-Software, loben Belohnungen für denjenigen aus, der sie beschafft. Und eines Tages passiert es dann wirklich: Die Software mit dem Spitznamen Cofee taucht in einer Datentauschbörse auf, über die normalerweise Musik oder Software verschoben wird.

Tatsächlich ist genau das geschehen: Eine Gruppe von Fachleuten bei Microsoft hat die Software namens Computer Online Forensic Evidence Extractor (Cofee) entwickelt, um Polizisten und anderen Strafverfolgern die Arbeit zu erleichtern. Jetzt kann sie sich nahezu jeder mit ein paar Klicks verschaffen. Microsoft ermittelt, um die undichte Stelle zu finden - die aber könnte fast überall auf der Welt sein.

Cofee funktioniert über einen USB-Stick: Installiert man die Software darauf und steckt den Stick dann in einen Rechner (mit dem richtigen Betriebssystem, aber dazu später), laufen eine Reihe von Programmen ab, die eine Menge Daten aus dem Computer extrahieren. Welche Programme und Prozesse gerade laufen beispielsweise, was das überhaupt für ein Rechner ist (Prozessortyp, Arbeitsspeicher etc.), wie die Netzwerkeinstellungen aussehen, welche Netzwerkadressen das Gerät hat und welcher Nutzer gerade darauf angemeldet ist.

Tauschbörsen-Administrator gerät ins Schwitzen

Der Zweck des Ganzen sei, erklärt Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner, "die Lücke zwischen den Kenntnissen krimineller Anwender und denen ermittelnder Beamter vor Ort zu schließen". Wenn Computer beschlagnahmt werden, müssen sie dazu üblicherweise ausgeschaltet werden, dabei aber wird oftmals bereits wertvolles Beweismaterial vernichtet. Cofee solle es auch Ermittlern ohne IT-Fachwissen ermöglichen, diese Beweise direkt vor Ort zu sichern.

Kostenlos verteilt wurde das Werkzeug über Interpol und eine US-Organisation namens National White Collar Crime Center (NW3C) - und zwar ausschließlich an Strafverfolger in "weltweit 187 Ländern", wie Microsoft auf seiner Cofee-Website mitteilt. US-Zeitungen zufolge bekamen auch deutsche Polizisten Cofee - Anfragen bei entsprechenden Stellen, etwa dem Bundeskriminalamt, blieben bislang unbeantwortet.

Nun ist dieses Werkzeug also in der freien Wildbahn angekommen - was sogar die in der Regel hartgesottenen Betreiber von Filesharing-Plattformen ein bisschen ins Schwitzen brachte. Mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Angst schrieb ein Administrator einer Tauschbörsen-Website ins eigene Forum: "Einer unserer Nutzer hat es tatsächlich getan. Er hat sich eine Kopie von Cofee verschafft und sie hier hochgeladen. Der Erfindungsreichtum unserer Nutzer verblüfft uns stets aufs Neue." Man habe sich, so der Administrator weiter, "das Programm, seine Quelle und die potentiellen Konsequenzen für unsere Seite und die Nutzer genau angesehen" und habe sich dann entschieden, die entsprechende Bittorrent-Datei zu löschen. Mit jedem erneuten Upload werde das gleiche geschehen.

Angst vor dem USB-Stick des Reinigungspersonals?

Wohlgemerkt: Auf dieser Plattform sind Tausende von Bittorrent-Dateien zu finden, die allesamt zu illegalen Kopien urheberrechtlich geschützter Dateien (vor allem Musikdateien) führen. Angst vor dem kriminellen Akt an sich hatten die Betreiber also nicht. Das wurde auch in dem entsprechenden Beitrag betont: "Dies ist eine einmalige Entscheidung in einer einzigartigen Situation. So etwas werden wir mit anderen Torrents oder Anfragen nie tun." Aber mit Strafverfolgungsbehörden und womöglich Geheimdiensten wollte man sich dann offenbar doch nicht anlegen.

Doch da war es längst zu spät. Kopien von Cofee sind auf verschiedensten Bittorrent-Seiten zu finden und einfach herunterzuladen. Eigentlich ein Schreckensszenario: Kann sich nun jeder die Möglichkeit verschaffen, mit Hilfe eines simplen USB-Sticks für ein paar Euro in Windeseile Geheimnisse aus fremden Computern zu extrahieren? Muss künftig jeder seinen PC vor Reinigungskräften, Handwerkern und Babysittern wegschließen, damit die nicht blitzschnell private Daten heraussaugen und in der Hosentasche nach Hause tragen können?

IT-Sicherheitspublikationen haben die Software mittlerweile getestet und sind zu einem verblüffenden Schluss gekommen: Eigentlich ist Cofee geradezu harmlos. Die Sicherheitsexperten des Heise-Verlages, der auch das Fachblatt "ct" herausgibt, kommen beispielsweise zu dem Schluss, Cofee halte "für Computer-Profis wenig Überraschendes bereit". " Heise Security" weiter: "Raffinierte Tools, um etwa gelöschte Dateien oder anderweitig versteckte Informationen wiederherzustellen fanden sich nicht in der Sammlung. Der eigentliche Mehrwert liegt in der einfachen Bedienbarkeit und dem Schwerpunkt darauf, Beweise zu erheben, die auch vor Gericht stand halten." Cofee kopiert - in der Ursprungsversion - keine Dateien, liest keine Passwörter aus und hinterlässt keine Spuren.

Ausbau der Software mit Add-ons aus dunklen Quellen?

Auch Microsoft-Sprecher Baumgärtner versichert, die Tatsache, dass Cofee nun nahezu frei zugänglich sei, stelle "keine zusätzliche Bedrohung" dar. "Spezialisierte Hacker" hätten "auch sonst Zugriff auf diese Tools".

Tatsächlich ist die Software in erster Linie eine besonders bequeme Möglichkeit, viele Analyse-Werkzeuge direkt hintereinander ablaufen zu lassen und ihre Ergebnisse gebündelt in eine Datei auf dem jeweiligen USB-Stick zu schreiben. SPIEGEL ONLINE liegt die vollständige Dokumentation zur Software vor - sie zeigt, dass in der Standardversion über 40 verschiedene Werkzeuge enthalten sind, die eine ganze Reihe von Informationen über installierte und momentan laufende Programme, über Netzwerkeinstellungen und aktive Prozesse erfassen. Wirklich Geheimes wie Passwörter oder etwa den aktuellen Inhalt des gesamten Arbeitsspeichers erfasst Cofee in dieser Basisversion wohl nicht.

Die Software lässt sich jedoch ausbauen: Bei den mehr als 40 integrierten Progrämmchen (von denen viele zum Systemumfang von Windows selbst gehören) muss es nicht bleiben. Man müsste Cofee nur um weitere, etwa aus dunklen Quellen im Netz gesammelte Schnüffel-Software erweitern, um den Rechner etwa automatisch nach unverschlüsselten, beispielsweise im Web-Browser gespeicherten Passwörtern zu durchsuchen.

Die jetzt in Umlauf gebrachte Version aber kann das nicht - und sie funktioniert auch beileibe nicht bei jedem Rechner. Heise.de und der SPIEGEL ONLINE vorliegenden Dokumentation zufolge reicht Cofees Funktionsumfang nur für Windows XP - Rechner mit Windows Vista oder gar dem neuen Windows 7 ließen sich damit nicht durchsuchen, von Apple Macs oder Linux-Computern ganz zu schweigen.

Gefährlich werden könnte Cofee aber trotzdem - für diejenigen, die sich nun aus Neugier oder anderen Motiven eine Kopie davon besorgen möchten. Microsoft-Sprecher Baumgärtner zufolge kursieren in Tauschbörsen bereits modifizierte Versionen der Software - und in einer davon könnte sich irgendwann durchaus auch ein gemeines Stück Schadcode verstecken. All die vielen kleinen Progrämmchen, die vom USB-Stick aus den Rechner durchkämmen, sind .exe-Files, also ausführbare Dateien. Darunter eine bösartige zu verstecken, die im Anschluss beispielsweise Tastenanschläge des Nutzers protokolliert oder andere unerwünschte Aktivität entfaltet, wäre für einen Virenprogrammierer ein Leichtes. Es ist daher dringend zu empfehlen, von Cofee lieber die Finger zu lassen - und den Umgang mit solchen Speichersticks auch weiterhin Polizisten bei der Tatortsicherung zu überlassen.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 81 Beiträge
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1. aha....
Realo, 13.11.2009
>>Es ist daher dringend zu empfehlen, von Cofee lieber die Finger zu lassen - und den Umgang mit solchen Speichersticks auch weiterhin Polizisten bei der Tatortsicherung zu überlassen.
2. Unverschämtheit
jancker 13.11.2009
Es ist eine Umverschämtheit, die sich Microsoft wieder mit seinen Nutzern erlaubt hat und die die Unsicherheit von Microsoft-Betriebssystemen deutlich vor Augen führt. Konsequenz: Linux verwenden wo es nur geht!
3. schnell und USB - das passt nicht
Crom 13.11.2009
Blitzschnell? Dann sollen die so'n USB-Stick mal an eine USB1.1.-Schnittstelle anschließen, da geht nix "schnell". Auch bei USB2.0 ist die Datenübertragung nicht so berauschend, dass man von "blitzschnell" sprechen kann.
4. Typisch Amis...
Knütterer, 13.11.2009
Zitat von sysopEin USB-Stick, der blitzschnell und automatisch Daten von einem Rechner abzieht: Für so manchen Computer-Besitzer ist das ein Albtraum. Microsoft verschenkt an Polizisten in aller Welt eine Software, die genau das tut - nun hat jemand das Programm übers Netz in Umlauf gebracht. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,661182,00.html
... und typisch Microsoft, möchte man da mit einem knurren in der Stimme sagen! Wie schön, dass mein iMAC nun gar keine Software von WINDOOF mag ;-)
5. Big Brother is watching you
Nikolai C.C. 13.11.2009
es ist das ewige Rennen zwischen Hase und Igel....welche Gesellschaft streben wir eigentlich an? Die Provider müssen 6 Monate die Vorratsdatenspeicherung gewährleisten, über Handy werden wir geortet, es wird ein Bundestrojaner entwickelt. Lasst mich mal träumen, wenn diese ganze Energie (und Gegenenergie) mal positiv eingesetzt werden würde. Wir alle, und der Staat, eine Gesellschaft anstreben würden, bei der eine permanente Überwachung unnötig wird...Stasi-Zeiten brauchen wir eigentlich nicht noch einmal, oder? Ich investiere seit einem Jahr meine Energie und mein Geld in ein gemeinnütziges, internationales Projekt, Menschen ab 65 erzählen aus ihrer Jugend, von den Wünschen, Träumen und Erfahrungen vor einer Videokamera, und dies lässt sich im Web anschauen. Eine Art "Youtube" für Senioren, Kids können ihre Großeltern filmen und dies hochladen, siehe http://www.memoro.org/de-de/ oder ich filme die Menschen. Nun suchen wir noch Fundraisingmöglichkeiten und/oder auch Firmen, die ehemalige Mitarbeiter zu Wort kommen lassen. Also vielleicht sollten wir alle mal etwas umdenken!? Sollen sie doch auf meinem Rechner nachschauen, "wenn es der Wahrheitsfindung dient", oder so :-). Danke für die Aufmerksamkeit!
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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