USA und Kanada Erpresser schicken Hunderte Bombendrohungen per E-Mail

Mehrere Schulen und Firmen, ein Rathaus, ein Gericht und eine U-Bahn-Station sind in den USA und in Kanada nach einer Bombendrohung evakuiert worden. Die Erpresser verlangten Lösegeld in Bitcoin.

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imago/ ZUMA Press

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Eine neue Welle von Spam hat am Donnerstag vor allem in den USA Angst ausgelöst: Hunderte Schulen, Firmen und Regierungseinrichtungen erhielten von Kriminellen Drohungen per E-Mail. Eine Bombe sei im Gebäude platziert und werde nur dann nicht explodieren, wenn die Opfer ein Lösegeld zahlten, hieß es. Allerdings wurde in keinem der Fälle Sprengstoff gefunden, Strafverfolger halten die Drohung für nicht glaubwürdig.

Die in holprigem Englisch verfasste Erpresserbotschaft erreichte Schulen, Firmen, Krankenhäuser und Redaktionen. 20.000 Dollar in Bitcoin sollten die Adressaten zahlen, stand darin, und zwar so rasch wie möglich.

Die Antiterroreinheit der New Yorker Polizei bestätigte, dass es mehrere solcher Drohungen in der Stadt und auch in anderen Teilen des Landes gegeben habe. Sie seien allerdings als nicht glaubhaft anzusehen, so die Polizisten.

Auch Strafverfolger aus Florida und Idaho sagten, es gebe keinen Grund zur Annahme, dass an den Drohungen etwas dran sei. Eine der Mails ist laut einem Polizisten in Idaho sogar vom Spam-Filter aussortiert worden.

Mehrere Schulen in den USA waren evakuiert oder früher geschlossen worden, nachdem die E-Mail eingetroffen war. Die Pennsylvania State University warnte ihre Studenten per Textnachricht, dass mehrere Gebäude auf dem Campus bedroht seien - und gab später Entwarnung, die Bedrohung sei wohl Teil eines "nationales Hoax". Auch ein Rathaus in Illinois, ein Gericht in Atlanta, eine Redaktion in North Carolina und mehrere Firmen in Detroit wurden sicherheitshalber evakuiert.

Der groß angelegte Streuangriff traf nicht nur Opfer in den USA, sondern auch in anderen Teilen der englischsprachigen Welt, etwa Neuseeland und Kanada. In Toronto wurde wegen der Drohung eine U-Bahn-Station kurzzeitig geräumt.

juh/AP



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archi47 14.12.2018
1. Hier bin ich für Durchgreifen und Transparenz
Wer fast täglich Ransommails in seinem Posteingang hat, der kann das Hineinzwingen aller Leitungskommunikation ins Nadelöhr Internet nur mit Kopfschütteln quittieren. Jetzt haben wir nicht nur die internationalen Dienste von USA, China, GB und Rußland auch im Telefondraht, sondern auch noch diese Figuren. Eine Redundanz zum Internet ist nirgendwo mehr mehr gegeben. Außer man übermittelt die Nachricht persönlich, aber das wird auch schon an einer flächendeckenden Gesichtserkennung gearbeitet. Orwell konnte das gar nicht alles erahnen, was heute schon Wirklichkeit ist. Umso wichtiger ist, dass dieses keine gesetzesfreier Raum bleiben darf und dass strafbewehrte Sanktionen diejenigen erwarten muß, die die Netzkommunikation für kriminielle Zwecke nutzen. Die Politik hat genug und viel zu tun. Machen wir Druck.
In Kognito 14.12.2018
2. Panikmache und Ahnungslosigkeit!
Einfache "Plausibilitätsprüfungen" zu solchen Mails und 99% kann man gleich in die Tonne treten. Setzt aber voraus, "man" hat wenigstens etwas Ahnung, wie solche Nachrichten zu "analysieren" sind.# Ansonsten scheint da aber so eine Welle zu laufen, nicht nur in den USA und Kanada.# Habe alleine Dienstg an meine Firmenadresse 2 "Erpressungsmails" mit angedrohten Veräffendlichungen zu "unbemerkten Pornoaufnahmen durch meine Web-Kamera", eine in englisch und eine deutsch (als Ultimatum mit Bezug auf die erste), dass ich unbedingt 1000 EUR in BC zu überweisen habe, mit Kursangabe und Webadresse.# "Erpresser" konnte nur nicht wissen, dass mein Firmenrechner nur mit externer WebäKamera arbeitet, die nur zu Video-Konferenzen angesteckt und eingeschaltet wird.# Damit - keine Plausibilität.
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