Schwarzmarkt Silk Road: Online Drogen geordert, offline verhaftet

In Melbourne ist erstmals ein Mann wegen Drogenhandels auf dem Internetportal Silk Road verurteilt worden. Der Online-Marktplatz ist ein beliebter Umschlagplatz für illegale Substanzen. Der Mann kaufte unter anderem Kokain und MDMA - auch in Deutschland.

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Virtueller Schwarzmarkt: Silk Road ist bei Drogenhändlern sehr beliebt

Melbourne - Ein Australier ist wegen Drogenhandels über den Online Marktplatz Silk Road verurteilt worden. Er soll auf dem nur über einen Anonymisierungsdienst erreichbaren Marktplatz insgesamt elfmal illegale Substanzen gekauft haben, darunter Marihuana, Kokain, Amphetamine und MDMA. Im Prozess in Melbourne bekannte er sich in nur zwei Fällen schuldig, wie die australische Zeitung "The Age" berichtet. Nun drohen ihm bis zu 25 Jahre Haft.

Silk Road ist eine Art digitaler Schwarzmarkt, auf dem anonym Waren ge- und verkauft werden können. Ihre Identität verschleiern die User mit Hilfe des Anonymisierungsdienstes Tor ("the onion router"), bezahlen können sie mit der virtuellen Währung Bitcoin. Die Betreiber kontrollieren kaum, womit auf Silk Road gehandelt wird, was die Seite bei Drogendealern sehr beliebt macht. Laut einer Studie der Carnegie Mellon University in Pittsburgh werden auf Silk Road monatlich Waren im Wert von umgerechnet etwa 1,4 Millionen Euro umgeschlagen.

Bevor der Mann festgenommen wurde, fing der australische Zoll mehrmals seine Post ab. In Paketen, die größtenteils aus Deutschland und den Niederlanden stammten, stellten die Beamten 47 Gramm MDMA und 17 Gramm Kokain sicher. Bei einer Razzia in seinem Haus fand die Bundespolizei außerdem Dealer-Utensilien wie Waagen und Plastiktütchen, umgerechnet 1800 Euro Bargeld sowie mehrere Elektroschockpistolen. Beweise lieferte aber auch das Silk-Road-Profil des Verdächtigen: Er verkaufe Kokain und Speed, schrieb er dort unter dem Pseudonym "Shadh1", wolle sein Angebot aber erweitern, "wenn ich etwas mehr Geld in der Tasche habe".

tib

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