Erweiterung: Twitter integriert Bilder-Funktion

Praktisch für die Nutzer: In Zusammenarbeit mit Photobucket bietet Twitter eine einfache Funktion zum Teilen von Bildern an. Bisher hatten unabhängige Anbieter diesen Service übernommen - für sie bedeutet der Schritt eine Niederlage.

Raubbau: Twitter integriert Bilder-Funktion Fotos

Hamburg - Nun also auch noch Bilder: Twitter hat sein Web-Interface um eine Funktion erweitert, mit der sich Fotos hochladen und über einen kurzen Link verschicken lassen. Angekündigt hatte das Unternehmen diesen Schritt bereits im Juni. Dazu arbeitet Twitter mit der Foto-Plattform Photobucket zusammen. Bisher musste Twitter-Nutzer zum Bildertausch auf unabhängige Dienste wie Twitpic, Yfrog oder img.ly zurückgreifen - für sie ist die offizielle Präferenz von Twitter für einen Konkurrenten eine Schlappe.

Der Kurznachrichten-Dienst Twitter war lange Zeit eben nur das: Eine Plattform für 140 Zeichen lange Nachrichten. Eine offene Schnittstelle ermöglichte es unabhängigen Unternehmen, für Twitter Programme, sogenannte Clients, und zusätzliche Funktionen zu entwickeln. So entstanden diverse Anwendungen für Computer und Smartphones sowie Plug-ins für Browser. Nützliche Dienste kürzten lange Web-Adressen zusammen, so dass sie neben einer Nachricht Platz in einer Twitter-Nachricht fanden. Mehrere Foto-Dienste spezialisierte sich auf den schnellen Bildertausch via Twitter.

Ein regelrechtes Ökosystem konnte sich entwicklen: Twitter sorgte für die Infrastruktur, diverse Unternehmen bauten darauf auf. Im vergangenen Jahr begann dann der Kurswechsel: Zunächst begann das Unternehmen, sich erfolgreich Twitter-Clients einzuverleiben. Tweetie, eine Anwendung für Mac-Rechner und iPhones, wurde im Mai 2010 übernommen, ein Jahr später TweetDeck aufgekauft. Die Botschaft an die Entwickler: Konzentriert euch auf neue Funktionen, um Plattform und Clients kümmern wir uns selbst. Mit der exklusiven Partnerschaft mit Photobucket dürfte Twitter erneut Drittanbieter verärgern.

Die Übername von Clients und Funktionen hat mit der Suche nach Erlösquellen zu tun: Twitter beschäftigt mittlerweile rund 600 Mitarbeiter und bietet einen Dienst für 200 Millionen Nutzer an, verdient daran bisher aber nicht. Der Jahresumsatz soll 2010 rund 45 Millionen Dollar betragen haben - laut "Wall Street Journal" aufgrund der hohen Kosten für Rechenzentren und Neueinstellungen ein Verlustgeschäft. Mit Anzeigenwerbung soll das Unternehmen in die Gewinnzone geführt werden. Werbekunden können Botschaften an die Nutzer buchen und Accounts auf der Startseite bewerben.

Die penetrante Einblendung von Werbung in der iPhone-App stellte Twitter nach einem Protestaufschrei der Nutzer im März dieses Jahres allerdings vorerst wieder ein. Weil viele Nutzer Twitter über ihr Smartphone verwenden und der Anwendung den Zugriff auf ihre Standort-Information ermöglichen, hat das Unternehmen bereits eine neue Idee: Lokale Händler und Firmen sollen künftig Werbung schalten können.

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Twitter
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zu Deutsch zwitschern oder schnattern, ermöglicht es, kurze Textnachrichten als Mikroblog per SMS, Instant Messaging oder Web-Oberfläche zu veröffentlichen. Andere Nutzer können diese Meldung beispielsweise mit ihrem Mobiltelefon oder RSS-Reader verfogen. Der Dienst heißt Twitter, die SMS-ähnlichen Nachrichten Tweets. mehr zu Twitter auf der Themenseite
Geschäft
Twitter hat bislang kein Erlösmodell. Im Gespräch sind Werbung oder kostenpflichtige Twitter-Accounts für Unternehmen. Ende 2008 lehnte CEO Evan Williams ein Übernahmeangebot über 500 Millionen Dollar von Facebook ab. Akute Geldsorgen hat die Firma dennoch nicht - 55 Millionen US-Dollar Risikokapital hat das Unternehmen seit Gründung erhalten, zuletzt brachte eine Finanzierungsrunde noch einmal 35 Millionen US-Dollar.
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