EU-Beschluss Die "EU"-Domain kommt im nächsten Jahr

Braucht Europa eine eigene "Endung"? Und wie soll man damit umgehen, wer soll sie verwalten? Das sind hoch komplizierte Fragen, über die die EU-Gremien seit Jahren beraten. Jetzt gibt es Resultate.


Luxemburg - Die EU-Telekommunikationsminister haben sich auf die Einrichtung der neuen Top Level Domain ".eu" geeinigt. Bei ihrem Treffen in Luxemburg beschlossen die Minister, Anbietern von Dienstleistungen und Informationen mit der neuen Endung für Internetadressen die Möglichkeit einer "klareren europäischen Identität" zu geben.

Zu der Entscheidung soll nun noch das Europäische Parlament Stellung nehmen. Nach Angaben des zuständigen EU-Kommissars Erkki Liikanen könnte eine abschließende Entscheidung noch in diesem Jahr fallen. Mit der Registrierung von ".eu"-Adressen könne dann voraussichtlich mit dem kommenden Jahr begonnen werden

Die Wirtschaft in Europa bekundet seit Jahren ein starkes Interesse an der ".eu"-Domain. Damit könnte ein Namensraum geschaffen werden, der sich klar von der dominanten ".com"-Domain absetzt.

Im Gegensatz zu den kürzlich von der Icann eingeführten Top-Level-Domains ".biz" und ".info" entstünde durch die ".eu"-Domain darüber hinaus wirklich neuer Namensraum. Während abzusehen ist, dass sich die Halter von ".com"-Adressen zum Beispiel die entsprechenden (und damit fast obsoleten) ".biz"-Adressen doppelregistrieren werden, würde das bei einer so klar regional orientierten Domain wie ".eu" kaum Sinn machen. Durch das Führen einer klaren "Herkunftsbezeichnung" in der Web-Adresse erhoffen sich europäische Firmen bessere Chancen im E-Commerce.



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