EU-Kommission Schluss mit dem Druckertinten-Wucher

Zwei Druckerpatronen, rechnet die EU-Kommission vor, kosten so viel wie ein Drucker. Dabei gäbe es ja billigere Alternativen, aber die passten oft nicht in die Geräte. Dafür, sagt Kommissar Mario Monti, sorgen die Tinten-Hersteller - und das gibt Ärger.


Überteuerte Tinte: Mario Monti wittert Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung
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Überteuerte Tinte: Mario Monti wittert Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hat den Markt für Computer-Drucker und die dazugehörigen Ersatz-Patronen ins Visier genommen. "Wir wollen das im Detail untersuchen", sagte Monti bei einer Wettbewerbskonferenz in Brüssel. Europas oberster Wettbewerbshüter ließ offen, ob er dazu förmliche Wettbewerbsverfahren eröffnen will.

"Das ist ein wichtiger Markt für die Wirtschaft im Allgemeinen und für die Verbraucher", sagte Monti. Der Sektor sei "relativ konzentriert" - es gibt nur wenige Anbieter. Da liegt der Verdacht eines Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung nahe.

Die Hersteller bringen ihre Drucker zu günstigen Preisen auf den Markt und verdienen das Geld vor allem mit dem Verkauf der Ersatz-Patronen. Dabei versuchen sie, den Verbraucher zum Einsatz der teureren Marken-Patronen statt billigerer Nachbildungen zu drängen.

Und das zum Teil mit gerichtlichen Mitteln: Der japanische Druckerhersteller Canon hatte Mitte April vor dem Landgericht Düsseldorf die Firma Pelikan verklagt, weil sie preiswertere Patronen für Drucker der Firma auf den Markt gebracht hatte. Canon berief sich dabei auf das Patentrecht.



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