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Extraterrestrische Phänomene: Die Suche nach Außerirdischen im Web

Von Jeannette Villachica

Außerirdische und UFOs waren und sind Gegenstand unzähliger Spekulationen und unterschiedlichster wissenschaftlicher Forschungen - im Grunde jedoch immer noch Glaubenssache. Im Internet tummeln sich Science-Fiction-Fans ebenso wie seriöse Forschergruppen oder Gegner des Übersinnlichen-Kults.

Keine Bedrohung: Spätestens seit den siebziger Jahren warten Millionen Menschen sehnsüchtig auf die Heilsbringer aus dem All
Columbia Pictures

Keine Bedrohung: Spätestens seit den siebziger Jahren warten Millionen Menschen sehnsüchtig auf die Heilsbringer aus dem All

Vor 40 Jahren, am 8. April 1960, startete der amerikanische Astronom Frank Drake sein Projekt Ozma, benannt nach der Prinzessin aus dem Märchen "Der Zauberer von Oz". Ein Jahr bevor Jurij Gagarin als erster Mensch ins All flog richtete Drake ein Radioteleskop auf zwei Sterne, um festzustellen, ob von ihnen Signale wie in der Telekommunikation der Erde ausgehen. Die Grundüberlegung dabei war, dass Radiowellen auch im All das effektivste Mittel der Kommunikation seien. Die Suche nach ihnen könnte damit auch der beste Weg sein, um intelligentes Leben außerhalb der Erde nachzuweisen.

Hiermit begann die systematische Erforschung außerirdischer Intelligenz (Search for Extraterrestrial Intelligence - SETI). Die Neuentwicklung größerer und leistungsfähigerer Teleskope erlaubte erstmals, mögliche Radiowellen von den nächstgelegenen Sternen zu empfangen, wenn sie dort mit derselben Stärke wie auf der Erde ausgestrahlt wurden. Dieses erste Experiment führte zu inzwischen mehr als 60 SETI-Projekten, darunter einigen unter Beteiligung der NASA und mehreren Experimenten in der früheren Sowjetunion.

An der Auswertung der Daten, die von den SETI-Teleskopen empfangen werden, kann sich jeder beteiligen, der einen Internetanschluss besitzt. Ein kleines Programm von SETI, das wie eine Art Bildschirmschoner arbeitet, wenn der Rechner gerade mal nichts zu tun hat, versorgt diesen mit Daten vom SETI-Zentralrechner und schickt sie nach der Auswertung wieder automatisch zurück. Das Projekt nennt sich seti@Home, und das Programm ist über die Web-Seite zu erhalten. Bis zum Februar dieses Jahres beteiligten sich daran immerhin 1,6 Millionen Menschen in 224 Ländern. Für deutschsprachige SETI-Anhänger gibt es neben zahlreichen regionalen auch eine deutsche Site.

Forscher und Laien finden im Internet neben den SETI-Seiten unterschiedlichste Inhalte: Berichte über UFO-Sichtungen, sowie irdische und außerirdische Mysterien, "authentische" Berichte von Augenzeugen und Linklisten zu Magazinen, Verlagen und Organisationen. Zur Unterhaltung gibt es Foto- und Video-Sammlungen und Spiele-Sites, zum Beispiel das Spiel zur Science-Fiction-Serie "Akte X".

Aber nicht jeder glaubt an menschliches Leben auf anderen Planeten. Skeptiker und Satiriker haben ihr Forum zum Beispiel auf der Website der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.". Die GWUP gibt vierteljährlich den "Skeptiker" heraus, eine "Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken". Ausserdem vergibt sie jedes Jahr am 1. April den "Verbogenen Löffel" für die peinlichste pseudowissenschaftliche oder esoterische Simpelei. Zweifler treffen sich auch auf der Site des Alien Parson Project, das allerdings nur zu empfehlen ist, wenn man dazu bereit ist, sich den Machern der Site bedingungslos zu unterwerfen.

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