Neue Facebook-Funktion Mitglieder können Nachlassverwalter benennen

Facebook gibt Angehörigen künftig die Möglichkeit, die Profile verstorbener Nutzer weiterzuführen. So können ausgewählte Personen Fotos veröffentlichen und ältere Postings herunterladen.

Facebook-Logo: Regelung für den digitalen Nachlass
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Facebook-Logo: Regelung für den digitalen Nachlass


Facebook will Angehörigen die Pflege von Profilen nach dem Tod von Nutzern des weltgrößten sozialen Netzwerks erleichtern. Vorerst nur in den USA können Mitglieder künftig eine Art digitalen Nachlassverwalter benennen. Diese Freunde oder Verwandten werden das Profil weiterführen können, erklärte Facebook am Donnerstag. Außerdem will sich das Netzwerk bemühen zu verhindern, dass ein verstorbener Nutzer anderen als Freund vorgeschlagen wird.

Bisher wurden die Accounts beim Tod eines Nutzers eingefroren. Das führte zu Kritik von Angehörigen, die stattdessen gern so etwas wie eine Gedenkstätte im Netz einrichten wollten. Alternativ kann man das Profil auch komplett löschen lassen.

Die Vertrauenspersonen werden Einträge in den Facebook-Profilen Verstorbener schreiben, Fotos hochladen sowie mit vorheriger Erlaubnis auch frühere Bilder und Einträge herunterladen können. Die privaten Nachrichten könnten dabei nicht eingesehen werden, betont Facebook, außerdem würden die Angehörigen nicht im Namen des Toten auftreten.

Das Thema tote Facebook-Nutzer war im Dezember von vielen Medien aufgegriffen worden. Damals hatte sich das Unternehmen entschuldigt, weil es einem Nutzer dessen einige Monate zuvor gestorbene Tochter als Titelbild eines automatisch generierten Jahresrückblicks gezeigt hatte. Der Rückblick enthielt Partyfotos und aufmunternde Sprüche.

mbö/dpa/AP



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insgesamt 5 Beiträge
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hessekaja 12.02.2015
1. Viele gingen schon diesen Weg
Ich hoffe ich überlebe Facebook...
urmedanwalt 13.02.2015
2. ein großes Thema,
aber bislang von den eher jungen Nutzern sozialer Medien verdrängt: Der digitale Nachlass. Das fängt schon mit nach dem Tod des Nutzers verwaisten e-mail-accounts an, weil die Erben das Password nicht kennen, oder auch mit Notebooks oder smartphones, auf deren Inhalt keiner mehr zugreifen kann. Fingerprint scans machen das noch komplizierter. Bankkonten, Mitgliedschaften etc. können nicht mehr überprüft werden. Eine Welle rechtlicher und praktischer Probleme wird auf die Hinterbliebenen zukommen. Eine praktikable Lösung ist nicht in Sicht.
redbayer 13.02.2015
3. Facebook, sehr lobenswert
sich dem Bedürfnis von Nutzern anzupassen. Es ist schon lange überfällig, dass Netzpräsenzen von Einzelpersonen, aber auch Organisationen als virtuelles Individuum anerkannt werden und damit auch ein Recht auf das Nicht-Vergessen haben. Viele Netznutzer agieren ja als Avatar (unter "Künstler Namen") mit eigener (neuer) Persönlichkeit. Da ist es gut, wenn für den Nachlass bzw. die Weiterführung des Accounts eine Regelung vorliegt (ähnlich Organspendeausweis).
effex 13.02.2015
4. Gutes Feature
Das ist ein gutes Feature, das global ausgerollt werden sollte. Dass verstorbene User nicht mehr als Freundvorschlag auftauchen, ist auch löblich. Auf einem anderen Blatt steht jedoch, nicht uninteressant, wie viel Geld Facebook damit verdient, Profilen verstorbener User bezahlte Werbung anzuzeigen... Soll nicht pietätlos klingen. Ich habe meines Wissens tatsächlich keine Profile Verstorbener in meiner Freundesliste. Klopfaufholz. Aber alternativ kann man seine Logins ja auch dokumentieren, damit Angehörige im Falle eines Dahinscheidens auch selbst Zugriff haben.
muehle79 13.02.2015
5. Nun.
Woher weiß denn Facebook, dass der Nutzer tot ist? Weil er sich so und so lange nicht eingeloggt hat? Weil er nicht auf eine geschickte E-Mail reagiert? Weil Freunde Nachrichten mit ihrem Bedauern auf das dann unkontrollierte Profil schicken? Die Voraussetzungen, unter denen Profile als "Freunde" sind doch andere, da geht es um gemeinsame Interessen oder eine gewisse örtliche Nähe oder gemeinsame Freunde, weshalb man gefragt wird, ob man diesen oder jenen kennt? Ja, und wenn Eltern im Jahresrückblick Bilder ihrer Kinder angezeigt bekommen, mit denen sie auf Facebook "befreundet" sind, ist das auch "normal". Aber es ist richtig, betrifft aber nicht nur Facebook, sondern sämtliche Netzaktivitäten und Accounts, dass es schwierig ist, diese für einen Verstorbenen aufzuräumen. Die Unternehmen müssen hier selbst inaktive Nutzer regelmäßig rauswerfen und auch einmal zugestimmten Newsletterempfängen sollte nach einer gewissen Zeit mal ein Ende gesetzt werden. Es reicht ja, alle halbe Jahr mal nachzufragen, ob man das noch will? Keine Antwort? Alles klar, E-Mail wird aus dem Verteiler gelöscht.
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