Online-Anzeigen Facebook sagt Adblockern den Kampf an

Facebook will auch Nutzern von Adblockern Werbung zeigen. Außerdem sollen Mitglieder des sozialen Netzwerks künftig leichter entscheiden können, welche Anzeigen sie sehen.


Facebook will die Blockade von bestimmten Onlinewerbeanzeigen durch Adblocker technisch aushebeln. Zugleich kündigte das weltgrößte soziale Netzwerk am Dienstag neue Werkzeuge an, mit denen Facebook-Anwender selbst festlegen können, welche Anzeigen sie sehen wollen und welche nicht.

Facebook-Manager Andrew Bosworth räumte in einem Blog-Beitrag ein, dass es derzeit viel schlechte Onlinewerbung gebe. "Werbeanzeigen, die Inhalte, die wir lesen möchten, verdecken, Werbeanzeigen, die die Ladezeiten verlängern, oder Werbeanzeigen, die uns Dinge verkaufen wollen, die uns nicht interessieren." Facebook wolle hier nun Abhilfe schaffen.

Anwender bekämen fortan erweiterte Werbeanzeigen-Einstellungen zur Verfügung gestellt. Wenn Nutzer sich beispielsweise nicht für Katzen interessieren, sollten sie künftig auch keine Werbung für Katzenfutter mehr erhalten. Weiter heißt es: "Außerdem haben uns die Menschen mitgeteilt, dass sie sich eine Funktion wünschen, mit der sie festlegen können, keine Werbeanzeigen mehr von Unternehmen und Organisationen zu sehen, von denen sie auf deren Kundenliste hinzugefügt wurden." Entsprechende Werkzeuge wolle man einführen.

Umgehen der Werbeblocker auf Desktop oder Laptop

Wie das Aushebeln der Werbesperren technisch funktionieren wird, teilte Facebook bisher nicht mit. Allgemein heißt es: "Parallel zur Bereitstellung leistungsstärkerer Steuerungsfunktionen beginnen wir außerdem damit, Personen, die derzeit Software zur Werbeanzeigenblockierung nutzen, auf dem Desktop Werbeanzeigen auf Facebook zu zeigen." Das Umgehen der Werbeblocker betrifft die Nutzung von Facebook auf einem Desktop-Rechner oder Laptop.

In Richtung von Adblocker-Anbietern wie Eyeo schreibt Facebook: "Einige Unternehmen, die Software zur Werbeanzeigenblockierung anbieten, erhalten Geld dafür, dass sie bisher blockierte Werbeanzeigen zulassen. Diese Praxis sorgt bestenfalls für Verwirrung, senkt aber auch die Mittel, die zur Finanzierung des Journalismus und anderer kostenfreier Dienstleistungen, die wir im Internet nutzen, benötigt werden." Facebook gehöre zu diesen kostenlosen Dienstleistungen.

Einige Adblocker-Anbieter hätten Facebook angeboten, die Blockaden gegen Bezahlung aufzuheben. Statt auf solche Angebote einzugehen, "geben wir mit unseren neuen Einstellungen und unseren Steuerungsmöglichkeiten für Werbeanzeigen den Menschen die Kontrolle in die Hände", hieß es weiter.

mbö/dpa



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