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Adressänderung: Nutzer beklagen E-Mail-Chaos nach Facebook-Eingriff

Eigenmächtig hat Facebook allen Nutzern neue E-Mail-Adressen verpasst. Nun klagen Nutzer: Auf einmal sind aus den Adressbüchern die Privatadressen verschwunden, neuer Standard ist der Facebook-Kontakt.

Facebook verbindet: Die Adressänderung kann die Kommunikation aber eher behindern Zur Großansicht
REUTERS

Facebook verbindet: Die Adressänderung kann die Kommunikation aber eher behindern

Facebooks Mission ist es, die "Welt zu offener und vernetzter" zu machen. Das haben zumindest PR-Profis in die Selbstdarstellung des Konzerns geschrieben. Beim Geschäftsgebaren Facebooks kommen einem manchmal Zweifel an dieser Mission. Die Community-Managerin Rachel Luxemburg zum Beispiel berichtet, dass Facebook die Kommunikation mit ihren Mitarbeitern behindert hat.

Und zwar so: Vor einiger Zeit hat Facebook eigenmächtig bei allen Nutzern die in ihren Profilen angegebenen E-Mail-Adressen geändert. Die privaten oder geschäftlichen Kontaktadressen wurden allesamt durch eine persönliche Facebook-Adresse als Hauptkontakt geändert. Die Folgen dieser Veränderung für die in Kalifornien bei Adobe arbeitende Luxemburg: Ein Kollege, der sein E-Mail-Adressbuch mit Facebook synchronisiert, schickte fortan seine Nachrichten auf einmal an die falsche Adresse. Die Facebook-Änderung hatte den Eintrag im Adressbuch überschrieben, noch bevor Luxemburg in ihrem Profil die Facebook-Manipulation rückgängig machte.

Luxemburg bittet alle Bekannten und Kollegen öffentlich in ihrem Blog: "Sollten Sie meine Kontaktdaten in ihrem Telefon oder Adressbuch haben, prüfen Sie bitte, ob weiterhin die korrekte Adresse angegeben ist."

Über solche Probleme nach Facebooks eigenmächtiger E-Mail-Umstellung klagen viele Nutzer im Netz: Bei Reddit, bei Slashdot, bei Hackernews - überall berichten Betroffene, wie Facebooks Änderungen die Adressbücher auf Smartphones umschreiben.

Bislang ist unklar, welche Synchronisierungsdienste davon betroffen sind. Facebook antwortet, die Techniker würden diese Fälle gerade prüfen. Und ja, es könne in bestimmten Fällen vorkommen, dass Nutzer wie Rachel Luxemburg nicht über den Eingang von E-Mails an ihre neue Facebook-Adresse benachrichtigt werden. Wenn die Kollegen von einer nicht bei Faceboook registrierten Adresse aus mailen, taucht die Nachricht nicht im Posteingang, sondern unter "Sonstiges" auf - dann gibt es auch keine Benachrichtigung.

Zu den Adressbüchern seiner Mitglieder hat Facebook ein besonderes Verhältnis: Im März urteilte das Landgericht Berlin, dass Facebook seine Nutzer nicht ausreichend darüber informiert, was bei einer "Synchronisierung" des Telefonbuchs mit der Facebook-Anwendung tatsächlich geschieht. Facebook kopiert E-Mail-Adressen, Geheimnummern und Namen, speichert diese Daten, um Kontakt-Netzwerke zu analysieren - auch die Datensätze von Nicht-Mitgliedern.

Allein dieses Vorgehen spricht gegen das Synchronisieren von Adress- und Telefonbüchern mit Facebook-Anwendungen.

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1. Total bekloppt
mindphuk 02.07.2012
Zitat von sysopREUTERSEigenmächtig hat Facebook allen Nutzern neue E-Mail-Adressen verpasst. Nun klagen Nutzer: Auf einmal sind aus den Adressbüchern die Privatadressen verschwunden, neuer Standard ist der Facebook-Kontakt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,842089,00.html
Wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, seine Adressen über Facebook zu synchronisieren... Vielleicht haben einige noch nicht mitbekommen, dass hinter Facebook ein Konzern mit Gewinnabsicht steckt, dessen Hauptkapital Daten sind und für die sie sich in den AGB selber umfangreiche Rechte einräumen.
2. Gekündigt
der_seher59 02.07.2012
Ich habe meinen FB account nach einem Jahr am letzten Wochenende storniert. Mit ist klar, dass FB meine Daten verwendet und damit Geld verdient. Da der Service andererseits kostenlos ist, nehme ich das hin. Nur der stalinistische Umgang mit Geschäftsbedingungen und eben auch der hinterlegten mail-Adresse haben das Mass voll gemacht. Die machen hinter meinem Rücken, was die wollen. Sorry, da bin ich prinzipiell, das muss man sich nicht bieten lassen
3.
juniorprof 02.07.2012
Zitat von der_seher59Ich habe meinen FB account nach einem Jahr am letzten Wochenende storniert. Mit ist klar, dass FB meine Daten verwendet und damit Geld verdient. Da der Service andererseits kostenlos ist, nehme ich das hin. Nur der stalinistische Umgang mit Geschäftsbedingungen und eben auch der hinterlegten mail-Adresse haben das Mass voll gemacht. Die machen hinter meinem Rücken, was die wollen. Sorry, da bin ich prinzipiell, das muss man sich nicht bieten lassen
... und ob angemeldet oder nicht, sobald ein Facebook-Mitglied das hier macht: Datenschutz-Debakel: Wie Facebook private Telefonbücher abgreift - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/datenschutz-debakel-wie-facebook-private-telefonbuecher-abgreift-a-697733.html) sind auch Nicht-Facebook-Mitglieder "hochgeladen". Das gilt aber auch für viele andere Netzwerke und Online-Dienste.
4.
der_pit 02.07.2012
Zitat von sysopREUTERSEigenmächtig hat Facebook allen Nutzern neue E-Mail-Adressen verpasst. Nun klagen Nutzer: Auf einmal sind aus den Adressbüchern die Privatadressen verschwunden, neuer Standard ist der Facebook-Kontakt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,842089,00.html
Tja, wer's immer noch nicht gemerkt hat: Wenn es nix kostet bist Du nicht Kunde, sondern das Produkt, das verkauft wird.
5. Roter Knopf?
Abbuzze 02.07.2012
Hmm, wie sag ich es am charmantesten? - Selber schuld? Ernsthaft, wenn man einer Facebook-App Lese- und Schreibrecht für die Adressdaten auf dem Smartphone gibt, bzw. eine solche App nutzt die diese benötigt, ist man doch von allen guten Geistern verlassen. Obwohl, der Gedanke hat einen gewissen Charme: Ob Zuckerberg einen roten Knopf hat, mit der er alle Mailadressen die bei Facebook gespeichert sind löschen kann? Und diese somit beim automatischen synchronisieren auch von allen Smartphones entfernt? Wenn er also den Verstand verliert oder keine Lust mehr hat, Knopfdruck - und die Welt ins Chaos gestürzt! (Zumindest den Teil, der Facebook zur Gestaltung seines Arbeits- und Privatlebens braucht)
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Soziale Netzwerke
Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...

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