US-Wohnungsmarkt Facebook erlaubt immer noch diskriminierende Werbung

Auf Facebook lassen sich weiterhin Wohnungsanzeigen schalten, die bestimmte Bevölkerungsgruppen ausschließen. Eigentlich dürfte es das Problem nicht mehr geben.

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Update, 30. November: Facebook hat die Option, dass Wohnungsinserate auf Wunsch nicht an alle Bevölkerungsgruppen ausgespielt werden, bis auf Weiteres deaktiviert. Das Unternehmen wolle untersuchen, inwiefern Nutzer durch diese Funktion diskriminiert werden könnten, heißt es.

Es folgt unsere Originalmeldung vom 22. November:

Auf Facebook konnten auch vor wenigen Tagen noch Wohnungsinserate veröffentlicht werden, die gezielten Bevölkerungsgruppen nicht angezeigt werden. Das hat die amerikanische Journalistenorganisation "ProPublica" in einem Test herausgefunden.

Bereits im Jahr 2016 hatte die Recherchegruppe aufgedeckt, dass Werbetreibende auf Facebook ihre Wohnungsanzeigen auf Wunsch nur an Weiße richten konnten. Daraufhin beteuerte Facebook, seine Richtlinien zu verbessern. In den USA ist diskriminierende Werbung in den Bereichen Kredit-, Wohnungs- und Stellenmarkt illegal.

In der vergangenen Woche wollten die Journalisten prüfen, was aus dem Versprechen geworden ist: Sie schalteten Dutzende Wohnungsinserate bei Facebook, die bestimmten Nutzern nicht gezeigt werden sollten - beispielsweise Afroamerikanern, Juden oder Menschen, die sich für Rollstuhlrampen interessieren. All diese Bevölkerungsgruppen sind laut "ProPublica" in den USA durch den Fair Housing Act geschützt.

Innerhalb von Minuten seien fast alle Anzeigen online gestellt worden, schreibt "ProPublica". Es habe keinen Warnhinweis gegeben, dass der Kunde prüfen solle, ob die Anzeige möglicherweise gegen Antidiskriminierungsgesetze verstößt.

Facebook spricht von "technischem Fehler"

In einer schriftlichen Reaktion bedauerte Facebook den Vorgang und sprach von einem "technischen Fehler". Durch das Anti-Diskriminierungssystem seien bereits Millionen von Anzeigen identifiziert worden. "Wir können uns noch verbessern", heißt es weiter.

Erst im September hatte "ProPublica" aufgedeckt, dass Facebook in der Vergangenheit seinen Anzeigenkunden ermöglichte, gezielt Antisemiten anzusprechen. Demnach konnten etwa für die Vermarktung von Nazi-Andenken oder die Promotion von rechtsradikalen Veranstaltungen Zielgruppen ausgewählt werden, die zum Beispiel "Juden-Hasser" als ihr Interessengebiet angegeben hatten. Facebook blockierte nach dem Eklat solche Begriffe als mögliche Werbekategorien.

juh/dpa



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