Copyright-Falschmeldung bei Facebook: Welchen Status Sie sich sparen können

Viele Ihrer Facebook-Freunde widersprechen scheinbar den Geschäftsbedingungen des Netzwerks? Dann sind sie wohl auf einen virtuellen Kettenbrief reingefallen. Facebook selbst erläutert, dass eine entsprechende Statusmeldung überhaupt nichts bringt.

Facebook-Nutzer: "Aus juristischer Sicht unsinnig" Zur Großansicht
REUTERS

Facebook-Nutzer: "Aus juristischer Sicht unsinnig"

Facebook kommentiert nur selten Falschmeldungen, die in dem Netzwerk herumgeistern. Passiert es doch, darf man also davon ausgehen, dass der betreffende Kettenbrief weit verbreitet ist, sprich: oft veröffentlicht und geteilt wird. So wie in diesem Fall: "Aufgrund der neuen AGB's in Facebook widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten gemäß BDSG", lautet die deutschsprachige Variante einer Meldung, die derzeit vor allem als Bilddatei verbreitet wird. "Das Copyright meiner Profilbilder liegt ausschließlich bei mir. Die kommerzielle Nutzung bedarf ausdrücklich meiner schriftlichen Zustimmung."

Facebook plant zwar tatsächlich Neuerungen für sein Netzwerk, jedoch mit anderen Schwerpunkten als der Datennutzung - der Inhalt der Nachricht ist also schon auf den ersten Blick zweifelhaft. Auf seiner Website kommentiert Facebook den als "Copyright Meme" bekannten Hoax mittlerweile so: "Jedem Facebook-Nutzer gehören der Inhalt und die Informationen, die er veröffentlicht, und er ist Herr darüber - so wie es in unseren Bedingungen festgelegt ist. Facebook-Nutzer steuern selbst, wie die Inhalte und Informationen verbreitet werden. Das ist unser Grundsatz und ist es immer gewesen."

Auch wenn es anders wäre: Für einen Widerspruch gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen würde sich eine Statusmeldung nicht eignen, meinen Juristen, im Gegensatz etwa zu einem Brief. "Aus juristischer Sicht unsinnig" findet solch ein Posting zum Beispiel der Rechtsanwalt Jens Ferner. Problematisch sei, dass der Widerspruch dem Unternehmen gar nicht zugeht, schreibt Ferner auf der Website seiner Kanzlei: "Niemand wird den Anspruch haben, dass Mitarbeiter von Facebook sämtliche Mitteilungen in der eigenen Timeline lesen, somit jeder (private) Pinnwandeintrag Facebook bewusst bekannt wird."

Einfach mal in die Suchmaschine tippen

Hoaxes sind im Prinzip so alt wie das Internet, seit sechs Jahren findet sich der Begriff im Duden. Er steht für Falschmeldungen, die per E-Mail oder über andere Kommunikationsdienste wie Chatsoftware oder soziale Netzwerke verbreitet werden.

Erkennen lassen sich Hoaxes nicht immer sofort. Bei besonders häufig geteilten Nachrichten lohnt es sich aber, einen Abschnitt daraus in ein Suchmaschinensuchfeld zu kopieren. Oft zählen schon zu den ersten Ergebnissen Artikel, die die Botschaft zum "Fake" oder "Hoax" erklären - mitsamt Erläuterung, wie die Autoren zu diesem Urteil kommen. Die Website snopes.com beispielsweise hat sich darauf spezialisiert, Meldungen aus dem Netz auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

mbö

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Alternative Hoax-Liste auf Deutsch
topas 27.11.2012
Es gibt auch eine Alternative auf deutsch: Hoax-Info Service * hoax-info.de (http://hoax-info.de/) (ein Projekt der TU Berlin). Nicht so hübsch gestaltet, aber auch recht informativ.
2. Absatz 2.1
Jens Erfurth 27.11.2012
Leider ist es so, dass FB weiterhin die Rechte an allen Dateien hat die man als Nutzer hochgeladen hat. Den entsprechenden Abschnitt findet man unter Absatz 2.1 der Nutzungsbedingungen. Zitat aus diesem Artikel: "Jedem Facebook-Nutzer gehören der Inhalt und die Informationen, die er veröffentlicht, und er ist Herr darüber - so wie es in unseren Bedingungen festgelegt ist...". Und dort ist unter anderem festgelegt, dass FB Bilder sogar verkaufen kann die man über sein Konto hinzugefügt hat. Dies kann nur umgegangen werden wenn man die Bilder löscht oder sein Konto deaktiviert.
3. gleich löschen
Reader2 28.11.2012
da weiß man ja, welche "freunde" man sich sparen kann ;-)
4. selber schuld
lolamarcel 28.11.2012
Fotos löschen oder sein Profil deaktivieren bringt gar nichts...was FB einmal hat,behält und verwendet es auch. Lachen können die,die Wert auf ihre Daten legen und einen großen Bogen um FB und anderen Sozialen Netzwerken machen. Ich wünsche jedem FB User das seine Daten sein ganzes Leben öffentlich einzusehen sind.
5.
k.haz 28.11.2012
Die Realität muss völlig an einem vorbei laufen, wenn man wirklich denkt, diese Art des Widerspruchs würde irgendjemanden auch nur ansatzweise interessieren
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