Facebook-Fehler 14-Jährige lädt versehentlich 21.000 Partygäste ein

Das war wohl anders gedacht: Per Facebook wollte eine junge Engländerin zu ihrer Geburtstagsparty einladen. 15 Freunde sollten kommen. Doch weil sie bei Facebook einmal falsch klickte, haben sich nun 21.000 angemeldet - die Polizei ist alarmiert.

Facebook-Partyeinladung: "Jeder kann die Veranstaltung sehen"

Facebook-Partyeinladung: "Jeder kann die Veranstaltung sehen"


Na, das wird eine fette Fete: 21.000 vermeintliche Freunde haben sich angemeldet, um mit Rebecca J. deren 15. Geburtstag zu feiern. Absicht war das freilich nicht. Wie der britische " Telegraph" berichtet, hatte die Mutter ihrer Tochter 15 Partygäste erlaubt, nur die engsten Freunde sollten kommen. Die jedoch wollte das pubertierende Töchterchen sehr zeitgemäß per Facebook einladen - und machte dabei einen kleinen Fehler mit großer Tragweite.

Facebook bietet für derartige Event-Einladungen eine eigene Funktion an, die in der deutschen Version "Veranstaltung erstellen" heißt. Die 14-Jährige trug hier, so wie von Facebook vorgegeben, brav Ort, Datum, Grund und Zeit des Festes ein, wählte ihre Gäste aus und klickte auf "Veranstaltung erstellen" - und das war etwas vorschnell.

Denn was die Jugendliche dabei übersah, war das Auswahlfeld "Jeder kann die Veranstaltung sehen und für sie zu-/absagen (öffentliche Veranstaltung)", das von Facebook automatisch mit einem Häkchen aktiviert ist. Die Folge ihres Eifers: Ihre Einladung wurde für jedermann - und eben nicht nur die geladenen Gäste - einsehbar, jeder konnte nachschauen, wo und wann die Party stattfindet und jeder konnte sich als Partygast in eine Liste eintragen. Eine Gelegenheit, die sich zeitweilig bis zu 21.000 potentielle Gäste nicht entgehen ließen.

Keine Party, kein Computer und kein Handy mehr

Den Weg in das 30.000-Seelen-Städtchen Harpenden, den Wohnort des Geburtstagskinds, anzutreten, wird sich für die gigantische Verehrerschar trotzdem kaum lohnen. Als sie von ihrer Schwägerin darüber informiert wurde, dass sich bereits Tausende online zu der Geburtstagsfeier angemeldet haben, strich die Mutter das Fest kurzerhand. Für ihre Tochter wird es nun wohl ein sehr einsamer Ehrentag werden. " Sie kann froh sein, wenn sie von mir noch eine Glückwunschkarte bekommt", zitiert der "Telegraph" die Frau.

Damit nicht genug, hat sie ihrer Tochter den Internetzugang gesperrt und ihr den Computer weggenommen. Rebecca habe Facebooks Einstellungen für die Privatsphäre nicht verstanden. Weil mit der offenen Einladung auch ihre Handynummer für Tausende sichtbar geworden sei, müsse sie jetzt auch eine neue Sim-Karte bekommen, um den vielen Anrufen zu entgehen, die sie seit Tagen bekommt.

Auch an Kritik gegenüber Facebook spart die Mutter nicht. "Die sollten es deutlich machen, dass eine Veranstaltung, die man einrichtet, nicht nur an Freunde, sondern an alle Nutzer der Seite herausgeht." Ein Facebook-Sprecher bezog der Zeitung gegenüber Stellung, indem er alle Schuld von sich und seinem Unternehmen abwies. Schließlich sei doch klar gekennzeichnet, dass man eine öffentliche Veranstaltung erstelle, wenn man das Häkchen vor der entsprechenden Option nicht entferne.

Doch genau das ist es, was vielen Kritikern an Facebook sauer aufstößt: Per Standard lässt das Social Network viele Schutzfunktionen für die Privatsphäre abgeschaltet, macht so viel öffentlich wie nur möglich. Nur wer selbst aktiv wird, sich genau mit den entsprechenden Einstellungen auseinandersetzt, kann sich gegen ein Zuviel an Öffentlichkeit wieder abschotten.

De 14-jährige Rebecca hat das auf die harte Tour gelernt und wird an ihrem Festtag nun ganz andere Gäste bekommen als erhofft: Die lokale Polizei hat angekündigt, am Tag der geplanten Feier im Umfeld ihres Elternhauses verstärkt Streife fahren zu wollen.

mak

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