Fotoleck auf Facebook Zuckerbergs Schwester sieht ihre Privatsphäre verletzt

Die Schwester von Facebook-Chef Mark Zuckerberg empört sich, weil ein privates Foto von ihr im Netz veröffentlicht wurde. Nun spotten Nutzer der Plattform: Sogar die Familie des Firmengründers komme nicht mehr klar mit den ständigen Datenschutzänderungen des sozialen Netzwerks.

Unternehmerin Zuckerberg: Ärger um Privatfoto
AP

Unternehmerin Zuckerberg: Ärger um Privatfoto


Hamburg - Das Bild ist für Nichteingeweihte eher unspektakulär: Vier Menschen in einer Küche, sie starren mit offenem Mund auf ihre Smartphones. Im Hintergrund ist Facebook-Chef Mark Zuckerberg zu sehen.

Was an diesem Foto so besonders sein soll, wissen die Menschen, die darauf zu sehen sind - und Randi Zuckerberg, die Schwester des Facebook-Chefs. Die hatte das Bild in ihrem Facebook-Profil veröffentlicht. Allerdings wollte die studierte Psychologin, deren Profil auch sonst ziemlich viele Einblicke in ihr Privatleben gibt, besagtes Foto nur mit ihren Freunden teilen.

Entsprechend regte sie sich darüber auf, als das Bild plötzlich in dem Twitter-Profil der Marketing-Managerin Callie Schweitzer auftauchte. Diese ist auf Facebook mit Zuckerberg befreundet, hatte das Bild unter den Statusnachrichten ihrer Facebook-Bekanntschaften gefunden - und auf Twitter an ihre eigenen rund 40.000 Follower weitergereicht.

Zuckerberg schrieb Schweizer auf Twitter, dass sie es "sehr uncool" fände, das Bild einfach zu kopieren. Es sei nur für Freunde bestimmt gewesen. Aber es sei doch in ihren Statusnachrichten gewesen, rechtfertigte sich Schweitzer. Das liege daran, dass sie auf Facebook gemeinsame Freunde hätten, sagte Zuckerberg. Es sei aber generell nicht in Ordnung, das Bild eines Freundes einfach öffentlich zu machen, ohne den Urheber vorher um Erlaubnis zu fragen.

"Es geht hier um menschlichen Anstand"

Inzwischen hat Schweitzer das Bild wieder gelöscht, und im Netz spotten manche Nutzer, dass offenbar sogar Mitglieder der Zuckerberg-Familie Probleme mit den komplizierten Privateinstellungen von Facebook bekommen können. Das soziale Netzwerk, das mehr als eine Milliarde Nutzer zählt, steht in der Kritik, weil sich die Einstellungen zum Datenschutz ständig ändern.

Auch der Umgang mit dem Fotoleck verärgert Kritiker des Netzwerks. "Zuckerberg nutzt ihren Namen, um die Bilder aus dem Netz zu löschen", moniert Eva Galperin von der Electronic Frontier Foundation, einer Organisation, die sich für mehr Datenschutz einsetzt. Sie habe sich damit einen Vorteil verschafft, den andere nicht genießen.

Randi Zuckerberg sieht das anders. "Es geht hier nicht um Privateinstellungen, sondern um menschlichen Anstand", schrieb sie.

ssu

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insgesamt 53 Beiträge
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Seite 1
fatherted98 27.12.2012
1. Diese staendigen....
...Beschwerden ueber Gesichtsbuch. Es gehoert ein Gesetz her, dass Fotos nur mit Zustimmung der darauf abgebildeten Veroeffentlicht werden duerfen....wenn die nicht da ist....muss Gesichtsbuch zahlen...ganz einfach...kann ja dann den Reihenrueckgriff zum Einsteller des Bildes vornehmen....aber da wird die Politik, schon weil sie die Thematik gar nicht versteht und auch kein Interesse am Verbraucherschutz hat, wohl nix aendern.
kani 27.12.2012
2. Hallo?
Menschlicher Anstand im Netz? Gibt es sowas?
hk1963 27.12.2012
3.
Zitat von fatherted98...Beschwerden ueber Gesichtsbuch. Es gehoert ein Gesetz her, dass Fotos nur mit Zustimmung der darauf abgebildeten Veroeffentlicht werden duerfen....wenn die nicht da ist....muss Gesichtsbuch zahlen...ganz einfach...kann ja dann den Reihenrueckgriff zum Einsteller des Bildes vornehmen....aber da wird die Politik, schon weil sie die Thematik gar nicht versteht und auch kein Interesse am Verbraucherschutz hat, wohl nix aendern.
Ähhh... das Gesetz gibt es. Nennt sich "Recht am eigenen Bild". Wer da was genau tun muss, weiss ich gerade nicht, aber wenn irgendwo ein Bild mit mir drauf auftaucht, wo ich nicht nur Beiwerk bin, kann ich verlangen, dass das Bild entfernt wird oder ich unkenntlich gemacht werde.
bluebear13 27.12.2012
4. Alles was ins Netz gestellt wird bleibt im Netz.
Es tut der Diskussion um Datensicherheit gut, wenn die Verantwortlichen von fb selbst nicht in der Lage sind damit umzugehen.
mischpot 27.12.2012
5. Menschlicher Anstand bei Facebook
ein schlechter Witz.
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