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Facebook: Verbraucherschützer klagen gegen "Gefällt mir"-Buttons

"Gefällt mir"-Button im Facebook-Hauptquartier: Klage gegen Datenweitergabe Zur Großansicht
AFP

"Gefällt mir"-Button im Facebook-Hauptquartier: Klage gegen Datenweitergabe

Weil sich die Firmen einer Abmahnung nicht beugen wollten, haben Verbraucherschützer zwei Unternehmen verklagt. Der Vorwurf: Ein "Gefällt mir"-Button auf deren Websites gebe unerlaubt Nutzerdaten an Facebook weiter.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat sechs Unternehmen abgemahnt, weil diese den "Gefällt-mir"-Button von Facebook auf ihren Websites eingebaut haben. Beim Aufruf der Seiten empfange das soziale Netzwerk automatisch und ohne ausdrückliche Einwilligung Daten über das Surfverhalten des jeweiligen Kunden, kritisierten die Verbraucherschützer am Donnerstag.

Die Verbraucherschützer fordern von den Unternehmen, "diese Schaltfläche datenschutzkonform umzustellen", heißt es in einer Mitteilung.

Gegen die Bekleidungshauskette Peek&Cloppenburg und gegen die Firma Payback sei inzwischen sogar Klage bei den Landgerichten Düsseldorf und München eingereicht worden. Eine Sprecherin von Payback teilte der Nachrichtenagentur dpa mit: "Es geht hier um eine Funktion, die von Millionen Unternehmen weltweit zum Nutzen der Kunden eingesetzt wird." Das Unternehmen begrüße es aber, wenn eine Klage Klarheit schaffe.

"Daten werden automatisch weitergegeben"

Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass der Nutzer von der Verwertung seiner Daten für Werbezwecke bei dieser Methode nichts mitbekomme. "Wer im Netz nach Reisezielen sucht, eine Konzertkarte kauft oder nach dem passenden Outfit stöbert, geht nicht davon aus, dass diese Aktivitäten sofort auch von Facebook mitgelesen werden", sagt Vorstand Wolfgang Schuldzinski.

Mit dem "Gefällt mir"-Button setze Facebook sogenannte Cookies auf die Rechner der Seitenbesucher: "So werden ihre Daten automatisch an Facebook weitergegeben, weil der Browser eine Verbindung mit den Servern dieses Netzwerks aufbaut."

Die "Arme der Datenkrake" würden selbst nach Informationen von Websurfern greifen, die überhaupt nicht bei Facebook registriert seien. Besucher der abgemahnten Unternehmen würden weder ausdrücklich informiert, noch könnten sie widersprechen. Das sei mit den deutschen und europäischen Datenschutzstandards nicht vereinbar.

Klage gegen Facebook angekündigt

Das Hotelportal HRS und der Tickethändler Eventim hätten inzwischen Unterlassungserklärungen abgegeben, berichtete Schuldzinski. Mit Beiersdorf und dem Discounter Kik liefen noch Gespräche über eine außergerichtliche Einigung.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte bereits vor zwei Wochen eine Klage gegen Facebook angekündigt. Der Verband sieht in 19 Klauseln der Nutzungsregeln des Netzwerks Rechtsverstöße.

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Update, 22. Mai: Von Facebook hieß es in einer Reaktion am Mittwochabend, solche Dienste würden von vielen Websites eingesetzt und seien ein "akzeptierter, legaler und wichtiger Teil des Internets".

mak/dpa

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insgesamt 25 Beiträge
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1. richtig so
HamburgerJung2110 21.05.2015
ein paar Zeilen Code, den man z.b. bei heise bekommt, und man könnte die Klage abwenden, wenn man wollte
2. dumm nur
nk222 21.05.2015
dass das nicht nur mit dem Facebook Button passiert, sondern mit x anderen Werbetrackern auch. Jede größere Seite ist gepflastert mit Skripten, Tracking-Pixeln und wer weiß was noch alles.
3. Kampf gegen Windmühlen
KJB 21.05.2015
Jede Seite hat zig tracker, google analytics, google ads, facebook usw...ein Kampf gegen Windmühlen solange Daten Geld bringen. Über Aussagen wie "zum Nutzen des Kunden" kann ich immer nur lachen!
4. Medien :unkritisch
bonowe 21.05.2015
Die Medien ( auch die öffentlichen ! ) bewerben mehr oder weniger passiv die „ sozialen Medien „ und weisen nur selten oder gar nicht auf die Datensammlung der Datenkraken hin . Wieso wird das nicht kritischer beleuchtet ? Wer profitiert da ? Oder ist das so , weil „ Mutti „ das so möchte oder die Amerikaner ? bonowe
5. spiegel-online voll von trackern
w220 21.05.2015
mein aktuelles ghostery (aus dem mozilla add-on-shop) weist auf dieser spon-seite des artikels 10 (zehn!) tracker aus, und zwar Adition, Facebook social plugings, Google analytics. Google+ platform, INFOonline, Meetrics, Plista, twitter button, veeseo und VG Wort. es ist schon pikant, wenn sich SPON als kämpfer pro edward snowdon stilisiert, aber nicht in der lage ist, die eigene seite sauber zu halten (allerdings hat auch heise selbst 5 tracker, wieso eigentlich).
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