Virtueller Flohmarkt Facebook Marketplace kommt nach Deutschland

Facebook mischt verstärkt im Onlinehandel mit. Mit seiner Kleinanzeigen-Plattform Marketplace expandiert der Konzern gerade nach Europa - und setzt Anbieter wie eBay unter Druck.

  Screenshot der Facebook Marketplace Startseite.
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Screenshot der Facebook Marketplace Startseite.


Onlinehandelsplätze mit lokaler Suchfunktion wie eBay-Kleinanzeigen bekommen hierzulande ernste Konkurrenz: Noch in dieser Woche will Facebook mit seiner Kleinanzeigen-Plattform Marketplace in Deutschland und 16 anderen europäischen Ländern an den Start gehen. Das gab der Konzern Anfang der Woche bekannt.

Mit Marketplace können Facebook-Nutzer ihre alten Sachen zum Verkauf anbieten oder in ihrer Umgebung nach gebrauchten Artikeln suchen. Die Plattform war vor gerade einmal zehn Monaten in Ländern wie den USA, Australien und Großbritannien gestartet und verzeichnet etwa 550 Millionen Besucher pro Monat. Allein im Mai zählte Facebook 18 Millionen neue Artikel, die auf dem virtuellen Flohmarkt zum Verkauf angeboten wurden.

Reger Handel in geschlossenen Gruppen

Bereits jetzt gibt es auch in Deutschland einen regen Handel unter Privatpersonen auf Facebook. Viele Nutzer greifen dabei auf informelle Regionalgruppen und Tauschringe zurück, die sich zum Beispiel "Verschenken - Tauschen - Verkaufen Hamburg" oder "Kleinanzeigen Köln" nennen. Aus diesen "digitalen Hinterhofflohmärkten" konnte Facebook aber bisher kaum Kapital schlagen.

Für die Onlinekleinanzeigen auf Marketplace werden zwar keine Gebühren fällig. In den USA experimentiert Facebook aber bereits mit Werbeanzeigen. Facebooks kostenlose Services finanzieren sich vor allem durch Werbung. 98 Prozent seiner Gewinne fährt das Unternehmen durch das Anzeigengeschäft ein. Flächendeckende Reklame in allen Ländern sei auf Marketplace jedoch noch nicht geplant, sagte Facebook-Sprecherin Deborah Liu.

Längst hat Facebook Ambitionen gezeigt, im weltweiten Onlinehandel mitzumischen. In den USA bietet der Konzern sogar seinen eigenen Bezahlservice. Dort können Marketplace-Nutzer das Geld für einen gekauften Artikel ganz einfach über den Facebook-Messenger überweisen. Damit wildert das soziale Netzwerk nebenbei auch noch im Geschäftsgebiet von Diensten wie Paypal.

Mit weltweit zwei Milliarden Nutzern hat Facebook von allen sozialen Netzwerken die größte Reichweite. Onlinekleinanzeigen-Pionier eBay ist in über 30 Ländern aktiv und zählt 171 Millionen aktive Nutzer, die in den letzten drei Monaten mindestens eine Transaktion durchführten.

str/rtr/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
gutchi 15.08.2017
1. Wird auch Zeit
Durch FB geraet Ebay in Druck? Da wird mir FB ja geradezu sympathisch.
Timmy N. 15.08.2017
2. Wird auch Zeit
Durch FB gerät Ebay in Druck? Da wird mir FB ja geradezu weiterhin unsympathisch.
valmel 15.08.2017
3. Auch wenn ich FB meide wie die Pest
Konkurrenz täte Ebay verdammt gut. Den Laden kann man seit Jahren nicht mehr nutzen.
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