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Facebook-Konkurrent: Google+ wird zum Milliarden-Netzwerk

Milliarden soll sie wert sein, Twitter bereits im Web abgehängt haben: Google+, die vor zwei Wochen gestartete Facebook-Alternative, ist nach wie vor Liebling der Fachwelt. Ein Browser-Plugin soll die beiden Konkurrenten näher bringen.

Google-Screenshot: Facebook hat 750 Millionen Nutzer, Google+ ist davon weit entfernt Zur Großansicht
REUTERS

Google-Screenshot: Facebook hat 750 Millionen Nutzer, Google+ ist davon weit entfernt

Hamburg - Noch dreht sich bei Google+ alles um Google+ - diese Kritik äußern viele deutschsprachige Nutzer, die Google bereits Einlass in sein soziales Netzwerk gewährt hat. Nur langsam öffnet das Unternehmen seinen Dienst für neue Mitglieder, mehrere Millionen dürften es mittlerweile trotzdem sein. Die Ankömmlinge tauschen sich offenbar besonders gerne über Aussehen und Funktionalität von Google+ aus. Die Entdeckung dieses Übergangsphänomen wird mittlerweile augenzwinkernd kommentiert - ansonsten herrscht nach wie vor geradezu Freude über die Facebook-Alternative. Sogar bei den sonst so auf Datenschutz bedachten Mitgliedern der Piratenpartei. Darauf deutet zumindest eine Twitter-Nachricht hin. Unser Nachrichten-Überblick nach zwei Wochen Google+:

Google+ angeblich Milliarden wert : Eine Woche nach Eröffnung des Netzwerks haben Investoren Google um 20 Milliarden Dollar höher bewertet als vorher, berichtet TechCrunch. Nach einer Einschätzung von Morgan Stanley am Freitag handelt es sich allerdings um eine etwas geringere Summe: Rund 15,8 Milliarden Dollar mehr soll Google demnach wert sein - zu einem Teil dürfte das Marktvertrauen in Google+ begründet liegen, zu einem anderen allerdings in hervorragenden Zahlen für das zweite Quartal, die erwartet werden.

Facebook-Gründer hat beliebtestes Profil: Die Website socialstatistics.com zählt die Follower von mehr als 18.000 Google+-Nutzern. Mit großem Abstand an erster Stelle: Mark Zuckerberg, der Gründer von Facebook. Er bringt es aktuell auf 110.820 Follower - vor fünf Tagen waren es noch 24.000. Ihm folgen die Google-Gründer Larry Page (61.678 Follower) und Sergey Brin (47.033 Follower). Unter den 20 beliebtesten Profilen sind immerhin drei von weiblichen Nutzern: Web-Actress Felicia Day, Lifehacker-Gründungsredakteurin Gina Trapani und Marissa Mayer von Google.

Google-Buttons überholen Twitter: Das ging schnell. Nach Angaben von BrightEdge Researchgibt es im Web bereits mehr Buttons von Google als von Twitter. Das "+1" prangt demnach auf 4,5 Prozent der 10.000 größten Websites, die für die Studie untersucht wurden. Twitter kommt mit seiner Share-Funktion auf 2,1 Prozent, Facebook mit dem "Gefällt mir"-Button auf 10,8 Prozent.

So kommen sich Google+ und Facebook näher: Über eine Browser-Erweiterunglassen sich Google+ und Facebook zumindest ansatzweise vermählen. Das Plugin für Chrome und Firefox fügt der Google+-Oberfläche einen zusätzlichen Button hinzu, über den der eigene Facebook-Nachrichtenstream angezeigt wird. Was aber nur funktioniert, wenn man dem Plugin Zugriffsrechte auf den eigenen Facebook-Account gewährt, was zu heftiger Kritikgeführt hat. In einer Stellungnahmeversucht die Firma Crossrider nun, die Bedenken zu zerstreuen. Angeblich wird die Erweiterung bereits 90.000 mal eingesetzt.

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11  Bilder
Google+: So funktioniert das neue soziale Netz
Deutsches Blog zu Google+ gestartet: René Hesse und Denny Fischer haben gpluseins.de aus der Taufe gehoben, ein deutschsprachiges Blog rund um das soziale Netzwerk. Erklärt wird dort zum Beispiel, wie man mit einem iPhone Fotos automatisch zu Google+ befördert - zurzeit ist dafür eigentlich nur eine Android-App vorgesehen. Beim Konkurrenz-Netzwerk Facebook hat die Seite schon mehr als 2000 Fans. Der Blog-Frühstart könnte sich auszahlen: Ein erfolgreiches deutsches Facebook-Blog wurde Anfang dieses Jahres von dem US-Unternehmen WebMediaBrands für eine nicht genannte Summe gekauft.

Facebook und Google+ im Direktvergleich: Eine Infografik von TechnoBombs zeigt die Features von Platzhirsch Facebook und Neuankömmling Google+. Für drei wichtige Facebook-Funktionen gibt es bei dem neuen Netzwerk noch keine Entsprechung: Profile von kommerziellen Angeboten (die werden bei Google+ derzeit gelöscht, in den kommenden Wochen soll es aber eine offiziell genehme Lösung geben), Games (mehr als die Hälfte der Facebook-Nutzer spielt sie) und Questions (ein einfaches Frage-Tool).

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Schwere Datenschutz-Bedenken beim +1 Button
mediaspiegel 11.07.2011
Leider stellt Google keine Möglichkeit bereit, den +1 Button datenschutzkonform in Websites zu integrieren. Ein möglicher Workaround wird hier skizziert: http://www.media-deluxe.de/blog/2011/07/den-google-1-button-datenschutzkonform-integrieren/
2. Fehlinterpretation?
MasterOfDisaster 11.07.2011
---Zitat--- [...] ansonsten herrscht nach wie vor geradezu Freude über die Facebook-Alternative. Sogar bei den sonst so auf Datenschutz bedachten Mitgliedern der Piratenpartei. Darauf deutet zumindest eine Twitter-Nachricht hin. ---Zitatende--- Der Post auf Twitter lautet: "Die ganzen #Piraten, die Facebook abgelehnt haben, haben kein Problem bei Google+ Mitglied zu werden. Schön." Für mich klingt das eher nach Ironie.
3. Hektisch?
VPolitologeV, 11.07.2011
Aus dem Artikel: " - diese Kritik äußern viele deutschsprachige Nutzer, die Google bereits Einlass in sein soziales Netzwerk gewährt hat." Na, wer ist das Subjekt? "..., DENEN Google bereits Einlass..."
4. ...aller guten dinge sind drei...
quengelbengel 11.07.2011
wenn DIASPORA, das freie und ggf. dezentrale open-source social-network in die BETA-Version geht, dann entsteht langsam sowas wie "entscheidungsfreiheit". momentan sind die meisten benutzer aber noch zu träge zum wechseln (leider)... so viele daten wie bisher in der hand eines einzigen, (der im gegensatz zu google mit komplett versteckten karten spielt), zu geben ist halt "datenwirtschaftlich" gesehen zu riskant, und verhindert diversität in der kommunikation... wenn alles eins ist, ist nichts mehr "etwas" deshalb: vernetzt die netze! (facebook braucht auch ein google+ plugin) und DIASPORA sollte dann der dritte player werden... mir wäre das dann alles recht...
5. ja,
britney 11.07.2011
Zitat von quengelbengelwenn DIASPORA, das freie und ggf. dezentrale open-source social-network in die BETA-Version geht, dann entsteht langsam sowas wie "entscheidungsfreiheit". momentan sind die meisten benutzer aber noch zu träge zum wechseln (leider)... so viele daten wie bisher in der hand eines einzigen, (der im gegensatz zu google mit komplett versteckten karten spielt), zu geben ist halt "datenwirtschaftlich" gesehen zu riskant, und verhindert diversität in der kommunikation... wenn alles eins ist, ist nichts mehr "etwas" deshalb: vernetzt die netze! (facebook braucht auch ein google+ plugin) und DIASPORA sollte dann der dritte player werden... mir wäre das dann alles recht...
auf DIASPORA warte ich auch. Die sind ja schon ne Weile zugange, hatte gehofft, dass die schneller am Start wären als Google+. Vielleicht warten die erstmal die ersten Google+ (Daten)Skandale ab? :-)
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Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix

Google
Der Konzern
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.
Die Geschäftsfelder
Google hat im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen übernommen - so etwa 2006 die Videoplattform YouTube und 2007 den Online-Vermarkter Doubleclick. Gleichzeitig hat die Firma ihre Geschäftstätigkeit auch selbst ausgebaut, zum Beispiel mit dem Dienst Google Street View oder dem E-Mail-Anbieter Google Mail.
Produkte, die Google nie veröffentlichen wollte

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