Künstliche Intelligenz Computer-Hirne sollen Facebook auswerten

Facebook investiert in künstliche Intelligenz: Ein Forschungslabor der Firma soll Methoden entwickeln, um den Datenmassen einen Sinn zu geben und lukrative Informationen zu erschließen. Google macht es bereits vor.

Denkende Computer (Symbolbild): Auch Facebook bekundet Interesse
Corbis

Denkende Computer (Symbolbild): Auch Facebook bekundet Interesse


Mit Hilfe eines eigenen Forschungslabors zum Thema künstliche Intelligenz will Facebook sich die riesigen Datenmengen seines sozialen Netzwerks besser zunutze machen. Wie das Unternehmen bekanntgab, arbeite es dafür mit der New York University zusammen. Erforscht werden soll, wie Maschinen lernen: Wie können Computer dazu gebracht werden, Wissen aus riesigen Datenmengen herauszufiltern, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen? Die Forscher sollen an den Standorten New York, London und in der Facebook-Zentrale im kalifornischen Menlo Park arbeiten.

Geleitet werden soll das neue Forschungszentrum von dem französischen Mathematiker Yann LeCun, Gründer des Zentrums für Datenforschung an der New York University. LeCun sei ein anerkannter Experte auf diesem Gebiet und habe wegweisende Forschung über "deep learning" geleistet, heißt es.

Das sogenannte "deep learning" ist ein Bereich der künstlichen Intelligenz, bei dem es darum geht, die Funktionsweise des menschlichen Gehirns zu simulieren, um Daten zu analysieren. Technologie-Chef Mike Schroepfer erklärte, dass Facebook begeistert sei, dass LeCun jetzt zum Team der Firma gehöre.

Künstliche Intelligenz solle Inhalten Sinn geben

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte im Oktober erstmals von den Forschungsplänen gesprochen. Im September sei eine Arbeitsgruppe gegründet worden, um auf Grundlage "all des Wissens, das Menschen bei Facebook teilen, erstklassige Forschung zu künstlicher Intelligenz zu betreiben", sagte Zuckerberg vor Analysten. Ziel sei es, neue Ansätze der künstlichen Intelligenz zu nutzen, "um dabei zu helfen, all dem Inhalt, den die Menschen teilen, Sinn zu geben." So ließen sich neue Erkenntnisse über die Welt gewinnen, die Antworten auf die Fragen der Menschen gäben, so Zuckerberg weiter.

Allerdings ist auch zu erwarten, dass Facebook die neuen Methoden für Marketing und gewinnbringend unter anderem für Werbung einsetzen könnte. Das Unternehmen hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass sich mit gezielter Werbung und detaillierten Daten der Nutzer Geld verdienen lässt.

Auch Google hat sich bereits vor einem Jahr den berühmten Technik-Visionär Ray Kurzweil als Mitarbeiter gesichert und damit sein Interesse an künstlicher Intelligenz zur Datenverarbeitung untermauert: Zu Kurzweils Aufgaben gehört die Weiterentwicklung des maschinellen Lernens.

kpg/afp



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