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Neue Funktion: Facebook lässt nach Beziehungsstatus fragen

Facebook-Chef Zuckerberg (Archivbild): Frage nach den romantischen Verhältnissen Zur Großansicht
REUTERS

Facebook-Chef Zuckerberg (Archivbild): Frage nach den romantischen Verhältnissen

Sag, warum bist du Single? Facebook führt einen neuen Button ein, mit dem Nutzer nach dem Status von Beziehungen fragen können. Das Netzwerk geht nicht zum ersten Mal gegen Geheimniskrämer vor.

Als ob Facebook nicht schon genug Fragen aufwerfen würde, kommt jetzt eine dazu: die nach dem Beziehungsstatus. Einige Nutzer sehen auf den Profilseiten ihrer Freunde nun einen Button, mit dem sie gezielt nachfragen können. Wer drauf klickt, kann einen Grund angeben, warum er nach dem Status der Beziehung fragt.

Als Antwort steht dem Befragten eine Liste möglicher Status zur Auswahl - und sonst nichts. Der "Fragen"-Button ist in Wirklichkeit eine Aufforderung zur Klärung der romantischen Verhältnisse.

Mit der Funktion versucht Facebook, Intimwissen abzufragen, ohne allzu gruselig zu wirken. Dass Facebook Erkundungsarbeit an den Freundeskreis eines Mitgliedes ausgliedert, war schon vergangenes Jahr aufgefallen. Damals bat es seine Kunden, anonyme Freunde um die Herausgabe ihrer echten E-Mail-Adresse zu bitten; zuvor schon sollten weniger auf Anonymität bedachte Kunde ihre restriktiveren Bekannten verpetzen.

Aber das war nur der Anfang, erklärte Facebooks PR-Abteilung schon Anfang das Jahres. In einer E-Mail an "Readwriteweb" hieß es im Januar: "Mit Hilfe dieser Funktion können deine Freunde ganz leicht Informationen erfragen, die noch nicht in deinem Profil stehen. Zum Beispiel könnten sie nach deiner Arbeitsstelle oder deiner E-Mail-Adresse fragen."

Nach und nach rollt Facebook nun diese Frage-Funktion auch für den Beziehungsstatus unter Mitgliedern aus. In hier untersuchten Profilen gibt es diese Frage-Möglichkeiten schon für Arbeitsplatz, Wohnort und Schule.

Diese Fragen sollen zunächst fixer Bestandteil des persönlichen Profils werden, hieß es bei Facebooks PR-Agentur in Deutschland. Alle Informationen, die noch nicht von Mitgliedern selbst angegeben wurden, können nun von deren Freunden erbeten werden. Man könne aber jederzeit angeben, wer genau diese Information dann auch zu sehen bekäme. Informationen, deren Angabe explizit verneint wurde, können auch nicht von Freunden angefragt werden.

Facebook demonstriert hier trotzdem, wie man jemandem eigentlich geschützte Informationen abverlangt. Dass dies über den Freundeskreis geschieht, erinnert an Tricks von Internet-Betrügern, die den Vertrauensvorteil der Freunde eines Opfers gegen das Opfer verwenden.

kno

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insgesamt 44 Beiträge
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1.
!!!Fovea!!! 19.05.2014
Zitat von sysopREUTERSSag, warum bist Du Single? Facebook führt einen neuen Button ein, mit dem Nutzer nach dem Status von Beziehungen fragen können. Das Netzwerk geht nicht zum ersten Mal gegen Geheimniskrämer vor. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-laesst-nach-beziehungsstatus-fragen-a-970166.html
Fragen kostet nichts oder ist die Person gezwungen zu antworten? Selbst wenn ja, logt man sich nicht mehr ein und läßt FB "verhungern". Die Kunden, die meinen darauf zu antworten, wissen was sie preisgeben. Ganz einfach.
2. Neugierbefriedigung ohne Ende...
CG412 19.05.2014
Warum soll man Fragen stellen, auf deren Antworten man keinen Anspruch hat bzw. es sich verbietet solche Fragen überhaupt zu stellen? Denkt denn überhaupt noch jemand nach, wenn ständig über Facebook oder Whatsapp oder was-auch-immer die persönliche Positionsmeldung inkl. Wasserstand publiziert wird? Was will man denn erreichen? Privates soll bzw. muss privat bleiben, das geht kaum einen wildfremden Menschen an - und das sind sie alle, die in diesen "sozialen Netzwerken" am Ende des anderen Smartphones stehen. Wer noch einen Funken gesunden Menschenverstand nutzt, sollte sich diesem zeitfressendem "Sozial"-Quatsch entsagen.
3. Es muss noch schlimmer werden
jameskirk 19.05.2014
Ich hoffe, dass alles noch viel schlimmer wird. Dass jeder mit der "Ich hab doch nichts zu verbergen"-Haltung im ganz realen Leben auf Schritt und Tritt merkt, wo seine Informationen überall gelandet sind. Erst dann wird vermutlich eine große Debatte einsetzen, die auch die Menschen umfasst, die das jetzt noch alles toll finden, oder aber die Auswirkungen noch nicht erkennen.
4. Optimal,
hevopi 19.05.2014
wer dieses schwachsinnige Spiel mitmacht, hat auch eine schwachsinnige "asoziale" Basis verdient.
5. @!!!Fueva!!!
ahloui 19.05.2014
Das sehe ich anders! Das ist Phishing, nichts anderes!
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