Massives Sicherheitsproblem Facebook meldet Hackerangriff auf fast 50 Millionen Accounts

Facebook muss sich erneut wegen einer riesigen Sicherheitslücke rechtfertigen. Betroffen sind zig Millionen Userkonten.

Silhouetten zweier Facebook-User
REUTERS

Silhouetten zweier Facebook-User


Fast 50 Millionen Facebook-Nutzer sind von einem Hackerangriff mit noch unklaren Folgen betroffen worden. Das weltgrößte Online-Netzwerk teilte mit, die Attacke sei am Dienstag entdeckt und die Schwachstelle inzwischen geschlossen worden. Man habe die Behörden eingeschaltet. In Deutschland wurden zahlreiche Nutzer automatisch aus ihren Konten ausgeloggt.

"Weil wir die Ermittlungen gerade erst begonnen haben, müssen wir noch prüfen, ob die gehackten Konten missbraucht wurden oder ob Zugang zu Informationen besteht", hieß es. Die Facebook-Aktie gab drei Prozent nach.

Die Angreifer hätten eine Sicherheitslücke in der Funktion ausgenutzt, mit der Facebook-Mitglieder sich ihr Profil aus der Sicht anderer Nutzer anzeigen lassen können, erläuterte das Unternehmen. Diese Funktion sei vorerst abgeschaltet worden. Es sei noch unklar, ob sich die Angreifer Zugang zu Informationen der betroffenen Facebook-Konten verschafft haben.

Kurzfristig blockierte Facebook nach dem Angriff Meldungen von der Nachrichtenagentur AP und der britischen Zeitung "Guardian": Wenn Nutzer versuchten, Artikel über den Hackerangriff zu teilen, tauchte eine Meldung von Facebook auf, dass es sich dabei wahrscheinlich um Spam handelte.

Die Attacke kommt zu einem extrem ungünstigen Zeitpunkt für das Online-Netzwerk, das noch mit den Auswirkungen des Datenskandals um Cambridge Analytica zu kämpfen hat. Hintergrund dieses Skandals ist die Weitergabe von Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern an die inzwischen aufgelöste britische Beratungsfirma. Das Unternehmen unterstützte 2016 das Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump. Die von Facebook erlangten Daten verwendete es nach eigener Darstellung aber nicht für den amerikanischen Wahlkampf.

bam/dpa/Reuters



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
spiegel_2 28.09.2018
1. Welche Auswirkungen?
"Die Attacke kommt zu einem extrem ungünstigen Zeitpunkt für das Online-Netzwerk, das noch mit den Auswirkungen des Datenskandals um Cambridge Analytica zu kämpfen hat." - Womit genau das FB denn noch zu kämpfen? Außer dem Manager-Blabla hat man von FB doch keine Zugeständnisse o.ä. bekommen. Selbst die Fragen, die man seitens der EU beantworten sollte, konnte FB sich selbst aussuchen. Es wird also auch hier wieder gar nichts passieren.
Klaus's Meinung 28.09.2018
2. Dsgvo
Greift hier jetzt die DSGVO und Facebook muss ein paar Millionen Strafe bezahlen? Oder ist diese Verordnung nur dazu da, die kleinen Firmen zu schaden und die Innovationen abzuwürgen?
Ökofred 28.09.2018
3. Kommt drauf an
Zitat von Klaus's MeinungGreift hier jetzt die DSGVO und Facebook muss ein paar Millionen Strafe bezahlen? Oder ist diese Verordnung nur dazu da, die kleinen Firmen zu schaden und die Innovationen abzuwürgen?
Entscheidend ist, ob die Hacker die üblichen Regularien unterschrieben haben. Dann fallen sie quasi automatisch unter die DSVO, wenn die Hackerknappschaft auch die Beträge bezahlt hat. Wieweit die DGSVO aber kleine Firmen schadet und Innovationen abwürgt müssten Sie mir mal erklären.
dragondeal 28.09.2018
4. Gibt es eigentlich ...
... auch einen extrem günstigen Zeitpunkt, zu dem FB (oder sonst einer Firma) sowas passieren kann? Oder tut das Not, aus einer Meldung gleich wieder einen halben Kommentar zu machen? Und an Klaus, was soll das jetzt mit der DGSVO zu tun haben? Man man man, heute sind wieder sauviele, die ihren schimmeligen Senf dazugeben müssen, selbst wenn Pommes auf dem Teller liegen. Nein Leute, das schmeckt (den meisten) nicht wirklich.
Hottentottenham 28.09.2018
5. Private Vereine trifft es schon...
Zitat von ÖkofredEntscheidend ist, ob die Hacker die üblichen Regularien unterschrieben haben. Dann fallen sie quasi automatisch unter die DSVO, wenn die Hackerknappschaft auch die Beträge bezahlt hat. Wieweit die DGSVO aber kleine Firmen schadet und Innovationen abwürgt müssten Sie mir mal erklären.
Es gibt durchaus Fälle in denen kleine Sportvereine dicht machen, weil sie es sich nicht leisten können, die neue Verordnung so umzustzen wie der Vater Staat es möchte, und Angst vor evtl. Klagen haben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.