Neue Funktionen Facebook wird emotional

Bald soll Schluss damit sein, alles mögen zu müssen. In Kürze wird man auf Facebook auch über Dinge wütend oder traurig sein können - zumindest symbolisch.

Mehr Emotionen: Die neuen Facebook-Emojis (Screenshot des Tech-Blogs "Venture Beat")

Mehr Emotionen: Die neuen Facebook-Emojis (Screenshot des Tech-Blogs "Venture Beat")


"Es geht uns gut", das war die Botschaft, die Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch verkündet hat. Die Nutzerzahlen des sozialen Netzwerks steigen immer noch, 1,6 Milliarden Menschen haben sich Facebook angeschlossen. Gleichzeitig wurde der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,56 Milliarden Dollar (1,43 Milliarden Euro) mehr als verdoppelt. Und das alles, obwohl man auf Facebook bisher per Klick nur eine einzige Emotion ausdrücken kann: dass man etwas mag.

Aber mit dieser emotionalen Einbahnstraße soll es nun bald vorbei sein. Im September 2015 hatte Zuckerberg angekündigt, dass es bald neue Wege geben werde, um im sozialen Netzwerk auf Beiträge zu reagieren, statt nur den "Gefällt mir"-Button zu klicken. Als "Reactions" - Reaktionen - wurden daraufhin fünf neue Emojis in verschiedenen Ländern getestet, zuerst in Irland und Spanien.

Dort konnten die Nutzer in den vergangenen vier Monaten außer auf den Like-Button auch auf die neuen Buttons für "wütend", "traurig", "wow", "haha", "yay" (das letztlich wieder entfernt wurde) und "liebe" klicken, um ihre Gefühle zu einem Posting auszudrücken. Einen "Gefällt mir nicht"-Button, über den seit Jahren spekuliert wurde, gibt es jedoch weiterhin nicht.

"Überraschenderweise ist es ziemlich kompliziert"

Mark Zuckerberg hatte im September gesagt, dass die Nutzer Mitgefühl ausdrücken wollten. "Wenn du etwas Trauriges mitteilst, fühlt es sich nicht richtig an, diesen Post zu 'liken'", sagte er. Deshalb sei es wichtig, den Nutzern mehr Optionen zu geben. "Wir arbeiten schon eine ganze Weile daran", sagte Zuckerberg damals. "Überraschenderweise ist es ziemlich kompliziert."

Reaktionen, oft auch in Form animierter GIFs, sind längst Alltag in der Netzkultur geworden. Und auch traditionellere Webseiten arbeiten mittlerweile mit verschiedenen Emojis, etwa unter Artikeln, mit denen Leser Belustigung oder Ärger ausdrücken können. In Deutschland macht das etwa die "Bild"-Zeitung.

Einen konkreten Zeitplan für die weltweite Einführung der neuen Emoticons gab Zuckerberg am Mittwoch nicht bekannt, erklärte lediglich, dass es "sehr bald" so weit sein werde. Angesichts der Größe des Facebook-Netzwerks dürfte es allerdings auch nach dem Startschuss noch einige Tage bis Wochen dauern, bis die neuen Funktionen für alle Nutzer verfügbar sind.

Sehen Sie einen Ausschnitt aus Zuckerbergs Auftritt vom September im Video:

REUTERS

mak



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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
meinefresse 28.01.2016
1. Der wichtigste Knopf fehlt
"Boah wie langweilig, und dafür habe ich echt Lebenszeit verschwendet?" Warum gibt es dieses Emoticon nicht, wäre genau jenes, welches 95% meiner Emotionen bei FB-Seiten ausdrücken würde.
Baal 28.01.2016
2. Dazu gibts
einen prima Beitrag bei SPAM Facebook bringt den "A****loch!"-Button! Der ist echt gut!
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