Anonyme Anmeldung bei Apps Zuckerberg verspricht Facebook-Nutzern mehr Kontrolle

Gute Nachrichten für Facebook-Nutzer, schlechte für App-Entwickler: Mark Zuckerberg hat auf einer Konferenz mehr Anonymität angekündigt. Mitglieder können nun selbst entscheiden, welche Daten eine App bei einem Login über Facebook erhält.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg: Es soll ein bisschen anonymer werden
AP/dpa

Facebook-CEO Mark Zuckerberg: Es soll ein bisschen anonymer werden

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg will den Nutzern mit einer anonymen Anmeldemaske mehr Kontrolle über ihre Daten geben. Auf der Entwicklerkonferenz F8 in San Francisco stellte Zuckerberg die Anwendung "Anonymous Login" vor, mit der sich Nutzer unerkannt über ihren Facebook-Account bei anderen Apps anmelden können. Der Grund für den neuen Anmelde-Knopf sei die Angst der Nutzer davor, sich bei unbekannten mobilen Anwendungen mit ihrem richtigen Namen anzumelden, sagte Zuckerberg. Die Ungewissheit halte "Nutzer davon ab, neue Dinge auszuprobieren".

Viele Online-Plattformen wie der Ortungsdienst Foursquare und das Bilder-Netzwerk Pinterest bieten den mehr als 1,2 Milliarden Facebook-Nutzern bereits eine solche Anmeldung an. Der Vorteil für die Nutzer: sie müssen sich keine Passwörter merken oder sich mit Namen und E-Mail-Adresse neu anmelden. Sie müssen sich lediglich bei Facebook anmelden. Bisher hatten die Nutzer allerdings keine Möglichkeit, die übermittelten Daten aus ihrem Profil zu kontrollieren.

Nutzer wollen wissen, was sie teilen

Im vergangenen Jahr haben sich nach Angaben des sozialen Netzwerks Mitglieder mehr als zehn Milliarden Mal mit dem Facebook-Login bei Drittanbietern angemeldet. Immer wieder habe man gehört, dass "die Nutzer mehr Kontrolle darüber haben wollen, wie sie ihre Daten teilen", sagte der Facebook-Gründer.

Die Entwickler im Publikum applaudierten sehr zurückhaltend, als Zuckerberg den anonymen Login vorstellte. Für die App-Betreiber kann die Änderung bedeuten, dass ihnen viele Nutzerdaten entgehen. Sie erfahren bei einem anonymen Login nicht, wer sich angemeldet hat. Facebook hingegen behält die volle Kontrolle: das Netzwerk kennt den Nutzer, leitet an Drittanbieter jedoch nur eine verschleierte Identität des Nutzers weiter.

Den App-Anbietern entgehen nun wertvolle Daten

Der klassische Facebook-Login auf anderen Plattformen bleibt bestehen, künftig sollen die Nutzer aber entscheiden können, welche privaten Details an den App-Anbieter übermittelt werden. So können sich die Nutzer künftig mit ihrem Facebook-Namen etwa bei der Nachrichten-App Flipboard anmelden und selbst einstellen, ob der Anbieter den Geburtstag, die E-Mail-Adresse oder die Freundesliste auslesen darf. Außerdem dürfen Apps nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Nutzers auf die Pinnwand posten. "Niemand soll überrascht davon sein, was er bei Facebook teilt", sagte Zuckerberg.

Der Auftritt des Facebook-Chefs dauerte lediglich 20 Minuten, die Präsentation wurde per Livestream in die ganze Welt übertragen. Die F8-Konferenz richtet sich in erster Linie an Entwickler, die Apps für Facebook programmieren und Dienste wie den Musikplayer Spotify oder das Reiseportal TripAdvisor über eine Schnittstelle mit dem sozialen Netzwerk verknüpfen. Die hohen Erwartungen nach der Präsentation vor drei Jahren wurden diesmal allerdings nicht erfüllt. Auf der damaligen F8-Konferenz verkündete Zuckerberg fundamentale Änderungen des Netzwerks. Mit der neuen Timeline und dem Suchwerkzeug Open Graph verband Zuckerberg die Nutzer noch enger mit Facebook.



insgesamt 11 Beiträge
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tomatosoup 30.04.2014
1. Haha!
Kontrolliert das jemand und, wenn ja, wer? Wie zuverlässig ist der Kontrolleur? Wie werden Verstöße gegen die Geheimhaltungspflicht geahndet? Zahlt Herr Zuckerberg bei Pflichtverletzungen je Einzelfall dann eine abschreckende Summe, z.B. 1,000,000,000.00 US-$? An wen? An sich selber? Oder glauben Sie Herrn Zuckerberg? Mit anderen Worten: Sind Sie gläubig? Sind Sie etwa ein notorischer Blauäugiger, der eine rosa Brille trägt?
Septic 30.04.2014
2. Ja schöner Placeboknopf
Facebook macht nur deswegen Millionen von $ weil er die Userdaten verkauft - das sind perfekt vorsortiere Userprofile, ideal für gezielte und damit erfolgreiche Werbung. Was sie nun anbieten ist halt bischen Augenwischerei indem sie ein Knöpfchen machen das Sicherheit verspricht. Die Userdaten werden sie weiterhin verkaufen, sonst ginge Facebook schlicht pleite.
langelikal 30.04.2014
3.
Zitat von sysopAP/dpaGute Nachrichten für Facebook-Nutzer, schlechte für App-Entwickler: Mark Zuckerberg hat auf einer Konferenz mehr Anonymität angekündigt. Mitglieder können nun selbst entscheiden, welche Daten eine App bei einem Login über Facebook erhält. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-nutzer-sollen-mehr-kotrolle-bei-apps-erhalten-a-967093.html
Wahnsinn, das ist das STOP-Schild für die Verletzung der Privatsphäre. P.S. Wie geht es eigentlich dem illegalen Freundefinder?
Pixopax 30.04.2014
4. Wozu überhaupt?
Wer dann das Facebook-Kennwort hat kommt überall rein. Jeder Internetnutzer sollte tunlichst davon Abstand nehmen, stattdessen für jeden Dienst ein eigenes Passwort nehmen. Man sucht sich ein kompliziertes Passwort und ergänzt es mit Daten des Dienstes, z. b den zweiten und 5. Buchstaben des Namens umgedreht an Ende und Anfang des Passwortes. Da muss man sich nur eins merken. Über Facebook kann man sich auch hier anmelden, wers tut muss sich dann nicht wundern was da alles übertragen wird.
kommissar01 30.04.2014
5. richtig lesen..
Der klassische Facebook-Login auf anderen Plattformen bleibt bestehen, künftig sollen die Nutzer aber entscheiden können, welche privaten Details an den App-Anbieter übermittelt werden. So können sich die Nutzer künftig mit ihrem Facebook-Namen etwa bei der Nachrichten-App Flipboard anmelden und selbst einstellen, ob der Anbieter den Geburtstag, die E-Mail-Adresse oder die Freundesliste auslesen darf. Außerdem dürfen Apps nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Nutzers auf die Pinnwand posten. "Niemand soll überrascht davon sein, was er bei Facebook teilt", sagte Zuckerberg." Es geht also darum den ganzen weiteren nicht noch all diese Daten geben zu müssen - was bei vielen der Apps automatisch und nicht änderbar dazugehört. Kontrollieren kann man das wohl nicht wirklich - dafür ist es aber dann schon mal "nicht erlaubt" gewesen. Was ja schon ein sehr großer Unterschied zum "erlauben müssen" wäre und auch ab dann erst strafbar sein kann.. Er verspricht keine Sicherheit - er macht es aber schon mal zum nicht "legalen". Wobei er auch nicht selbst von Facebook spricht, also FB könnte es weiter tun, aber nicht der App Anbieter den man ja im Moment sogar noch seine Einwilligung dazu geben muss, dass er diese auch noch zusätzlich nutzen darf - also kein Minus für FB. Das sind Welten Unterschied, ein wichtiges Glied der Kette würde fehlen, was die Kette an sich aber natürlich nicht ganz wegzaubert - sry.
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