Facebook-Skandal Cambridge Analytica soll Daten bis 2017 gespeichert haben

Cambridge Analytica wertete millionenfach Facebook-Daten aus - und speicherte diese wohl länger, als bisher bekannt. Einem Medienbericht zufolge waren sie noch über den US-Wahlkampf hinaus auf den Servern zu finden.

Mark Zuckerberg
AFP

Mark Zuckerberg


Die umstrittene britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica hatnach Informationen des britischen "Guardian" lange nicht auf die Forderung von Facebook reagiert, die illegal ausgewerteten Daten zu löschen. Dem Zeitungsbericht zufolge soll Cambridge Analytica noch Anfang 2017 im Besitz der Daten gewesen sein - also noch über die Zeit des US-Wahlkampfs hinaus.

Im März war bekanntgeworden, dass sich die britische Firma Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen verschafft hatte. Mit Hilfe der Daten sollen Wähler im US-Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Donald Trump mit unerlaubter Wahlwerbung beeinflusst worden sein - was jedoch auch nach den neuesten Enthüllungen nicht endgültig bewiesen ist. Facebook hatte sich für den Skandal entschuldigt und versprochen, Konsequenzen zu ziehen (Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie hier und hier).

Der "Guardian" bezieht sich in seinem Bericht auf mehrere Mitarbeiter der Datenanalysefirma. Zwei von ihnen, die namentlich nicht genannt werden, geben an, dass entsprechende Daten noch nach dem US-Wahlkampf auf dem Server der Firma lagen. Dort seien sie schwer zugänglich gemacht worden. "Man konnte sie nur finden, wenn man wusste, wo sie waren", sagte demnach einer der Mitarbeiter. Er sei überrascht gewesen über den Fund; vorher habe es noch geheißen, die Daten seien gelöscht und dürften nicht mehr angewendet werden.

Seit 2015 will Facebook darauf gedrungen haben, dass Cambridge Analytica die illegal ausgewerteten Daten löscht. Der "Guardian" listet in seinem Bericht auf, dass die Analysefirma dies immer wieder mehr oder weniger direkt angekündigt oder teils auch bestätigt hatte. Passiert war das offenbar aber nicht. Erst im April 2017 soll eine verbindliche Zusage an Facebook rausgegangen sein.

Inzwischen hat Cambridge Analytica ohnehin Insolvenz anmelden müssen. Noch im März hatte die Firma ihren Vorstandsvorsitzenden Alexander Nix suspendiert und eine unabhängige Prüfung im eigenen Haus eingeleitet. So habe verhindert werden sollen, dass das Unternehmen zukünftig Datenschutzregeln breche. Nun aber habe Cambridge Analytica auch wegen der steigenden Rechtsgebühren im Facebook-Skandal aufgegeben, berichtete das "Wall Street Journal".

vks

insgesamt 11 Beiträge
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str.21.de 06.05.2018
1. Natürlich, natürlich
Und hier in Deutschland wäre für die Politik damit der Fall geregelt, wenn CA eine deutsche Firma wäre. Die Wahrheit sieht aber wohl eher so aus, dass von den Daten kopien gemacht wurden, und diese dann in eine der Nachfolgefirmen, wie z.B. Emerdata, reinflossen. Dort dann aber nur noch in den geheimen Raum, der, der durch die Betriebsgeheimnisse geschützt wird. Und alles ist wieder in Ordnung. So wäre es zumindest hier in Deutschland der Fall. Korruption ohne Ende.
allessuper 06.05.2018
2. Ja, was habt ihr denn geglaubt?
Warum sie das tun? Weil sie es können. Und wenn ich mir dieses Bubigesicht von Zuckerberg so anschaue, dann muss ich feststellen, dass zu viele Menschen einfach zu dämlich sind und es nicht anders verdient haben: User, Investoren und - last but not least - Medienvertreter.
Annabelle_ 06.05.2018
3. Wo bleiben die Verschwörungstheoretiker, die sowas immer schon ahnten,
dass Hauptzweck von FB primär Datensammeln ist. Oder Mondlandungen nicht so stattfanden, wie man sie präsentierte. Oder bei 9/11 'nachgeholfen' wurde. Warten wir, bis kein Hahn mehr nach kräht..;)
Susi Sorglos 06.05.2018
4. Möge SPON sich mal das ansehen....
https://en.wikipedia.org/wiki/Emerdata Sie haben sich schlicht umbenannt. Der Zirkus get weiter.
allessuper 06.05.2018
5. Es tut nicht einmal Not, die Verschwörungstheoretiker
Zitat von Annabelle_dass Hauptzweck von FB primär Datensammeln ist. Oder Mondlandungen nicht so stattfanden, wie man sie präsentierte. Oder bei 9/11 'nachgeholfen' wurde. Warten wir, bis kein Hahn mehr nach kräht..;)
ins Spiel zu bringen. Die haben anderes zu tun. Gesunder Menschenverstand reicht vollkommen aus, um sich das auszurechnen.
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