Netzwelt-Ticker: Facebook startet App Center

Von Carolin Neumann

Apple und Google machen es vor: Mit einem Marktplatz für zunächst kostenlose Apps sucht Facebook Anschluss. Außerdem im Überblick: die überzogenen Prognosen des Eric Schmidt, eine neue Runde Apple gegen Samsung und ein Twitter-Batman.

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Facebooks App Center: Erst kostenlos, später Einnahmequelle?

Facebook bietet jetzt ein sogenanntes App Center nach dem Vorbild von Apples App Store an. Hier werden Anwendungen und Spiele angeboten, basierend auf dem eigenen Nutzungsverhalten sowie dem von Freunden. Nur Apps mit guten Bewertungen sollen zu sehen sein, verspricht das Unternehmen. Unter anderem bietet das App Center auf einen Blick eine Übersicht über die geforderten Zugriffsrechte. "Das hilft dir dabei, deine Privatsphäreeinstellungen zu kontrollieren", heißt es dazu.

Angeboten werden nicht nur In-Facebook-Apps; Unternehmen, die im Netzwerk vertreten sind, haben zudem eine Chance, ihre mobilen Anwendungen hier zu positionieren. Das App Center lässt sich mobil über den Browser und Facebooks offizielle iOS- oder Android-App abrufen. Wie beispielsweise im Google Play Store kann der Nutzer sein Facebook-Konto darüber hinaus mit dem Smartphone verknüpfen und beim Aufruf einer App sagen: "Send to Mobile". Daraufhin öffnet sich die entsprechende Seite auf dem Mobiltelefon oder der Nutzer wird zum App Store oder Google Play weitergeleitet.

An diesem Service für Unternehmen verdient Facebook zwar erst mal nichts. Der Vorstoß mit einem eigenen App Center kann aber in Bezug auf den mobilen Bereich als Versuch verstanden werden, den Wachstumsmarkt kommerziell zu nutzen. Im Zusammenhang mit dem Börsengang im Mai war mehrfach darauf hingewiesen worden, dass es dem Netzwerk noch an Möglichkeiten fehlt, mit Smartphone-Nutzern Geld zu verdienen. Das soll sich nun ändern. Wie vom Technik-Blog "TechCrunch" berichtet, werden auch die geplanten Bezahl-Apps in Kürze im neuen App Center Platz finden.

"TechCrunch" führt Google vor

Wann gibt's denn endlich eine Android-App? Nach wie vor ein häufig gehörter Satz, wenn eine iOS-Anwendung für Begeisterungsstürme sorgt, aber das Google-Pendant auf sich warten lässt. Dass sich daran nur wenig zu ändern scheint, ist vor allem verwunderlich, wenn man Googles starken Marktanteil bedenkt. Entwickler jedoch führen an, die Programmierung für Google sei wesentlich komplexer als für Apple, da es Besonderheiten so vieler verschiedener Geräte zu berücksichtigen gelte.

Trotzdem, da war sich Eric Schmidt sicher, würde sich die Priorität von App-Entwicklern bald ändern. "TechCrunch" hat Aussagen des Google-Chefs ausgegraben, der unter anderem prophezeite: In einem halben Jahr werden Entwickler erst für Android, dann für iOS entwickeln. "Und das passiert einfach nicht", schreibt Kolumnist MG Siegler ein halbes Jahr später. Eine andere Aussage Schmidts aus derselben Zeit nennt der Autor einen "epischen Fehler".

Die damals gerade veröffentlichte Version 4.0 von Android (Ice Cream Sandwich) sei als neuer Standard angekündigt worden, mehr als ein halbes Jahr später jedoch liefen gerade mal 7,1 Prozent der Android-Telefone mit dieser Version des Betriebssystems. Und auch Siegler macht als Hauptgrund die eingangs erwähnte Schwierigkeit für Entwickler aus: Die Offenheit und Vielfalt, mit der Schmidt sich brüstete, wird Android zum Verhängnis.

Apple will Galaxy S3 verbieten lassen

Neues Samsung-Smartphone, neuer Versuch: Wenige Tage nach dem Verkaufsstart des neuen Galaxy S3 in Europa holt Apple die Patent-Mappe raus und geht gegen einen Verkauf in den USA vor. Der amerikanische Elektronikkonzern und das südkoreanische Unternehmen streiten seit Langem in wechselnden Ländern und wegen wechselnder Geräte. Zuletzt ging Apple gegen das Smartphone Galaxy Nexus vor, bei dessen Produktion sich nach Apples Meinung unrechtmäßig Ideen zu eigen gemacht wurden. Samsung wies die erneuten Vorwürfe zurück und kündigte an, beweisen zu wollen, inwiefern sich das S3 deutlich unterscheidet und innovativ ist.

Netzagentur geht gegen falsche R-Gespräche vor

Trickbetrüger versuchen nach Angaben der Bundesnetzagentur seit einigen Monaten mit falschen Auslands-R-Gesprächen Telefonnutzer abzukassieren. Die Bundesnetzagentur verhängte deshalb am Freitag gegenüber sämtlichen Netzbetreibern ein Verbot, die betroffenen Gespräche in Rechnung zu stellen oder Geld dafür zu kassieren. So solle den unlauteren Geschäftspraktiken der Boden entzogen werden, sagte der Präsident der Aufsichtsbehörde Jochen Homann.

Wer die Annahme der falschen R-Gespräche akzeptierte, bekam laut Bundesnetzagentur lediglich Werbung oder Informationen über Gewinnspiele zu hören. Dennoch wurden die Gespräche mit der Produkt-ID 81205, teilweise auch als "R-Gespräch" oder "Service 0900 Premium Dienst 58" in Rechnung gestellt. Die Netzagentur appellierte an Verbraucher, sie weiter über derartige Praktiken zu informieren. (dapd)

China will die "Great Firewall" ausweiten

Die chinesische Regierung will laut Reuters die Internetzensur künftig noch rigider gestalten. Vor allem Microblogging-Plattformen und Foren, also sehr meinungsstarke Medienkanäle, sind Ziel eines überarbeiteten Gesetzes. Mussten sich beispielsweise bislang schon Nutzer Twitter-ähnlicher Dienste mit ihrem richtigen Namen offiziell registrieren, werden nun die Betreiber in die Pflicht genommen. Sie sind demnach verantwortlich für Inhalte, die auf ihren Seiten veröffentlicht werden. Außerdem sollen sie eine Lizenz von der Regierung benötigen und dann Daten speichern und etwaige Untersuchungen unterstützen.

Bislang gelangten trotz des staatlichen Maulkorbs und vieler abschreckender Beispiele immer wieder zahlreiche Aussagen von Regimegegnern auf diesen Kanälen an die Öffentlichkeit. Kritiker der "Great Firewall", wie die chinesische Netzzensur häufig genannt wird, glauben allerdings, dass durch die neuen Maßnahmen die Selbstzensur steigen könnte.

Auch das noch:

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insgesamt 2 Beiträge
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1. S3
Nonvaio01 08.06.2012
Zitat von sysopApple und Google machen es vor: Mit einem Marktplatz für zunächst kostenlose Apps sucht Facebook Anschluss. Außerdem im Überblick: die überzogenen Prognosen des Eric Schmidt, eine neue Runde Apple gegen Samsung und ein Twitter-Batman. Facebook startet mit App Center eigenen App Store - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,837685,00.html)
gibt es bei uns leider noch nicht (Irland) hoffe es kommt bald. was den ewigen streit angeht nervt es nur noch. Ich denke mal Apple hat angst vor dem S3 denn einige sachen sind wirklich gut und sehr inovativ.
2. Noch ein App Center
kawiller 15.06.2012
Also ich habe mir das App Center von Facebook angesehen und dort alles mal angeklickt. Ich bin seit längerer Zeit (lange vor Facebooks Namenswahl...) begeisterter Nutzen von http://www.app-center.de und finde dies nach wie vor besser. Ich kann nur hoffen, dass da bei Facebook noch mehr kommt, sonst wird das FB App Center wohl das gleiche Ende nehmen wie Apples Bing...
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  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.

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