Privatsphäre-Einstellungen Facebook schafft das Verstecken ab

Künftig sollen alle Mitglieder bei Facebook gefunden werden, wenn man ihren Namen in der Suchmaske eingibt. Bisher verhindern das noch einige Nutzer des sozialen Netzwerks. Doch Facebook lässt ihnen keine Wahl.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Jeder wird auffindbar
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Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Jeder wird auffindbar


Niemand kann sich mehr verstecken: Facebook macht endgültig alle Mitglieder des sozialen Netzwerks sichtbar, die sich bisher vor Suchanfragen verbergen. Das teilte der Facebook-Sicherheitschef Michael Richter am Donnerstag in einem Blogbeitrag mit. Wer noch immer verhindert, dass er bei Facebook per Namenssuche gefunden werden kann, der wird mit einem prominenten Warnhinweis auf der Startseite auf die Änderung hingewiesen. Diese Notiz taucht immer wieder auf der Startseite auf, bis der Nutzer die Meldung schließlich bestätigt, heißt es beim Techblog "Readwrite". Ablehnen geht nicht.

Die Suchblockade sei abgeschafft worden, weil sie sich manchmal "kaputt angefühlt hat", schreibt Michael Richter. Viele Nutzer seien "irritiert" gewesen, wenn sie jemanden suchten, den sie persönlich oder aus einer Facebook-Gruppe kannten - ihn aber bei Facebook nicht per Namenseingabe finden konnten. Die Versteck-Funktion sei laut Richter eine begrenzte Einstellung aus alten Zeiten. Sie verhindere zwar, dass man einen Nutzer findet, aber nicht, auf seinen Namen zu klicken und sich sein Profil anzuschauen. Bereits im Dezember war der Schritt angekündigt worden.

Laut Facebook handelt es sich nur noch um einen kleinen Prozentsatz der Nutzer. Bei den meisten Mitgliedern taucht der Eintrag "Wer kann deine Chronik über den Namen finden" in den Privatsphäre-Einstellungen gar nicht mehr auf. Dort ist er nur noch sichtbar, wenn man bereits vor Monaten eingestellt hat, dass man nur von Freunden oder von niemandem über den eigenen Namen entdeckt werden will. Bei allen Mitgliedern, die damals auf diese Opt-in-Einstellung verzichtet haben, hat Facebook den Eintrag schon im Dezember vergangenen Jahres entfernt.

Sprich: Alle Mitglieder bei Facebook werden künftig per Suchanfrage gefunden. Damit beschränkt Facebook erneut die Möglichkeiten der Nutzer, ihre Daten selbst zu kontrollieren. Wer zumindest die geteilten Mitteilungen und Fotos vor Fremden verbergen will, der muss die Privatsphäre-Einstellungen für Beiträge bearbeiten. Damit lässt sich regeln, ob beispielsweise nur Freunde oder Mitglieder einer bestimmten Liste die geteilten Inhalte sehen können.

Manchmal ist aber selbst das nicht möglich: Erst im August hatte das Unternehmen die Nutzungsbedingungen zu seinen Gunsten überarbeitet. Facebook erlaubt sich seither ganz generell, mit den Namen und Profilbilder der Nutzer zu werben. Dagegen können sich die Nutzer nicht wehren.

jbr

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insgesamt 76 Beiträge
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Bruschetta 11.10.2013
1. Ich ahnte schon immer...
...wehalb ich diesem Geschäftsmodell nicht trauen sollte. Das nimmt ja inzwischen Scientology-Züge an. Aus dem sozialen Netzwerk wird Schritt für Schritt ein asoziales Netzwerk. Der Nutzer als Verfügungsmasse...
bubamara80 11.10.2013
2.
Mich stört diese neue Regelung, ehrlich gesagt, nicht. Denn, wozu legt man sich in einem sozialen Netzwerk ein Profil an, wenn man sich innerhalb des Netzwerks verstecken will? Damit man andere in Ruhe ausspionieren kann, oder was?
derjansel 11.10.2013
3. Viele gute Gründe
Zitat von bubamara80Mich stört diese neue Regelung, ehrlich gesagt, nicht. Denn, wozu legt man sich in einem sozialen Netzwerk ein Profil an, wenn man sich innerhalb des Netzwerks verstecken will? Damit man andere in Ruhe ausspionieren kann, oder was?
Man will nicht von den Eltern gefunden werden, nicht vom Ex, nicht vom Boss, nicht vom Stalker.... Es gibt da viele gute Gründe. Und ja, man benötigt FB in einigen Altersgruppen für Koordinierung. Vielleicht wird sich das auch wieder ändern, aber zur Zeit ist es nunmal so.
blackjackilluminist 11.10.2013
4. asozial?
Es dürfte sich vielmehr um das Gegenteil handeln. Mehr social network geht kaum. Wer das nicht will, muss sich nicht anmelden.
HorstBlond 11.10.2013
5. @bubamara80
@bubamara80. Nur, falls das tatsächlich Dein ernst ist: es gibt halt Leute die in diesem sozialen Netzwerk "einfach" ihr real-existierendes soziales Netzwerk abbilden. Facebook war dann wir eine Einladung zum Kaffee bei mir daheim, während bisher nur "big brother" zuhörte und ansonsten die Wohnungstür zu war, ist die Tür jetzt eben offen und ALLE wissen zumindest das, wer und was Du bist. Ich hatte bisher eine "Fake Account" um mal zu schauen wie Facebook tickt. Ich werde mich jetzt aber schleunigst abmelden.
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