Apple vs. Facebook Liebe Leserin, lieber Leser,

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Mark Zuckerberg schlägt verbal um sich: Weil Apple-Chef Tim Cook Facebook wegen des Cambridge-Analytica-Skandals öffentlich kritisiert hatte, antwortete Zuckerberg nun ebenfalls öffentlich: Cook mache es sich "extrem leicht", wenn er argumentiere, Facebook liege nichts an seinen Mitgliedern, nur weil sie nichts bezahlten, sagte Zuckerberg in einem Interview: "Das klingt für mich lächerlich."

 Facebook-Chef Mark Zuckerberg
REUTERS

Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Cook hatte in einem Bühneninterview versucht, den Datenskandal bei Facebook für etwas Eigenwerbung zu nutzen. Er erklärte, dass Apple die Daten seiner Kunden nicht auswerte und weitergebe. Und er sagte, dass es auch grundsätzlich nicht möglich sein solle, alle Kontakte und Vorlieben eines Nutzers sowie seine Suchanfragen und Website-Aufrufe im Netz zu kennen. So ein Wissen "sollte meiner Ansicht nach nicht existieren", sagte Cook. Auf die Frage, was er denn tun würde, wenn er in Zuckerbergs Situation wäre, antwortete er lapidar: "Ich wäre nicht in dieser Situation."

Der Facebook-Chef ließ sich dazu hinreißen, darauf auch noch zu antworten. In einem Interview mit dem US-Nachrichtenportal "Vox" sagte er: "Ich denke, es ist wichtig, dass wir nicht alle das Stockholm-Syndrom bekommen." Man solle sich nicht von "Firmen, die hart daran arbeiten, mehr Geld von uns verlangen zu können" erzählen lassen, dass sie sich besser um die Nutzer kümmern würden. Allerdings dürften solche verbalen Angriffe von beiden Seiten kaum dazu betragen, dass sich ein Nutzer bei einem Unternehmen gut betreut fühlt.

"Ready Player One" läuft in den Kinos an

Filmszene aus "Ready Player One"
Warner Bros.

Filmszene aus "Ready Player One"

Ab Donnerstag ist in Deutschland die Verfilmung von "Ready Player One" auf der Leinwand zu sehen. Der Science-Fiction-Roman von Ernest Cline genießt unter Nerds und Gamern Kultstatus - und es deutet alles darauf hin, dass der Film ebenfalls gut angekommen wird, und zwar nicht nur bei einem Nerd-Publikum. Mein Kollege Matthias Kremp hat den Film vorab angesehen und war angetan. Lesen Sie hier seine Rezension: "Spielbergs Rückfall in die Achtziger".

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"Ready Player One": Ein Fest für Gamer

Seltsame Digitalwelt: Der gut getarnte Fön
eine Anekdote von Markus Böhm

Kürzlich war ich in einem Hotelzimmer in Tokio verwirrt. Ich konnte im Bad partout keinen Fön finden, und auch im Schlafraum erblickte ich nur Dinge wie einen Fernseher oder einen Wasserkocher. Als ich an der Rezeption nachfragte, wurde mir schließlich klar, dass ich nicht der erste war, der dieses Problem hatte. Man hielt mir wortlos ein vorgefertiges Schild in englischer Sprache entgegen: Das Gerät im Schlafzimmer, das auf den ersten Blick wie ein Wasserkocher aussieht, sei der Fön. Peinlich.

SPIEGEL ONLINE

Später gab mir immerhin noch ein App-Experiment mein Selbstvertrauen zurück. Denn offenbar tarnt sich der Fön im Zimmer so gut, dass er selbst manche Bilderkennungsprogramme austricksen kann: Als ich ihn jedenfalls mit der App "Memrise" abscannte, kam auch dieses Programm zu dem eindeutigen Schluss: Das ist ein Wasserkocher. Hah!

App der Woche: "Umiro"
getestet von Tobias Kirchner

Devolver Digital

Im Rätselspiel "Umiro" geht es darum, zwei Spielfiguren den richtigen Weg zu weisen. In jedem Level warten Hindernisse auf dem Weg zum Ausgang. Das Heldenduo aus Toni und Colora sammelt dabei Kristalle ein, um der Welt die Farbe zurückzubringen. Dafür muss der Spieler Linien malen, auf denen sie sich fortbewegen. Anschließend gilt es, im richtigen Moment den Startbefehl zu geben. Mit zunehmender Spielzeit werden die Herausforderungen kniffliger. Dank des tollen Stils und der Musik von "Umiro" bleibt man aber gern bis zum Ende dabei.

Für 2,89 Euro (Android) oder 3,49 Euro (iOS) von Devolver Digital, ohne In-App-Käufe.

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "In Bayern droht bald überall Gefahr" (sechs Leseminuten)
    Die Journalistin Frida Thurm hat sich das neue bayerische Polizeigesetz, das die CSU im Mai verabschieden will, einmal genauer angesehen - und erklärt bei "Zeit Online", was die Verschärfungen bedeuten.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche,

Judith Horchert

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insgesamt 24 Beiträge
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hersp58 03.04.2018
1. Fussballer-Sydrom
Zuckerberg wirkt wie ein Junge, dem man versucht sein Spielzeug weg zu nehmen. Der Unterschied zwischen Cook und ihm ist einfach, dass Apple nie ein Hehl aus seiner Hochpreispolitik gemacht hat und besonders zu Steve Jobs Zeiten dann auch hochwertige Produkte verkauft hatte. Facebook machte immer schon einen auf Kumpel und gab den Sozialen, der sogar "umsonst" seine Leistungen seinen Nutzern anbietet. Dieses Image wurde sorgfältig gepflegt. Dass er durch Werbung verdiente, war immer bekannt und wurde hingenommen. Der Verkauf von Datenpaketen ohne Zustimmung der Betroffenen aber in der jetzt bekannten Größenordnung nicht. Jetzt hat Zuckerberg ein riesen Imageproblem und nicht Cook. Es wird für ihn Zeit, sein T-Shirt zu wechseln.
default_user 03.04.2018
2.
Da lehnt der Herr Cook sich aber weit aus dem Fenster.
ferdi-borgmann 03.04.2018
3. apple vs. facebook
Facebooks soziales Netzwerk ist für seine Mitglieder nur vordergründig gratis. Sie stimmen bei der Registrierung und mit der Nutzung ja der Auswertung ihrer Daten zu, für deren Nutzung Produzenten und Händler Milliarden von Werbegeldern an facebook zahlen, um dort Anzeigen für irgendwelche Waren zu schalten. Dann kaufen die facebook-Nutzer diese Waren, in deren – überhöhten - Preisen natürlich die Milliarden von Werbekosten der Anzeigenkunden enthalten sind, die an facebook gezahlt wurden. So kassiert facebook indirekt und „versteckt“ seinen Nutzern also doch Milliarden ab. NIX ist mit „Gratis-Nutzung“ bei facebook! Shit, wa?
ash26e 03.04.2018
4. @ M. Zucherberg : the show must go on
but your game is over.
master-of-davinci 04.04.2018
5. Ach ja, der Cook...
Wenn er was von Jobs gelernt hat, dann das sagen von "Fakten", die zwar richtig sind und den Unbedarften glauben lässt, Apple würde dies oder das nicht machen oder machen, und dennoch Anderes zulässt. Klar verkauft Apple keine Daten..... sie wollen schließlich selbst daran verdienen. Und Mr. Cook soll mal erklären, wie die Apple Service funktionieren sollen ohne Persönliche Daten zu erheben? Die Feinheiten sind es, die Aussagen von Jobs und nun Cook ausmachen... Er sagt bspw, dass Daten erst gar nicht existieren sollten "die dann im Netz auftauchen oder verkauft werden".... ja, kann er so sagen, denn es betrifft ja nicht Apples Umgang mit den Daten, da diese ausschließlich zu Apple's nutzen sind. So ist es mit den meisten seiner Aussagen die solche Themen behandeln. Apple macht oder macht etwas nicht *nur* nicht so wie XY, damit sagt er aber nicht dass Apple damit nicht erwas anders macht. Denn was Apple will ist die abso!ute Kontrolle. Es wäre völlig blauäugig zu Glauben Apple würde auf irgendwas verzichten mit dem sich Geld verdienen lässt. Sie lassen nur Niemand Anderes Geld verdienen, wenn sie es selbst verdienen können. Und Zuckerberg hat da nur ein anderes Geschäfts Modell.... er verdient damit, andere (Werbetreibende) verdienen zu lassen... wie Google. Es gibt keine Guten bei der Sache, Alles skrupellose, geldgierige Handlanger von noch skrupelloseren Aktionären. Die persönliche Wahl ist da zwischen Pest und Kolera.
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