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Website-Analyse: Facebook will die Mausbewegungen seiner Nutzer auswerten

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DPA

Facebook-Logo: Wissen, was die Mitglieder auf der Website machen

Wo lauert der Mauszeiger? Facebook will wissen, wie seine Mitglieder das soziale Netzwerk nutzen. Mit einer neuen Software könnte jede Mausbewegung ausgewertet werden - angeblich ganz im Sinne der Kunden.

Facebook möchte so viel wie möglich über das Nutzungsverhalten seiner Mitglieder in Erfahrung bringen. Je besser das soziale Netzwerk seine Kunden kennt, desto zielgenauer lässt sich schließlich Werbung platzieren. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge testet das Unternehmen nun eine Software, die jede Interaktionen der Anwender mit dem sozialen Netzwerk aufzeichnet.

Die Maus-Überwachung soll messen, wie lange ein Nutzer mit seinem Cursor auf bestimmten Bereichen der Webseite verharrt, wo mit einem Rechtsklick weitere Aktionen eingeleitet werden, wann gescrollt wird.

Facebook-Manager Ken Rudin wird mit der Aussage zitiert, die erbrachten Daten würden gesammelt, um sie für unterschiedliche Zwecke zu nutzen. Sie würden zur Entwicklung neuer Produkte und zur verbesserten Platzierung von Werbung genutzt. Die Aufzeichnung der Cursor-Bewegungen würden die Kenntnisse darüber, wie Facebook-Mitglieder die Seite nutzen, erheblich erweitern.

Um diese so aufgezeichneten Daten auswerten zu können, bereite Rudin, der 2012 vom Spieleanbieter Zynga zu Facebook wechselte, die Infrastruktur des Unternehmens auf die Verarbeitung wesentlich größerer Datenmengen als bisher vor, so das "Wall Street Journal".

Dabei sei Facebook nicht das erste Unternehmen, das die Mausbewegungen der Besucher auf seiner Webseite aufzeichne. So protokolliere etwa die Bildagentur Shutterstock buchstäblich alles, was ein User auf ihrer Webpräsenz tue.

Facebook-Nutzern, die sich unterwegs von ihrem Smartphone oder Tablet aus bei dem Netzwerk anmelden, bleiben von der Verhaltensanalyse allerdings ausgeschlossen. Bislang lässt sich nicht messen, wo und wie lange ein Nutzer seine Finger über dem Touchscreen schweben lässt, bevor er einen Link anklickt. Doch zumindest könne festgestellt werden, ob der Newsfeed eines Mitglieds zu einem bestimmten Augenblick auf dem Bildschirm sichtbar sei.

Bedenken gegenüber der neuen Technik versucht Facebook auszuräumen. Gegenüber "Mashable" erklärte ein Sprecher, es gehe bei der Erfassung der Cursor-Bewegungen lediglich um Produktverbesserungen. "Wir teilen diese Informationen mit niemanden außerhalb von Facebook, und wir nutzen sie auch nicht für personalisierte Werbung."

meu

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Striptease
Ratzbär 31.10.2013
Das finde ich gut: Mehr Daten, bessere Werbung, totale Überwachung. Man sollte auch die Bank- und Finanzamtverbindungen der FB Verwender darüber laufen lassen, damit ein harmonisches Gesamtpaket an Daten über jeden FB-Verwender entsteht. Wer so einsam ist, sich bei FB einzuschreiben, der sollte auch total überwacht werden dürfen, wobei ich der Meinung bin, dass das bereits geschehen ist. "Social striptease" - begleitet Euch doch gegenseitig auf die Toilette! ;-)
2. nix wie raus
arnulfs 31.10.2013
Ich bin bloß froh, daß ich bei Facebook vor ein paar Monaten gekündigt habe und kann das nur allen anderen wärmstens empfehlen.
3.
DMenakker 31.10.2013
Also, facebook hat ja gesagt, gar nicht schlimm, nur Produktverbesserung. Also trauen wir dem jetzt mal und nutzen facebook immer schön weiter. Und bitte kein privates Detail vergessen. Die "Freunde" müssen es ja unbedingt erfahren. War die NSA eigentlich wirklich so dämlich, sich über Datenabgriffe angreifbar zu machen? 90% aller Erkenntnisse hätten sich mit simplen Anrufen bei google, yahoo, microsoft und facebook gewinnen können. Denn bei aller Empörung, DAS interessiert offensichtlich keinen Menschen
4. Alter Hut
georg69 31.10.2013
Mousetracking ist im Rahmen des Webtrackings nichts Neues. Solange die Infos nicht personalisiert gespeichert/verwendet werden, lassen sich damit immer noch Erkenntnisse zur Verbesserung einer Website erlangen. FB würde ich diesbezüglich aber nicht über den Weg trauen.
5. @DMenakker
robert.c.jesse 31.10.2013
Heute im SPIEGEL: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/google-aufgebracht-ueber-nsa-datenspionage-a-930969.html Die NSA sammelt über ALLES, was man anzapfen, abhören und sehen kann. Ohne Ausnahme.
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