TV-Offensive Facebook will eigene Hochglanz-Serien zeigen

Die TV-Ambitionen von Facebook gehen offenbar weiter als bisher bekannt: Das Online-Netzwerk plant laut "Wall Street Journal" exklusive, teure Serien. Bei den Inhalten gibt es allerdings Tabuthemen.

Facebook-Büro
AFP

Facebook-Büro


Facebook will in großem Stil eigene Fernsehinhalte auf seine Plattform bringen. Das weltgrößte Onlinenetzwerk ist dazu bereits in Gesprächen mit Hollywood-Studios und Rechtevermarktern.

Facebook wolle bis zu drei Millionen Dollar pro Serienfolge ausgeben, berichtet nun das "Wall Street Journal". Mit so einem Budget könnte der Konzern in einer Liga mit sehr hochwertigen TV-Produktionen spielen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Der Konzern habe vor allem die Altersgruppe der 17- bis 30-Jährigen im Visier. Die Inhalte würden von Werbevideos begleitet werden.

Mit dem Vorstoß ins Geschäft mit Fernseh-Inhalten würde Facebook sowohl mit klassischen Fernsehsendern um Werbegelder als auch mit Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon konkurrieren. Eigenproduktionen wie "House of Cards" oder "Orange Is The New Black" von Netflix oder "American Gods" von Amazon sind beim Publikum beliebt. Auch Apple experimentiert gerade mit exklusiven Inhalten wie der Sendung "Planet of the Apps" - und holte sich jüngst auch zwei Top-Manager des TV-Studios von Sony.

Facebook verfolgt seit Längerem eine Strategie, seinen Nutzern hochqualitative Video-Inhalte anzubieten. Zuletzt bezahlte es Medienfirmen mit Millionenbeträgen, damit diese Produktionen im Rahmen von Facebooks Live-Funktionen senden.

Nun soll die Fernseh-Offensive starten. Bereits im Mai hatte "Business Insider" über derartige Pläne berichtet - zwei Dutzend Produktionen sollen demnach in Auftrag gegeben werden. Das "Wall Street Journal" wartet nun mit vielen Details dazu auf.

Facebook will keine Nackten zeigen

Der Start des Facebook-TV-Programms sei für Ende des Sommers anvisiert, berichtet das Blatt. Facebook wolle keine politischen Dramen, Nachrichtensendungen oder Serien mit Nacktheit und schmutziger Sprache, hieß es. Anders als Netflix oder Amazon wolle Facebook mit den Studios Zuschauerdaten teilen. Mit dem Vormarsch von Facebook ins TV-Geschäft würde sich auch zeigen, wie gut sich ausgiebige Informationen über die Interessen von Zuschauern tatsächlich in den Erfolg von Sendungen ummünzen lassen.

Mit einem zweiten Programm soll es mehr Low-Budget-Formate geben, die maximal zehn Minuten dauern und nicht geskriptet sind - Inhalte für die Generation YouTube und Snapchat also. Dafür sei der Konzern etwa mit den Medienfirmen "BuzzFeed" und Refinery29 im Gespräch.

fab/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.