Facebook-Chef über NSA-Spionage "Die Regierung hat es vergeigt"

Facebook-Chef Zuckerberg hat die Internetspionage durch den US-Geheimdienst NSA auf einer Technologiekonferenz in Kalifornien scharf kritisiert. Er wünsche sich, dass die Regierung besser aufkläre. Auch Yahoo-Chefin Mayer übte Kritik: "Wenn du dich nicht fügst, ist es Landesverrat", sagte sie.

Facebook-Chef Zuckerberg auf Tech-Konferenz: "Das war echt übel"
AFP

Facebook-Chef Zuckerberg auf Tech-Konferenz: "Das war echt übel"


San Francisco - Die NSA-Affäre lastet auf den US-amerikanischen Internetunternehmen - und sie wehren sich mit öffentlichen Stellungnahmen. Ungewöhnlich kritisch hat sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem Interview auf der Technologiekonferenz "Disrupt" in Kalifornien über die Internetspionage des US-Geheimdienstes NSA geäußert: "Ich denke, die Regierung hat es vergeigt", sagte er in San Francisco. Als Regierungsvertreter erklärt hätten, man spioniere ja keine Amerikaner aus, sei das für ein weltweit tätiges Unternehmen wie Facebook nicht gerade hilfreich gewesen. "Das war echt übel."

"Es ist mein Job und der von Facebook, alle zu schützen, die Facebook nutzen", sagte Zuckerberg. Er wünsche sich, dass die Regierung von sich aus mehr dazu beitrage, die Sache aufzuklären. Facebook Chart zeigen und andere Internetkonzerne wie Yahoo Chart zeigen, Microsoft Chart zeigen und Google Chart zeigen fordern in der Öffentlichkeit und mit Klagen vor einem Geheimgericht, dass sie den Umfang der geheimdienstlichen Anfragen bekanntgeben dürfen. Die Internetfirmen fürchten einen Vertrauensverlust bei den Nutzern und damit letztlich geschäftliche Einbußen.

Auch Yahoo-Chefin Marissa Mayer griff die US-Regierung scharf an: "Wenn du dich nicht fügst, ist es Landesverrat", hatte Mayer zuvor auf derselben Konferenz gesagt, die von der Technologie-Website TechCrunch veranstaltet wurde. "Wir halten bei Anfragen dagegen", versicherte sie. Mayer zeigte sich bei dem Thema aber insgesamt zurückhaltender als Zuckerberg. Bislang hatten sich vor allem die Chefjustiziare der Internetfirmen zur Internetspionage geäußert.

nck/dpa

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insgesamt 59 Beiträge
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sci666 12.09.2013
1. lüge...
es ist ja nachweislich auch gelogen, dass KEINE Amerikaner ausspioniert wurden und werden !
memento_mori 12.09.2013
2. alternativlos
>"Es ist mein Job und der von Facebook, alle zu schützen, die Facebook nutzen", sagte Zuckerberg.< DER war jetzt echt mal gut. Und ich Narr dachte, es ginge ihm nur ums Geld...tztztz
Xenocow 12.09.2013
3. Ist doch klar ;-)
Ich denke die NSA zieht deshalb mit dem neuen Medium so wehement in den Krieg, weil die Amerikanische Regierung langsam begreift was für ein "Monster" sie da eigentlich erschaffen haben. Das Internet wurde ja ursprünglich für Militärische Zwecke entwickelt, und jetzt sind Informationen frei zugänglich und fliessen so rasend schnell, das man kaum noch Kontrolle darüber hat. Früher konnte man über die Presse + TV gezielt den Nachrichtenfluss steuern, das ist heute kaum noch möglich. Natürlich lassen sich immer noch viele beeinflussen durch die Medien, aber immer mehr Leute hinterfragen und denken selber nach. Das ist den Mächtigen ein Dorn im Auge. Überwachung = Kontrolle = Macht. Wieviele schmutzige Geheimnisse sind Dank des Internets über die letzten 15 Jahre bekannt geworden...mich wundert das ganze nicht mehr.
mazzeltov 12.09.2013
4. Oberster Datenschützer
Zitat von sysopAFPFacebook-Chef Zuckerberg hat die Internetspionage durch den US-Geheimdienst NSA auf einer Technologiekonferenz in Kalifornien scharf kritisiert. Er wünsche sich, dass die Regierung besser aufkläre. Auch Yahoo-Chefin Mayer übte Kritik: "Wenn du dich nicht fügst, ist es Landesverrat", sagte sie. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-zuckerberg-kritisiert-nsa-und-us-regierung-wegen-prism-a-921771.html
Zuckerberg als oberster Datenschützer nicht nur der USA sondern weltweit ist ungefähr so glaubhaft wie der Papst als Chef-Mufti von Bagdad. Klar ist Zuckerberg sauer: Seine Werbekunden zahlen gutes Geld für die gleichen Daten, die die NSA umsonst abschöpft. Oder sollten die Worte an seine eigenen Mitarbeiter gerichtet gewesen sein?
Blaumilchvor, 12.09.2013
5. Hmmm
Das da sogar mal was intelligentes vom Chef dieser "Werbeplattform" kommt, wer hätte das gedacht! Trotzdem, wer bei Fuckbook und Konsorten mitmacht ist schon selber schuld! Es gab Zeiten da hat man sich über die Volkszählung aufgeregt! Heute ist man freiwillig dabei das letzte Hemd vor allen auszuziehen und Unternehmen wie Fuckbook verdienen dabei Millionen...Herr lass Hirn vom Himmel regnen...
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