Medien im News Feed Facebook stellt die Vertrauensfrage

In Deutschland und anderen europäischen Ländern fragt Facebook nun seine Nutzer, welchen Medien sie vertrauen. Irgendwann soll das Votum beeinflussen, wie sich der News Feed zusammensetzt.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg
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Facebook-CEO Mark Zuckerberg


Es gibt zu viel Falschinformation, Polarisierung und Sensationalismus in der Welt, findet Mark Zuckerberg, und soziale Netzwerke würden das nur verschlimmern. Das schrieb der Facebook-Chef im Januar, und kündigte Maßnahmen dagegen an. Die kommen nun auch nach Europa.

Zuckerbergs Plan ist es, die Facebook-Nutzer in kurzen Umfragen zu fragen, welche Medien und Nachrichtenquellen sie kennen und welchen sie vertrauen. Ob sie Inhalte aus diesen Quellen tatsächlich konsumieren, ist dabei zweitrangig. Je mehr Menschen einem Medium das Vertrauen aussprechen, desto besser könnte das für dessen Positionierung im News Feed sein. Facebook allein will nicht entscheiden, welche Medien als vertrauenswürdig gelten und welche nicht.

In den USA hat Facebook bereits Ende Januar mit den Umfragen begonnen, nun kündigte das Unternehmen an, auch deutsche, britische, französische, italienische und spanische Nutzer zu befragen.

News Feed bleibt vorerst unverändert

Die Ergebnisse würden aber nicht sofort die Zusammensetzung des News Feeds und die Position einzelner Medien darin beeinflussen, sagte ein Facebook-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Sollte Facebook entsprechende Änderungen vornehmen wollen, werde es sie zuvor ankündigen.

Die Maßnahme ist eine von mehreren, mit denen Facebook gegen Desinformation und Propaganda in seinem Netzwerk vorgehen will. Die Zusammenarbeit mit externen, spezialisierten Faktenprüfern ist eine andere, ebenso die Ergänzung von Medieninhalten um Links etwa auf den Wikipedia-Eintrag über die Quelle. Außerdem versucht eines der Facebook-Sicherheitsteams Fake-Profile, die zur gezielten Verbreitung falscher Informationen verwendet werden, aufzudecken und löscht diese dann.

pbe/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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muekno 11.05.2018
1. Facebook traue ich jedoch als erstes nicht über den Weg
darum bin ich da auch nicht dabei, genauso wenig bei Twitter oder WhatsApp. Trauen tu ich nur seriösen Print- und Onlinemedien.
Reg Schuh 11.05.2018
2.
Würden Sie einer Firma, die gleichbedeutend mit dem dazugehörigen Medium, die Frage beantworten, wenn Sie genau dieser Firma nicht trauen können?
shardan 11.05.2018
3. Ach Zucki....
Die einzige Frage, die wirklich von Interesse ist, traust du armes reiches Würstchen doch gar nicht zu stellen: "Vertrauen sie Facebook?". Aber die Frage ist bei jemandem, der Leute, die ihm vertrauen, als "dumb fucks" bezeichnet, wohl nicht mehr nötig.
hr.schnackermüller 11.05.2018
4. Isch abe garkein Facefook
Und ich bin nicht gestorben als ich es vor Jahren nach 4 Wochen wieder gekündigt habe. Das ging seinerzeit noch. Facebook, Whatsapp und Co. sind in meinen Augen genau das Gegenteil von soz. Netzwerken. Sie entfremden die Menschen, weil sie sich nicht mehr dem Mitmenschen stellen, zumuten, offenbaren, zuhören, reagieren etc. etc. müssen. Alles Dinge die uns von den Maschinen unterscheiden. Ich lehne diese Art von Kommunikation aus Gründen der soziologischen Hygiene ab. Facebook und Co. kreieren eine Welt der Geschäftsbeziehungen.
sophica 11.05.2018
5. So ist es!
Zitat von hr.schnackermüllerUnd ich bin nicht gestorben als ich es vor Jahren nach 4 Wochen wieder gekündigt habe. Das ging seinerzeit noch. Facebook, Whatsapp und Co. sind in meinen Augen genau das Gegenteil von soz. Netzwerken. Sie entfremden die Menschen, weil sie sich nicht mehr dem Mitmenschen stellen, zumuten, offenbaren, zuhören, reagieren etc. etc. müssen. Alles Dinge die uns von den Maschinen unterscheiden. Ich lehne diese Art von Kommunikation aus Gründen der soziologischen Hygiene ab. Facebook und Co. kreieren eine Welt der Geschäftsbeziehungen.
Was mich stört, dass praktisch von überall bzw. überall für Facebook geworben wird; so heißt es oft: "Sie können sich auch über Facebook anmelden!
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