Netzwelt-Ticker: FBI fordert Schnüffelverordnung für Webangebote
Internet-Kommunikation kann man nicht so einfach abhören wie Telefongespräche. Deshalb will die US-Bundespolizei jetzt Hintertüren zu Webdiensten gesetzlich vorschreiben lassen. Außerdem im Überblick: Fünfjähriger beißt iPad kaputt und vieles mehr.
Das FBI (Federal Bureau of Investigation) möchte wissen, worüber sich Internetnutzer austauschen. Das zeigt eine aktuelle Initiative der amerikanischen Polizeibehörde: Sie fordert Internet-Unternehmen wie Microsoft, Facebook, Yahoo und Google dazu auf, sich nicht gegen ein Gesetz aufzulehnen, das sie verpflichten würde, Schnüffelzugänge für die Ermittler einzubauen.
Das Argument, das Vertreter des FBI laut "Cnet" in Treffen mit Industrie- und Regierungsvertretern vorbringen, ist nicht neu: Die Kommunikation der US-Bürger verlagere sich zunehmend vom Telefon auf das Internet mit seinen sozialen Netzwerken, E-Mail und Webtelefonie-Diensten. Das erschwere die Überwachung illegaler Aktivitäten erheblich.
Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt dem Bericht zufolge bereits vor. Diensteanbieter sollen ihre Angebote demnach so verändern, dass sie künftig besser überwacht werden können. "Wer ein Angebot, Produkt oder eine App erstellt, womit Anwender kommunizieren können, ist zu einer entsprechenden Änderung an seiner Software verpflichtet", erklärte ein Industrievertreter nach Einsicht in den FBI-Gesetzentwurf.
Dieser ziele nicht auf ein neues Gesetz ab, sondern soll eine Verordnung von 1994 auf den neuesten technischen Stand bringen, die seinerzeit für Telefonüberwachungen formuliert worden war. 2004 war die Geltung dieses Communications Assistance for Law Enforcement Act (Calea) von der Regulierungsbehörde FCC bereits auf Breitbandnetzwerke erweitert worden.
Die Calea-Aktualisierung ist laut "Cnet" nur ein Baustein innerhalb eines umfassenderen FBI-Konzepts namens "Nationale elektronische Überwachungsstrategie".
Im Weißen Haus treffe der Vorstoß auf wenig Begeisterung: Zwar habe das Justizministerium den Entwurf abgesegnet, doch die Obama-Regierung habe bislang keine Anstalten gemacht, die Gesetzesnovelle ans Parlament weiterzuleiten. Dabei sei das eigentlich schon 2011 erwartet worden. Möglicherweise scheue die Regierung so kurz nach dem Streit über die Antipiraterie-Gesetze Sopa und Pipa eine weitere Datenschutz-Debatte.
Kind beißt iPad, iPad zerbricht
Die Online-Plattform Ebay ist wieder um eine skurrile Auktion reicher: Ein Familienvater bietet ein funktionstüchtiges iPad 2 mit leichten Gebrauchspuren an - und mit einem ungewöhnlichen Schaden. Der Auktionsbeschreibung zufolge hat der fünfjährige Sohn des Anbieters aus Wut über ein gescheitertes Spiel in das Tablet gebissen, und zwar so vehement, dass das Display zersplitterte.
Apples Supportangestellte nahmen die Schadensmeldung fassungslos auf. Ein Mitarbeiter erklärte, das sei das erste zerbissene iPad in der gesamten Firmengeschichte und fragte: "Aber Sie wissen schon, dass das eine Art Panzerglas ist? Ist Ihr Sohn verletzt?".
Auch das noch:
- Indien blockiert Vimeo und The Pirate Bay. Die Torrent-Piraten haben es nicht nur nach der jüngsten britischen Blockadeverfügung schwer. Auch in Indien scheinen sich die Gegner des Angebots formiert zu haben. Wer dort The Pirate Bay ansurft, erhält die Meldung: "Diese Seite wurde auf Anordnung des Telekommunikationsministeriums blockiert." Ähnlich werden offenbar auch weitere BitTorrent-Seiten gesperrt. Damit nicht genug, wurde außerdem der Zugang zur Videoseite Vimeo gestoppt. Weshalb der Zugang zu den Seiten gerade jetzt blockiert wird, ist unklar. Allerdings weist "Torrentfreak" darauf hin, dass 2011 identische Zensurschilder den Zugang zu populären Filehostern wie Megaupload und RapidShare versperrten.
- Google droht Millionenstrafe wegen umgangener Cookie-Sperre bei Safari. Bei Nutzern des Apple-Browsers, die in den Voreinstellungen die Verwendung von Cookies ausgeschlossen hatten, umging Google diese Vorgabe und sammelte trotzdem Informationen über deren Nutzerverhalten. Nun laufen mit der US-Handelskommission FTC Verhandlungen über die Höhe der Strafzahlung. Insider halten einen Betrag von bis zu zehn Millionen Dollar für möglich.
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- Montag, 07.05.2012 – 15:36 Uhr
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- Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.

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