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Neue Fernseher auf der CES: Scharfe Bilder, kryptische Kürzel

Aus Las Vegas berichtet

Neuer Sony-Fernseher: SUHD, Ultra HD oder 4K HDR? Zur Großansicht
Sony

Neuer Sony-Fernseher: SUHD, Ultra HD oder 4K HDR?

Die neuen Fernseher auf der Technikmesse CES haben einiges zu bieten, versteckt hinter einer Flut kryptischer Fachbegriffe. SPIEGEL ONLINE zeigt die interessantesten Geräte - und erklärt, was all die Abkürzungen bedeuten.

Kennen Sie Quantum Dots? Nein? Macht nichts. Für einige Hersteller von Fernsehern sind sie trotzdem so etwas wie der heilige Gral der Bildqualität. Was Quantum Dots genau sind und wie sie funktionieren, kann allerdings kaum jemand erklären. Das sei auch gar nicht so wichtig, sagt ein Unternehmenssprecher, man müsse nur wissen, dass der Begriff für eine bessere Bildqualität stehe.

Tatsächlich haben TV-Geräte, die mit Quantum Pixeln arbeiten, subjektiv betrachtet ein besseres Bild als andere. Möglich wird das durch winzige Nanokristalle, die dafür sorgen, dass Farben kräftiger erscheinen und schwarz dunkler dargestellt wird. Aber wie gesagt: Wie das genau funktioniert, muss man nicht verstehen.

Sieht gut aus: HDR

Ähnlich verhält es sich mit der HDR-Technik - High Dynamic Range. Vor einigen Jahren war HDR ein großer Trend in der Digitalfotografie, schon früh gab es auch erste Video-Experimente mit der Technik. Mit ein paar Tricks und Kniffen kann man aus mehreren unterschiedlich belichteten Versionen derselben Aufnahme ein Bild erzeugen, bei dem dunkle und helle Bereiche gleichermaßen kräftig ausgeprägt sind, was zu stärkeren Kontrasten und kräftigeren Farben führt. Der Effekt kann aber auch ziemlich künstlich wirken.

SUHD-TV

Samsung SUHD-Fernseher: Erzeugt mit Quantum Dots Milliarden brillanter Farben.

Salatfrei

Auch die Rückseite des neuen Samsung KS9500 kann sich sehen lassen. Alle Kabel werden dezent durch Kabelkanäle nach unten geführt.

Schneller smart

Die von Samsung Smarthub genannte Benutzeroberfläche wurde sanft überarbeitet, soll jetzt schnelleren Zugriff auf häufig genutzte Videoquellen ermöglichen.

Überwachungs-TV

Alle Samsung-Fernseher des Baujahres 2016 verfügen über sogenannte IoT-Funktionen, können also Geräte ansteuern, die zum Internet der Dinge gehören. Hier beispielsweise eine Überwachungskamera.

Spiel-Streaming

Über Dienste wie PS Now und Gamefly kann man auf den neuen Samsung-Fernsehern Spiele wie "Assassin's Creed III" oder "Batman: Arkham Origins" ohne PC oder Spielkonsole spielen.

Hungerhaken

So könnte ein neuer Samsung-TV auch bald aussehen. Bisher dachte man, derart dünne Fernseher wären mit LED-Technik nicht möglich.

Scharfer Zuspieler

Passend zu den neuen UHD-Fernsehern will Samsung bald auch diesen Ultra HD Blu-ray-Player auf den Markt bringen. Vorerst aber nur in den USA.

Andere Akronyme

Sonys neues Topmodell heißt Bravia XD93. Der Fernseher mit Android-TV-Betriebssystem hat ein Display mit 4K-Auflösung und beherrscht die HDR-Technik.

Dünn aber fett

LG sucht sein Heil in der Oberklasse, bietet edle Haushaltsgeräte und Fernseher unter der Bezeichnung Signature an. So wie dieses Modell E6, dessen Display nur 2,57 Millimeter dünn ist, der aber dank einer fetten Soundbar trotzdem einen guten Sound bieten soll.

Bildschirmschmuck

Als Option will LG für seine Signature-TVs die Möglichkeit anbieten, das Rückglas des Bildschirms mit Bildern wie dieser Rose zu versehen.

Das Monster

In der zweiten Jahreshälfte soll dieser riesige 98-Zoll-Fernseher von LG mit 8K-Auflösung auf den Markt kommen.

Kräftige Boxen

Der chinesische Hersteller TCL will bei seinen Oberklassemodellen den Sound durch Verwendung von Harman-Kardon-Lautsprechern verbessern.

Wandschmuck

Philips hat keine großen CES-News zu bieten, wirbt umso mehr für seine TV-Geräte mit Ambilux-Beleuchtung, die hinter dem Fernseher in den Farben des gerade laufenden Fernsehbilds aufleuchtet, einer Weiterentwicklung der hauseigenen Ambilight-Technik.

Biege machen

Diesen aufrollbaren Bildschirm zeigt LG noch als Zukunftsprojekt. Grundsätzlich aber könnte mit der Produktion begonnen werden. Nur wären derartige Fernseher derzeit noch sehr teuer.

Mittlerweile ist HDR eine Funktion, die jedes bessere Smartphone auf Knopfdruck beherrscht, und bald soll man davon auch beim Fernsehen profitieren. Damit das funktioniert, müssen die TV-Geräte vor allem viel hellere Bilder erzeugen können. Samsungs neues Topmodell beispielsweise erreicht eine Helligkeit, die rund zweieinhalb mal so hoch ist wie bei aktuellen Standard-TV-Geräten. Sony arbeitet bereits an einer Technologie, die noch viermal hellere Bilder ermöglicht und wohl noch vor Jahresende in erste Geräte eingebaut werden wird.

Was das in der Praxis bedeutet, kann man sich auf der CES ansehen. Farben strahlen noch kräftiger, dunklere Flächen, die bei der Aufnahme etwa von indirektem Sonnenlicht bestrahlt wurden, zeigen mehr Details und Farben. Wenn man das einmal im Vergleich zu einem TV-Bild ohne HDR gesehen hat, will man nicht mehr darauf verzichten.

Das Problem ist wieder einmal, dass Filme und Videos neu abgemischt werden müssen, um in HDR abgespielt werden zu können. Netflix beispielsweise arbeitet daran, wirklich viel HDR-Material gibt es aber noch nicht.

SUHD, Super UHD, Ultra HD Premium und 4K

Neben diesen Technologien gibt es viele herstellertypische Bezeichnungen, deren genaue Bedeutung man nicht unbedingt kennen muss, um sie zu verstehen. Samsung hat schon vergangenes Jahr SUHD für seine Fernseher eingeführt, LG zieht jetzt mit Super UHD nach. Was damit im Einzelnen gemeint ist, ist nicht wichtig. Die Hersteller unterscheiden damit schlicht ihre jeweiligen Topmodelle vom Rest des Angebots.

Das gilt umso mehr für das neu eingeführte Logo "Ultra HD Premium". Geräte mit dieser Bezeichnung erfüllen die höchsten derzeit von der Branchenvereinigung UHD Alliance gestellten Anforderungen. Konkret heißt das vor allem, dass sie einen besonders hohen Kontrastumfang bieten, also sehr helles Weiß und besonders dunkles Schwarz darstellen können. Hinzu kommt, dass sie mehr Farbvariationen anzeigen können als andere Geräte, insgesamt theoretisch mehrere Milliarden Farbtöne.

4K oder UHD?

Fernseher, die das normale Ultra-HD-Logo aufweisen, können immer noch Millionen Farbvarianten darstellen. Die Auflösung ist bei beiden Varianten dieselbe, beträgt 3840 x 2160 Pixel. Außerdem müssen Fernseher beiderlei Art entsprechend leistungsfähige HDMI-Anschlüsse haben und die Schutzmechanismen beherrschen, die ein Kopieren der hochauflösenden Videos verhindern sollen.

Der japanische Hersteller Sony mag bei all dem allerdings nicht mitmachen und zeigt damit, dass die Logos der UHD Alliance nicht immer weiterhelfen. Sony klebt auf seine hochauflösenden Fernseher lieber ein 4K-Logo oder - bei den neuen Modellen mit großem Kontrastumfang - eines auf dem "4K HDR" steht. Alles sehr verwirrend.

Sind 4K und UHD bald schon wieder veraltet?

Das Problem, dass es kaum Filme in 4K-Auflösung gibt, legt sich langsam. Netlfix und Amazon haben mittlerweile einige Serien und Filme im Angebot, diverse Filmstudios haben Blu-ray-Discs einiger Filme in Ultra HD angekündigt. Einen entsprechenden Player, den UBD-K8500, zeigt Samsung in Las Vegas. Ab März soll er in den USA für 400 Dollar erhältlich sein. Einen Termin und Preise für Europa gibt es noch nicht.

Als wäre das alles nicht genug, zeigt LG auf der CES aber schon den ersten serienreifen 8K-Fernseher der Welt. Mit 98 Zoll, also etwa 2,5 Metern Bilddiagonale ist er ein regelrechtes TV-Monster und dürfte wohl alles andere als bezahlbar sein. Außerdem betrifft diesen Fernseher noch viel mehr als andere das Problem, dass es keine Inhalte in seiner ultrahohen Auflösung gibt - und auf absehbare Zeit auch nicht geben wird.

Die TV-Industrie ist bereits vollauf damit beschäftigt, UHD-Material zu beschaffen, am besten gleich in HDR-Qualität. Und das ist umso schwieriger, als die Nachfrage danach rasend schnell zunimmt. Denn im Vergleich zur Einführung der Full-HD-Fernseher verbreiten sich UHD-TVs viel schneller. Bei Samsung beispielsweise wird es in diesem Jahr kaum noch Geräte geben, die die neue Auflösung noch nicht beherrschen. TV-Sender und Filmstudios stehen damit unter enormem Druck, auch die passenden Inhalte anzubieten.

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insgesamt 24 Beiträge
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1. solange
spaas11 07.01.2016
der Kunde ständig das Neueste kauft wird auch diese neue Wutz durchs Dorf getrieben. Man spare ich ein Geld...und kaufe doch wahrhaftig nur ca alle 10 Jahre einen neuen Fernseher...
2.
Crom 07.01.2016
Zitat von spaas11der Kunde ständig das Neueste kauft wird auch diese neue Wutz durchs Dorf getrieben. Man spare ich ein Geld...und kaufe doch wahrhaftig nur ca alle 10 Jahre einen neuen Fernseher...
... und der ist dann nicht der "Neuste". Warum sollte man sich auch einen Fernseher aus dem Vorjahr kaufen? Die aktuellen Kunden wollen natürlich das neueste, allein schon, damit man die Kiste eine Weile nutzen kann.
3. Wieso ein neuer TV?
wozuber 07.01.2016
Denn für die zur Zeit ausgestrahlten Programme im öffentlich rechtlichen und besonders bei den privaten im deutschen Fernsehen reicht auch eine 20 Jahre alte Kiste solang sie funktioniert!
4.
f_eu 07.01.2016
"" Das Problem, dass es kaum Filme in 4K-Auflösung gibt, legt sich langsam. "" Sind dann das nächste Problem nicht die Augen? Wer weiter als nen Meter von den Wunderbildschirmen entfernt sieht der hat fast nichts von der Pracht.
5. Bildschirmgröße
Johan_Fremerey 07.01.2016
Um in den vollen Genuss der Detailauflösung eines 2K-Fernsehers (Full HD) mit einer Bilddiagonalen von 1 m zu kommen, muss man wegen der begrenzten Sehschärfe des Auges auf einen Abstand von 1,5 m an den Bildschirm heranrücken. Will man mit mehreren Personen im Abstand von 3 m bei entsprechendem Schärfeeindruck fernsehen, dann braucht man schon ein Gerät mit 2 m, bei 8K Auflösung dementsprechend mit 4 m Bilddiagonale. Die genannten 2,8 m erscheinen also hinsichtlich des Detailgenusses bei 8K durchaus angemessen. Für unsere Familie wäre es schon ein bedeutender Fortschritt, von 1 m Full HD auf 2 m aufzurüsten.
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