Festnahmen in den USA: AOL-Mitarbeiter soll Mail-Liste an Spammer verkauft haben

92 Millionen Kundennamen - so lang war die Liste, die ein 24-jähriger AOL-Mitarbeiter gestohlen und an einen Werbemail-Versender verkauft haben soll. Beide Männer wurden jetzt in den USA verhaftet - es ist einer der ersten wichtigen Schläge gegen Werbeattacken aus dem Netz.

Las Vegas - Den Beschuldigten drohen Geldstrafen von bis zu 250.000 Dollar und fünf Jahre im Gefängnis. Jason Smathers, 24, ist bereits von AOL entlassen worden, wo er als Software-Ingenieur gearbeitet hatte. Er sei nicht berechtigt gewesen, die Liste mit Kundendaten überhaupt aufzurufen.

Laut Vorwürfen der Ermittler hat sich Smathers mit Sean Dunaway, 21, verschworen - einem Spam-Versender aus Las Vegas. Er soll die Liste verwendet haben, um AOL-Nutzern unverlangte Werbemails zu schicken, in denen Internet-Casinos angepriesen wurden.

DER SPIEGEL
Smathers wurde in seinem Haus in Harpers Ferry, West Virginia, verhaftet. Sein Computer wurde beschlagnahmt. Seine Liste soll auch die Postleitzahlen der AOL-Kunden und die Art ihrer Kreditkarten enthalten haben. Offenbar gelang es ihm aber nicht, auch die Kreditkartennummern zu erhalten.

Dunaway war bereits zuvor in Las Vegas dem Haftrichter vorgeführt worden. Er soll die Liste für 52.000 Dollar an weitere Spam-Versender weiterverkauft haben. Dunaway wollte gegenüber der Nachrichtenagentur AP keinen Kommentar zu den Vorwürfen abgeben. Ob Smathers bereits einen Anwalt gefunden hat, war zuletzt noch unklar.

David Kelley, Staatsanwalt am AOL-Sitz New York, sagte, es sei einer der ersten Fälle, in denen nach der Verschärfung bundesstaatlicher Gesetze gegen Werbemailversender vorgegangen werde. Die neuen Bestimmungen waren Anfang dieses Jahres in Kraft getreten.

AOL-Sprecher Nicholas Graham sagte: "Wir bedauern zutiefst, was passiert ist. Als Folge dieser Verhaftung überprüfen wir, wie wir unseren internen Datenschutz verstärken können."

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